Das muss man erst mal schaffen: Mit seiner Kritik am ermäßigten Steuersatz für H-Kennzeichen-Oldtimer beleidigt der Bundesrechnungshof Herz wie Kopf von Oldtimerbesitzern. Klar, eine begrenzte Steuer, in diesem Fall auf 191 Euro pro Jahr und Oldtimer, kostet Geld; in Zeiten knapper Kassen und zunehmender Belastungen entstehen Begehrlichkeiten selbst in der letzten Ecke. Jedes Jahr entgingen dem Fiskus 170 Millionen Euro an Steuern, bemängelt der Rechnungshof. So weit, so nüchtern.

Wer verschleißt schon seinen Oldie im Alltag?

Nüchtern betrachtet zeigt sich schnell, wie dünn die Kritik ist. Denn der Bundesrechnungshof mutmaßt, Oldtimer mit H-Kennzeichen würden vielfach im Alltag eingesetzt, und fordert, Alltagsautos dürften kein H-Kennzeichen tragen. Was heißt denn Alltag? Pendeln zur Arbeit, Fahrten zum Einkauf, Touren ins Wochenende.

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Es glaubt doch niemand ernsthaft, dass Oldtimer im Alltag verschlissen werden? Wer das wirklich tut, bewirkt vor allem eines: verfrühten Verschleiß, der eine problematische Ersatzteilbeschaffung nach sich zieht. Es folgt verstärkter Rostfraß dank unzureichender Rostvorsorge. Und letztlich bringt der Alltag schlichte Abnutzung mit sich, und zwar heftige.

Klassikerfreunde schonen ihre wertvollen Autos

Wer tut denn das seinem Oldie an? Kaum jemand, würde ich denken. Wann sind Sie zuletzt beim Pendeln zur Arbeit einem Klassiker mit H-Kennzeichen begegnet? Gut, einen kenne ich, eine Charleston-Ente im Hamburger Raum, aber der sage ich ein unrühmliches Ende auf dem Kehrblech eines Straßenkehrers voraus, die fällt nicht ins Gewicht, und Steuern spart ihr Besitzer wegen des geringen Hubraums auch nicht. Meine These: Kaum ein Oldie wird ernsthaft im Alltag bewegt. Und wer es doch tut, der hat seinen Klassiker schnell verbraucht. Ich habe von Hamburg aus auf dem Weg zur Bodensee-Klassik-Oldtimerrallye schon auf Trailern transportierte Oldtimer überholt, deren Besitzer dem wertvollen Auto die lange Anfahrt ersparen wollten!

Hohe Jahresfahrleistungen macht die Versicherung nicht mit

Überhaupt, die Fahrleistung: Meist begrenzt die Versicherung eine H-Kennzeichen-Autos schon die jährliche Nutzung, bei mir sind es 3000 km im Jahr. Würde das reichen, zur Arbeit zu kommen, wenn ich pendeln müsste? Schwerlich. Wie viel fahre ich wirklich? Es sind eher nur 300 km. Und für einen guten Teil der Oldies ist das H-Kennzeichen eher Zierde als Steuerersparnis, lohnt es sich doch nur für Fahrzeuge ohne G-Kat und über 800 Kubik Hubraum. Damit fallen viele Oldtimer schon aus dem Raster.
Auslaufmodell H-Kennzeichen
Das H-Kennzeichen ist bei vielen Autos eher ein Statement für automobiles Kulturgut als Geldersparnis.
Bild: Christian Bittmann / AUTO BILD
Warum die Zahl der Oldtimer so stark steigt? Es ist ein schönes Hobby, ein altes Auto zu erhalten, Oldies werden zu Recht mit dem H-Kennzeichen als automobiles Kulturgut geadelt. Und viele Oldtimerbesitzer sparen nicht, sie zahlen drauf fürs begehrte H.

Nur 0,8 Prozent aller Autos in Deutschland tragen ein H-Kennzeichen

Die erwiesene geringe Jahresfahrleistung von Oldtimern kombiniert mit dem Oldtimerbestand macht klar, wie nichtig die Argumente des Bundesrechnungshofs sind. Die Oldtimer würden den heutigen Umweltstandards nicht genügen, damit den klimapolitischen Zielen der Bundesregierung widersprechen? Doch die kritisierten 391.000 steuerlich geförderten Fahrzeuge machen gerade mal 0,8 Prozent aller 48,8 Millionen Pkw in Deutschland aus! Wobei der Bundesrechnungshof nicht mal ausführt, ob er auch historische Kräder oder Lkw mitzählt bei der Berechnung, vielleicht fährt ja auch jemand mit einem steuerreduzierten Rundhauber-Lkw zur Arbeit, wer weiß es schon.

Eine Fahrleistungbegrenzung würde jährliche Tachokontrolle bedeuten

Also sollen 0,8 Prozent aller Fahrzeuge, die per saldo wohl weniger als 3000 km im Jahr unterwegs sind, dem Staat steuerliche Schmerzen bereiten. Indirekt fordert der Rechnungshof eine gesetzlich geregelte Ausnahme für möglicherweise zu häufig und zu weit gefahrene Oldtimer – mit jährlicher Kontrolle des Kilometerstands für alle! Den Bedarf kann ich nach Abwägung aller Argumente nicht erkennen. Und mein Herz pocht immer noch heftig angesichts des undurchdachten Vorschlags.