Mercedes 560 SEC

Mercedes 560 SEC

— 22.09.2010

Das Wunderauto?

Es ist ein wunderbares Auto, dieser 560 SEC. Vom edelsten, feinsten und teuersten. Ein Wunder-Auto ist es aber nicht. Je länger ich es fuhr, desto deutlicher spürte ich das.

AUTO BILD-Archiv-Artikel 31/1986: An vorderster Linie der modernen Autotechnik marschieren die Stuttgarter nicht oder ziemlich selten. Und gerade deswegen sind sie den anderen so haushoch überlegen. Wie die Heinzelmännchen feilen und schrauben sie an den Sachen herum, die sie als zuverlässig erkannt haben und verbessern sie hartnäckig, wie es halt wohl nur die Schwaben können. Ich kenne jeden Mercedes der letzten fünfunddreißig Jahre. Der SEC ist der ausgewogenste. Da steckt die ganze Erfahrung (und der Stolz) einer hochkarätigen Ingenieursmannschaft drin, die selber Freude am Fahren hat, was leider gar nicht so häufig bei Autoentwicklern ist. 

Das Original: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download

Müssen es nun wirklich 5,6 Liter Hubraum sein, wo doch alle von umweltfreundlichen Motoren reden? Mit acht Zylindern, in denen Kolben vom Volumen kleinerer Schiffsmaschinen Luft und Energie in sich hineinschlauchen? Es muss, wenn absoluter Komfort gefragt ist. Und: Die hochkarätige Kundschaft soll gleich richtig eingestimmt werden, wenn der Münchner Frechling im Herbst mit seinem Zwölfzylinder kommt. Ein gutes Dutzend wird dann auch beim guten Stern die Nachfolge antreten. Einem Vier- oder Sechszylinder mit noch so vielen Ventilen und technischen Kunstgriffen lässt sich nun einmal keine übermäßige Laufkultur anerziehen. Ergebnis: Der Sprung vom bisherigen Fünfliter zum 5,6-Liter-V8 ist klar wahrnehmbar.

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Die riesige Leichtmetall-Maschine arbeitet praktisch unhörbar. Nur als ich bei niedrigen Drehzahlen oder aus mittlerem Fahrtempo voll beschleunigte, ertönte ein kurzes scharfes Rauschen. Als die anderen im Rückspiegel immer kleiner wurden, war wieder alles piano. Ein weiteres Meisterstück: Die Stuttgarter haben die rahmenlosen Seitenscheiben mit dem ganz schmalen eleganten Steg dazwischen superleise gekriegt. Ab 160 km/h lässt sich ein leises Zischen vernehmen. Doch das teuerste Serienauto mit dem Stern wird danach niemals lauter, wenn noch mehr Tempo gemacht wird. Der 4,93 Meter lange Mercedes-Riese, der leer (ohne Sonderausstattung!) schon 1,75 Tonnen wiegt, wird nicht einmal auf brutal schlechtem Katzenkopfpflaster holsteinischer Landstraßen aus seinem inneren und äußeren Frieden gebracht. Reifengeräusche? Bewahre. Allenfalls ein ganz leichtes Pulsen am Wagenboden.

Das Original: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download

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