Golf 3 VR6 vs. Astra F GSi 16V: kaufen, gebraucht, Leistung, Preise, Ersatzteile
Golf 3 VR6 oder Astra F GSi 16V, welcher alte Sportler taugt mehr?
Vor 30 Jahren trat der sportliche Golf 3 VR6 gegen den Opel Astra F GSi 16V an. Welcher von beiden Hot Hatches hat die Nase vorn, taugt eher als Klassiker?
- Marcel Nobis
30 Jahre ist es her, dass VW und Opel mit ihren Neulingen die Kompaktklasse neu definierten. Gleich zu Beginn ihrer Generation kamen beide mit ihrem Spitzenmodell: der Golf 3 mit dem neu entwickelten 2,8-Liter-VR6 (174 PS), der Opel Astra GSi mit dem aus dem Vorgänger Kadett E bekannten 2,0-Liter-Vierzylinder (150 PS). Beachtliche Werte für Kompaktwagen. Sind es aber auch kommende Klassiker?

Golf 3 VR6: Abgedunkelte Heckleuchten waren Anfang der 90er in Mode. Ansonsten ziemlich nackig und brav.
Bild: Christoph Boerries
Aus dem unteren Drehzahlbereich heraus zieht er durch, entfaltet konstante Kraft. Nicht aufregend, eher beruhigend. Ab 3500 Touren wird ein dezentes Röhren hörbar. An seinen GTI-Bruder, den alten Rabauken, erinnert das aber nur entfernt. Der VR6 kommt ohne Getöse aus, das große Feuerwerk lässt auch im oberen Drehzahlbereich auf sich warten. Nein, das hier ist kein Auto für die Rennpiste. Das hier ist ein Auto für die schnelle Reise.

Aggressiver GSi-Look: Luftschlitze auf der Haube, glatte Front und Schweller, tiefergelegte Karosserie.
Bild: Christoph Boerries
Rost ist sowohl beim Golf als auch beim Astra ein großes Thema

Bunte Sitzpolster im Golf 3 und triste Armaturen. Die Teillederausstattung versprüht einen Hauch von Luxus.
Bild: Christoph Boerries
Erst mit der Modellpflege ab August 1994 setzte Opel auf eine verbesserte Hohlraumkonservierung. Doch auch die Facelift-Modelle neigen zum Rosten – nur nicht ganz so stark. GSi-Problem: Beim Vorfacelift sind etliche Karosserieteile verbaut, die es so nur bei diesem Modell gab. Dazu zählen die seitlichen Schwellerverkleidungen, der größere Heckspoiler, der vergrößerte Frontstoßfänger mit integriertem Spoiler, das Kühlermaul und die zwei Lufthutzen auf der Motorhaube. Ein Austausch mit Teilen vom Serien-Astra ist hier nicht möglich. Hingegen kaum problematisch: der Motor des GSi. Er ist ein Dauerläufer und kaum kaputt zu bekommen.
Große Probleme bereitet die Ersatzteileversorgung aktuell nicht. Zwar befindet sich der Golf 3 bei einigen Komponenten gerade in einer Teilelücke (Volkswagen liefert nicht mehr und Classic Parts noch nicht), doch hier können die zahlreichen VR6-Schrauber in Foren und bei Facebook behilflich sein. Sharan und Passat gab es zum Beispiel ebenfalls mit VR6 – hervorragend für gebrauchte Ersatzteile. Verschleißteile sind für den GSi nach wie vor gut zu bekommen. Für den Motor kann teils auf Komponenten vom Kadett E, Calibra und Vectra A zurückgegriffen werden. Hier ist alles verfügbar, aber teils nicht gerade günstig. Problematisch wird es hingegen bei Astra GSi-spezifischen Teilen. (Hier geht es zum großen AUTO BILD-Sommerreifen-Test 2021)
Ab 10.000 Euro starten gute VW Golf 3 VR6 und Opel Astra GSi

Schlichtes Interieur im Opel mit Multi-Info-Display, das sich über einen Schalter am Wischerhebel bedienen lässt.
Bild: Christoph Boerries
Fazit
Der Golf 3 wird wie seine Vorgänger mit der Zeit zum Klassiker reifen. Der VR6 hat heute schon Fans, und in zehn Jahren werden sich auch Einzelne für die Schlichtheit eines CL mit 1,4-Liter-Motor begeistern. Der Astra hat es schwerer. Er kommt aus einer für Opel schwierigen Zeit und wird wenig geliebt. Der GSi 16V ist eine Offenbarung. Mit den einfacheren Modellen werde ich nicht warm.
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