Brabus 190 E 3.6S: Mercedes, Leistung, Tuning, Motor

Das passiert, wenn der Brabus-Baby-Benz seine 272 PS spielen lässt

Brabus formte Ende der 80er-Jahre Serienmodelle von Mercedes zu brachialen Fahrmaschinen um. Mit dem 272 PS starken 190 E 3.6S auf der Piste!
In den 80ern nahmen sich Tuner wie Brabus verstärkt der Marke Mercedes an. Leistungssteigerung stand dabei im Vordergrund. Anders als bei BMW ging es aber weniger um Rundenzeiten als um automobile Dominanz. Wir waren mit einem besonders bösen Benz auf der Rennstrecke: dem Brabus 190 E 3.6S  mit schwarzem Grill (ohne Stern) und schwarzem Stern am Heck. Dazu Frontspoiler, fette Alus, Breitreifen, Sportsitze, Doppelrohr-Auspuffanlage und hörbar großvolumiger Motor.

Brabus schuf aus dem Baby-Benz ein PS-Monster

Rasende Lounge: schwarzes Leder und viele Tasten für Sonderausstattungen. Das Radio ist neu.

©Ronald Sassen

Im Serientrimm war der kleine Mercedes 190 E ein Auto für Anständige. Der aufgemotzte Brabus war dagegen edler, leicht angeberisch und sauteuer. Umgerechnet 82.000 Euro kostete er Anfang der 90er in der hier gefahrenen höchsten Ausbaustufe mit Maximalausstattung, gut dreimal so viel wie ein 190-E-2.6-Sechszylinder ohne Extras. Die Sportsitze sind straff und die Einzelsitzanlage im Fond sieht ebenso sportlich aus wie die Recaros vor­ne. Rauf auf die Strecke: Kno­chentrocken und präzise fühlt er sich an, gleichzeitig schwerer, aber beweglicher als das Serien­auto. Und dabei klingt er auch noch wie ein Sportwagen! Könn­te eher ein zeitgenössischer BMW M5 sein als ein Baby­-Benz. Kein Wunder, wie der Blick ins Radhaus zeigt. Beim Brabus mit Federn von H&R, Koni­-Dämp­fern und den breiten Brabus­ Monoblock­-II-­Rädern ist in bei­den Richtungen kaum mehr als ein Fingerbreit Platz. Die "Bra­bus-Hochleistungs-­Bremsanlage Version 1", die 1990 umgerechnet gut 6000 Euro (!) kostete, füllt die 17 Zoll großen Felgen komplett aus.
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Höchstgeschwindigkeit von 258 km/h

Der Reihensechszylinder basiert auf dem Dreiliter-Motor von Mercedes. Fächerkrümmer stammt von Brabus.

©Ronald Sassen

Der Motor in diesem Geschoss ist ein Potpourri für sich: Statt des ursprünglichen 2,6-­Liter­-Sechszylinders steckt unter der Haube ein aufgebohrter Dreiliter – und zwar nicht aus der größeren Li­mousinenbaureihe W 124, son­dern in der Variante, die den Roadster 300 SL (R 129) und den 300-­GE-Geländewagen antrieb. 91 Milli­meter Zylinderdurchmesser und eine Kurbelwelle mit dem größtmöglichen Hub ergeben 3590 Kubikzentimeter Brennraum und zusammen mit Feinarbeit wie polierten Kanälen und Fächerkrümmer feines Motortuning. Das klingt nicht nur von 600 bis 6200 Umdrehungen nach großvolumigem Sportwagen, sondern fährt auch, wie der Tacho verspricht: mit viel Schub in Rich­tung 300 km/h. Dafür reichen die 272 PS am Ende trotz der kleinen Stirnfläche zwar nicht ganz. Auf dem Weg fehlt es aber nie an Leis­tung und Drehmoment.

Autor:

Fotos: Ronald Sassen

Stichworte:

Sportlimousine Brabus

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