Bonnie Tyler: die Autos der verstorbenen Sängerin
Bonnie Tyler und ihr Porsche 911 Speedster

Pop-Legende Bonnie Tyler hatte teils aufregende Autos wie Porsche 911 Speedster und Jaguar XJR – teils vernünftige wie ihren Mercedes W 123.
Bild: Schneider-Press / Erwin Schneider
"Lost in France", "It's a Heartache", "Total Eclipse of the Heart": Die Hits von Bonnie Tyler haben Generationen begleitet, jeder über 30 hat ihre Reibeisenstimme im Ohr.
Nun, mit nur 75 Jahren, ist Bonnie Tyler in Faro (Portugal) verstorben.
AUTO BILD erinnert an den Popstar – und erzählt, was sie fuhr.
Bonnie Tylers roter Porsche 911 Speedster
Am bekanntesten ist vielleicht ihr Porsche 911 Speedster, ein G-Modell aus den 80er-Jahren. Als Reporter und ein Fotograf sie 1998 zu einer Homestory in Swansea (Wales) besuchten, ließ sie sich an dem roten Porsche ablichten.
Porsche hatte 1988 diese Variante des 911 auf den Markt gebracht: Wie das historische Vorbild, der Porsche 356 Speedster, hatte auch der 911 Speedster eine flachere Frontscheibe und ein dünnes Notverdeck. Beim 911 Speedster verschwand das unter einem lackierten Kunststoffdeckel mit zwei Höckern. Wie der 911 Carrera 3.2 hatte der Speedster 231 PS bei 5900/min und schaffte rund 245 km/h Spitze. 2103-mal wurde der Porsche 911 Speedster gebaut. (Fahrbericht Porsche 911 Speedster)
Der Mercedes W 123: Bonnie Tylers bodenständiger Klassiker

Die junge Bonnie Tyler am Steuer ihres Rechtslenker-Mercedes, einer Limousine mit Stoffsitzen in Grün.
Bild: Michael Ochs Archives / Getty Images
Fans erzählen, Bonnie Tyler habe von den Einnahmen aus dem Hit "Lost In France" unter anderem ein Auto gekauft: einen Mercedes W 123. Keine S-Klasse, keinen Ferrari, sondern einen vergleichsweise bodenständigen schwäbischen Mittelklassewagen. Großes Pathos auf der Bühne, große Vernunft beim Autokauf.
Peugeot 309: Weltstar an der Tankstelle
Später wurde sie mal mit einem Peugeot 309 an einer Esso-Tankstelle geknipst. Ob der Titel "Lost In France" sie zu dem Auto inspirierte, ist nicht überliefert.
Bentley Continental T: britischer Luxus mit Turbo-Wucht

Robert Sullivan und Bonnie Tyler 2003 mit Bentley Continental T am Fernhill House in Swansea (Wales). Robert Sullivan war 1972 Olympiateilnehmer im Judo und ist mit Schauspielerin Catherin Zeta-Jones verwandt.
Bild: Schneider-Press / Erwin Schneider
Neben dem Porsche kam bald ein weiteres Auto mit Pathos auf den Hof: Ein Foto von 2003 zeigt Bonnie Tyler und ihren Mann, Robert Sullivan, an einem Bentley Continental T. Der T war die sportlich angehauchte Turbo-Variante des Continental R mit mindestens 400 PS und 800 Nm Drehmoment. Das britische Paar schätzte also nicht nur schwäbische, sondern auch britische Autos.
Jaguar XJR: Kompressor-Power in Portugal

Bonnie Tyler zeigt Bein und Autos – hier 2005 ihren Jaguar XJR. Der rote Lack des Porsche scheint die südliche Sonne nicht gut vertragen zu haben, das Porsche-Logo ist ab.
Bild: Schneider-Press / Erwin Schneider
In Portugal, an ihrem Ferienhaus in Albufeira, waren 2005 auch mal Fotografen zu Gast. Der Porsche war zu dem Zeitpunkt immer noch bei ihr – und außerdem ein Jaguar XJR der Baureihe X308. Mit Vierliter-V8, Kompressor und 375 PS.
"Rebel Without a Clue": Bonnie Tyler singt vom schwarzen Chevy
Vielleicht drehen wir heute eine Runde mit dem Song "Rebel Without a Clue" im Autoradio. Der dreht sich um einen schwarzen Chevy, Cruisen im Mondlicht, laufenden Motor, durchdrehende Reifen. Und davon, wegzufahren und alles hinter sich zu lassen. Bye, bye, Bonnie Tyler!
Kommentar
Ich werde Bonnie Tyler immer mit dem Honda NSX in Verbindung bringen. Nicht, weil sie jemals einen gefahren hätte. Nein, meine Anekdote ist: Ich hatte 2005 einen der letzten NSX der ersten Generation als Pressetestwagen. Beim Reinschlüpfen dachte ich sofort: Wow, so haben sich Japaner in den 80er-Jahren vorgestellt, wie ein Ferrari sein müsste. Allein das Kassettendeck war 2005 in einem Neuwagen ein Kuriosum.
Ich durfte den NSX über Nacht behalten. Es sollte eine Nacht wie in den 80er-Jahren werden, als Honda den Supersportwagen entwickelte (auf den Markt kam er 1990). Ich hielt kurz zu Hause an, holte die alte Lederjacke und die Kassette mit der Filmmusik zu "Footloose" raus, und ab ging es durch Berlin.
Bei "Holding Out for a Hero" drehte ich die Lautstärke bis an die Schmerzgrenze. Hämmerndes Klavier, biblische Trommeln, ein Frauenchor, der sich ins Pathos hineinsteigert – dann die Stimme von Bonnie Tyler: "He's gotta be strong and he's gotta be fast"! "Racing on the thunder and rising with the heat"! Na gut, sie sang nicht über ein Auto, sondern über eine sexuelle Fantasie. Aber diese bewusste Übertreibung, diese kraftvoll-ekstatische Musik und das im Honda NSX – perfekt!
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