Von solch einem Scheunenfund träumen Auto-Enthusiasten: Ein Lamborghini, der vor über 30 Jahren in einer Scheune mitten im Nirgendwo untergestellt und anschließend vergessen wurde. Unter welchen Umständen der Espada einst dorthin gelangte, lässt sich nur ansatzweise rekonstruieren, doch jetzt wurde der seltene Viersitzer geborgen. Das ist die Geschichte zum Lamborghini Espada-Scheunenfund!
Eine Farm in der Nähe des Lake Windermere, mitten im Nichts – und genau hier stand ein Lamborghini mehr als 30 Jahre, vergessen von seinem Besitzer und abseits der Öffentlichkeit. Entdeckt wurde der Espada von Jonny Smith, der einen Youtube-Kanal namens "The Late Brake Show" betreibt und sich in der Vergangenheit schon mehrfach mit Scheunenfunden beschäftigt hat. Zuschauer Dominic hatte Smith kontaktiert und auf den vergessenen Lamborghini Espada S3 aufmerksam gemacht und so dabei geholfen, Licht ins Dunkel zu bringen.
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Die Geschichte des Scheunenfunds geht so, dass der Besitzer des Lamborghini vor deutlich über 30 Jahren den Grundbesitzer gefragt haben soll, ob er den Espada für einige Zeit in besagtem Schuppen unterstellen könne. Natürlich gegen eine entsprechende Miete. So weit, so gewöhnlich. Die beiden einigten sich auf einen Preis und der Espada wurde sicher und trocken unter einer Plane in dem Schuppen untergestellt. Nach einigen Monaten blieben die Zahlungen jedoch plötzlich aus und der Lamborghini-Fahrer verschwand spurlos. Der Besitzer des Anwesens hörte nie wieder etwas von dem Mann. Seitdem steht der Espada sich die Reifen eckig und hätte vermutlich noch einige weitere Jahre unbemerkt in dem Schuppen gestanden, wäre der Besitzer des Lands, auf dem sich der Schuppen befindet, nicht vor wenigen Monaten verstorben. Als die Erben Haus und Hof verkaufen wollten, stießen sie auf den zwischen 1968 und 1978 nur 1217 Mal gebauten Espada und hätten den von Marcello Gandini gezeichneten Frontmotor-V12 beinahe auf den Schrott gegeben. Doch zum Glück erinnerte sich ein Familienmitglied daran, dass Dominic ein ausgeprägtes Auto-Interesse hat und als dieser den Espada zwischen zwei Vauxhall Cavalier und einem Calibra (bei uns als Opel Vectra beziehungsweise Calibra bekannt) entdeckte, zögerte er nicht lang und kontaktierte Jonny Smith, mit dem er den Espada gemeinsam freilegte.

Nachdem die zwei Männer den Weg zum Espada bestmöglich freigeräumt haben, wird klar, dass es sich um einen zwischen 1972 und 1978 gefertigten Espada S3 der letzten Evolutionsstufe handelt. Überraschenderweise scheint der Zustand des nur 1,18 Meter flachen viersitzigen Lamborghini gar nicht so schlecht zu sein, was daran liegen dürfte, dass der Espada lange Zeit mit einer Plane abgedeckt war. Wann diese entfernt wurde, ist nicht bekannt. Natürlich ist der weiße Lack übersät mit Vogelkot und Staub, aber im Vergleich zu den Vauxhall hat es den Lamborghini nicht so hart getroffen. Ärgerlich ist, dass alle Lamborghini-Embleme und Espada-Schriftzüge fehlen. Abgesehen davon scheint der heute noch futuristisch anmutende Espada vollständig zu sein.

V12 mit bis zu 350 PS

Der Espada war nach dem 350/400 GT, dem Islero und dem legendären Miura das vierte Modell, das Lamborghini auf den Markt brachte. Er sollte ein echter Gran Turismo mit Platz für vier Personen sein und war bei seiner Präsentation ein Technologieträger: Schon 1968 hatte er Einzelradaufhängung und Scheibenbremsen. Unter der großen Fronthaube sitzt ein 3929 ccm großer V12 mit anfänglich 325 und später sogar 350 PS. Mit einer Topspeed von 245 km/h war er für kurze Zeit sogar der schnellste Viersitzer der Welt. Trotzdem war der Espada kein Erfolgsmodell. In zehn Jahren Bauzeit verließen gerade mal 1217 Stück das Werk in Sant'Agata Bolognese und auch im Anschluss gehörte der Espada zu den unbeliebteren Lamborghini-Modellen.

Gute Lamborghini Espada gibt es ab 100.000 Euro

Erst in den vergangenen Jahren entwickelte sich der 4,67 Meter lange und scharf gezeichnete Espada zum gesuchten Klassiker. Aufgrund der Exklusivität sind heutzutage kaum noch Exemplare unter 100.000 Euro zu finden, wobei sehr gepflegte Espada auch schon mal 150.000 Euro aufwärts wert sein können. Von einem topgepflegten Zustand ist der Scheunenfund natürlich meilenweit entfernt, doch die niedrige Laufleistung von abgelesenen 7477 Kilometern (4646 Meilen) und die dazugehörige Geschichte dürfte dem ein oder anderen Sammler eine ordentliche Summe wert sein. Zumal die Substanz des Espada gut zu sein scheint, der V12 ist vollständig, das blaue Leder-Interieur hat nur kleinere Beschädigungen und auf den ersten Blick scheint der Lambo weitestgehend vom Rost verschont geblieben zu sein. Für alle, die jetzt ernsthaftes Interesse an dem Espada mit dem Kennzeichen "5 MBP" haben, gibt es gute Neuigkeiten, denn der Espada wird vor dem Schrott bewahrt und soll noch 2021 versteigert werden.