Klassik-Test: Mercedes 500 E
Stille Kraft

Was für ein Typ: Der Mercedes 500 E schöpft seine scheinbar unbegrenzte Kraft aus einem 326 PS starken Achtzylinder. Dessen enspannten Summen entlarvt die unauffällige Limousine als reißenden Wolf.
Kennen Sie den? Also, genauer: kennen Sie den wirklich? Klar, weiß doch jeder, dass es den Feldwaldundwiesen-Mercedes W 124 als 500 E gab, als rare Top-Version. Dass dieser Benz aus Suttgart kommt, ist auch banal, woher sonst? Dass er aber in Stuttgart-Zuffenhausen gebaut wurde, wissen nur wenige. Porsche hatte die "konstruktive und versuchstechnische" Serienentwicklung der W 124-Limousine mit M 119-Motor übernommen (das ist der Fünfliter aus dem 500 SL!). Vorderwagen, Auspuff, Bremsanlage, Fahrwerk und den Motor selbst galt es zu überarbeiten.

Kenner bemerken es: Nebellampen im Spoiler, ausgestellte Kotflügel – ein 500 E. Die Domäne des wuchtigen W 124 ist die schnelle Gerade.
Bild: Christian Bittmann
Mercedes-Benz 500 E: Die Ruhe vor dem Sturm

Dass vorn ordentlich was drinsteckt, ist der große Reiz der Ausnahme-E-Klasse.
Bild: Christian Bittmann
Fazit
Mercedes-Benz hat mit dem 500 E alles richtig gemacht. Viel Hubraum, viel Leistung und viel Understatement auf genau der richtigen Menge exquisit ausgestatteten Raums. Motor und Fahrwerk des 500 SL machen ihn zwar noch nicht zu einem Sportwagen, aber in dieser gelungenen und seltenen Kombination begehrenswerter als S-Klasse oder SEC. Vier Leute und Gepäck passen auch rein, das Taxigewerbe lässt schön grüßen.
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