Pro und Kontra: Autos mit Frontantrieb

Pro und Kontra: Autos mit Frontantrieb

— 02.04.2014

Liegt der Frontantrieb immer vorn?

Frontantrieb kann vieles besser. Aber auch der alte Heckantrieb hat so seine Vorteile. Beide haben ihre Anhänger, zwei von ihnen tauschen hier ihre Standpunkte aus.

Front- oder Heckantrieb? Diese Frage stellte sich lange Zeit nicht. Bis in die fünfziger Jahre gab es nur wenige Autos mit angetriebenen Vorderrädern, weil diese Technik aufwändiger und damit teurer war. Erst in den Sechzigern setzten immer mehr Hersteller auf Frontantrieb. Was neben den praktischen Vorteilen vor allem mit der Fahrsicherheit zu tun hat. Beim Fahrspaß sieht die Sache anders aus. Gerade sportliche Fahrer lieben den Heckantrieb, weil sie ihr Auto auch gern mal mit dem Gaspedal lenken. Front- oder Heckantrieb? Ein abschließendes Urteil scheint unmöglich. Auch in der AUTO BILD KLASSIK-Redaktion sind sie Meinungen grundverschieden:

"Fast immer ist für fast jeden Frontantrieb ideal."

Frank B. Meyer, stellv. AUTO BILD KLASSIK-Chefredakteur, lehnt Herrenfahrer-Weisheiten ab: Unter mir Kurven, vor mir viele PS und kein Verkehr: Dann habe ich am liebsten ein Auto mit Hinterradantrieb. Unter mir Schnee, Laub oder gar keine Straße: Allradantrieb bitte. Für alle anderen Situationen ist Frontantrieb ideal. Der schmale Bereich zwischen guter Haftung einerseits und Durchdrehen oder Abfliegen andererseits – das ist der spannendste Teil des Autofahrens, und da machen Heck- und Allradantrieb den aufmerksamen, geübten Fahrer froh. Aber ehrlich: Wo und wie fahren denn die meisten Leute? Sie kullern gemütlich durch die Gegend oder zischen die Autobahn entlang. Fast immer ist es wurscht, welche Räder angetrieben werden. Das heißt, so wurscht ist es nicht: Fronttriebler wiegen und verbrauchen weniger als vergleichbare Hecktriebler, die Passagiere haben mehr Fußraum, die Koffer mehr Platz. Und wann merken die Leute, welche Räder angetrieben werden? Wenn sie durchdrehen. Also die Räder. Dann schmiert der Fronttriebler ungefähr geradeaus weiter, der Hecktriebler geht quer. Für Driftkönige, die blitzschnell gegenlenken, fängt jetzt der Spaß an – aber was ist mit Ihrem Nachbarn, Ihrem Tankwart, Ihrer Mutter? Und dem Rest der Welt? Die fahren mit Frontantrieb im Zweifel sicherer. Gut so.

"Frontantrieb ist doch nur eine Notlösung."

AUTO BILD KLASSIK-Mitarbeiter Mario Pukšec fährt Hecktriebler aus Spaß: Sicherheit? Gäähn. Wir reden hier doch nicht über Pampersbomber und motorisierte Einkaufstaschen, sondern über Young- und Oldtimer. Über Autos, die nicht das öde Dasein des Nutzgegenstands fristen, sondern uns launige Erlebnisse bescheren sollen. Deshalb erspare ich Ihnen hier auch den theoretischen Exkurs zu dynamischer Radlastverschiebung, zur Trennung von Lenk- und Antriebsachse oder zu Einflüssen in der Lenkung. Das praktisch Erfahrbare ist Grund genug, dem Hinterradantrieb den Vorzug zu geben. Ja, mancher Frontkratzer begeistert auch mich. Peugeot 205 GTI, Mini und Autobianchi A112 haben einen Stammplatz in meinem Herzen. Aber nicht wegen, sondern trotz ihres Frontantriebs. Die konstruktiven Nachteile ihrer Antriebsform können diese Autos ganz gut kaschieren, nur deshalb machen sie Spaß. Dem stehen angetriebene Vorderräder aber nach wie vor im Weg. Und um Spaß, Genuss, Freude geht es doch beim Auto als Hobby. Macht also die Not nicht zur Tugend: Frontantrieb ist billig und platzsparend, deshalb kommt er massenweise zur Verwendung. Ungeübten Fahrern lege ich ein Fahrtraining im Hecktriebler ans Herz – oder einen verschneiten Supermarktparkplatz zum Üben. Wird sicher ein Riesenspaß!

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