"Aus dem wird nie was!" Oder was mögen die Lehrer an der Cambridgeshire High School for Boys über den jungen Roger gedacht haben? Bis auf Sport hasste Roger Waters den Unterricht und die autoritären Lehrer. Als langhaariger Musiker verarbeitete er sein Schul-Trauma mit Zeilen wie "We don't need no education".
Blauer BMW M1 fahrend schräg von hinten
Giugiaro-Design, integrierte Katzentreppe überm Mittelmotor und zwei BMW-Logos am Heck: Das ist der BMW M1, hier fotografiert in den USA. Die Farbe heißt schlicht: Blau. Farbcode: 207.
Bild: Andy Pao und Brenden Raspberry / RM Sotheby's
Wurde was aus ihm? Ach doch, schon: Die Schallplatte "The Wall" von ihm und seiner Band Pink Floyd, veröffentlicht 1979, wurde eines der meistverkauften Alben der Musikgeschichte und das erfolgreichste Doppelalbum von allen.

Wie Roger Waters sich 1980 den BMW M1 leistete

So konnte der Brite Roger Waters 1980, mit 36 Jahren, nach Deutschland fahren und sich frisch vom Hersteller einen brandneuen Traumwagen kaufen: einen blauen BMW M1. Der Preis: 100.715,65 Mark netto – für deutsche Käufer kamen damals noch 13 Prozent Mehrwertsteuer dazu. Im März 1980 war der M1 fertig, im April importierte Waters ihn nach Großbritannien.
Backstage-Pass liegt auf dem Heck des BMW M1
Kleiner Hinweis auf Roger Waters: Backstage-Pass für das "The Wall"-Konzert am 11. Februar 1980 in Los Angeles.
Bild: Andy Pao und Brenden Raspberry / RM Sotheby's
Gut 41 Jahre lang behielt Roger Waters den bayerischen Supersportwagen.

Kein Groll auf Deutschland?

Roger Waters' Vater wurde 1944 in Italien von der Wehrmacht umgebracht – da war Roger fünf Monate alt. Ohne Vater aufzuwachsen, hat er nie verwunden.
Offener Klappscheinwerfer des BMW M1 mit aufgeklebter Blende
Vom Rechtsverkehr in den Linksverkehr und wieder zurück: Die Scheinwerfer sind so abgeklebt, dass das Abblendlicht den Gegenverkehr nicht blendet.
Bild: Andy Pao und Brenden Raspberry / RM Sotheby's
Dennoch war er immer wieder in Deutschland, zum Beispiel 1981 bei den acht "The Wall"-Konzerten in Dortmund und beim legendären Konzert in Berlin am 21. Juli 1990, wo die Berliner Mauer gestanden hatte. Am 17. Februar 2026 wird er wieder in Dortmund beim Konzert "The Wall" auftreten.

Jetzt ist Waters' M1 noch einmal zu verkaufen

Genau das Auto von 1980 ist jetzt wieder aufgetaucht: Der zweite Besitzer, ein Sammler aus dem Raum New York, lässt den BMW M1 beim Auktionshaus RM Sotheby's versteigern. Die Auktion wird am 23. Februar 2026 in Phoenix (Arizona) stattfinden.
Cockpit des BMW M1
Funktionelles Cockpit ohne viel Luxus. Hier leuchtet gerade die Tankwarnlampe.
Bild: Andy Pao und Brenden Raspberry / RM Sotheby's

Gehörte dieser BMW M1 wirklich Roger Waters?

Die Geschichte mit dem prominenten Erstbesitzer dürfte echt sein: Das Auktionshaus RM Sotheby's zeigt Scans einer Versicherungsbescheinigung und einer Ausfuhrerklärung aus Deutschland, auf denen "George Roger Waters" bzw. "G. R. Waters, Roger Waters Music Ltd" steht. Auch die britische Typgenehmigung vom Verkehrsministerium ist an ihn adressiert, und eine Zulassungsbescheinigung trägt seinen Namen. Die Fahrgestellnummer WBS59910004301211 in den Dokumenten stimmt mit der auf den Fotos vom Auto überein.
Deutsche Versicherungsbescheinigung des BMW M1
Die ersten Kilometer sammelte der BMW M1 in Deutschland. Die Versicherungsbescheinigung für Roger Waters war vom 28. März bis zum 27. April 1980 gültig.
Bild: Archiv Roger Waters
deutsche Ausfuhrbescheinigung und die britische Zulassungsbescheinigung des BMW M1
Auch die deutsche Ausfuhrbescheinigung und die britische Zulassungsbescheinigung des M1 waren offenbar auf Waters ausgestellt.
Bild: Archiv Roger Waters

Nur 15.600 km – stimmt die Laufleistung?

Laut Inserat hat der BMW M1 erst 15.600 Kilometer auf dem Zähler. Die Rechnungen, die zum Wagen gehören, lassen den Schluss zu, dass der M1 beim Verkauf in die USA erst ca. 10.000 Kilometer runter hatte. Das war 2021. Im Schnitt durfte der BMW also nicht mal 250 Kilometer pro Jahr raus.
zwei Fotos: Fahrgestellnummer des BMW M1 auf Typenschild und Chassis
Die Fahrgestellnummer auf den Fotos stimmt mit der in den Scans der Dokumente überein.
Bild: Andy Pao und Brenden Raspberry / RM Sotheby's
2021 ließ der Zweitbesitzer erst mal Standschäden beseitigen: Seine Werkstatt überholte Stoßdämpfer und Bremsen, ersetzte Fahrwerkbuchsen, Schläuche und den Kupplungsnehmerzylinder. 30.000 Dollar kostete das. Dann gönnte der Glückliche dem M1 bis Anfang 2026 rund 1000 Kilometer pro Jahr – eine übliche Laufleistung für einen Oldtimer.
Sitze des BMW M1
Sportsitze mit Stoffbahnen und Leder-Sitzwangen. Senkrechte Scheibe gleich hinter den Kopfstützen.
Bild: Andy Pao und Brenden Raspberry / RM Sotheby's

Wie viel soll der BMW M1 von Roger Waters jetzt kosten?

Es ist eine Versteigerung, da kann Überraschendes passieren. Als Schätzpreis jedenfalls gibt RM Sotheby's ca. 470.000 bis ca. 560.000 Euro an (550.000 bis 650.000 Dollar).
Übrigens war Roger Waters nicht der einzige erfolgreiche Musiker, der einen von nur ca. 460 gebauten BMW M1 hatte: Hier berichten wir über den M1 von "Boney M"-Erfinder Frank Farian.
Technische Daten BMW M1
  • Motor Reihensechszylinder, Mitte längs, zwei oben liegende Nockenwellen, über Kette angetrieben, vier Ventile pro Zylinder, mechanische Einspritzung (Kugelfischer)
  • Hubraum 3453 ccm
  • Leistung 204 kW (277 PS) bei 6500/min
  • maximales Drehmoment 330 Nm bei 5000/min
  • Antrieb Fünfgang-Schaltgetriebe, Hinterradantrieb
  • Fahrwerk Einzelradaufhängung, vorn und hinten an doppelten Dreiecklenkern, Federn, Dämpfern, Stabilisatoren
  • Reifen vorn 205/50 VR 15, hinten 225/50 VR 15
  • Länge/Breite/Höhe 4360/1824/1140 mm
  • Radstand 2560 mm
  • Leergewicht 1300 kg
  • Beschleunigung 0–100 km/h 6,0 s
  • Höchstgeschwindigkeit 265 km/h
  • Verbrauch 16,5 Liter Super pro 100 km
  • Neupreis 113.000 Mark (1980)

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Kommentar

Ein BMW M1 ist ein fantastisches Auto. Ich konnte bisher zwei Stück fahren, unter anderem einen in Blau wie dieses Exemplar.
Aber dieses Exemplar möchte ich gar nicht haben. So großartig ich die Musik von Pink Floyd finde: Roger Waters ist irgendwann falsch abgebogen. Putin hätte mit seiner (so wörtlich) "militärischen Spezialoperation" in der Ukraine "wirklich versucht, keine Zivilisten zu verletzen", hat Waters gerade im Januar 2026 noch in einer Talkshow auf YouTube fantasiert. Maduro wäre "demokratisch gewählt" worden. Israel hätte das Hamas-Massaker "aufgebauscht", Hamas-Leute hätten keine israelischen Frauen vergewaltigt. Auch das Existenzrecht Israels hat er laut "Tagesspiegel" infrage gestellt.
Ich glaube nicht an Karma. Aber wenn ich Roger Waters' Auto hätte, würde ich während der Fahrt an ihn denken. Nein danke. Da würde ich lieber fröhlich Daewoo Matiz fahren.