Mercedes 300 SL (W 198): Scheunenfund
Millionenschwerer Fund: 300 SL stand 30 Jahre auf einer Plantage

Exklusiver geht es kaum: In Portugal tauchte nach 30 Jahren einer von nur 1400 Mercedes 300 SL wieder auf. Die Geschichte hinter dem Flügeltürer!
Bild: HK-Engineering
Scheunenfunde gibt es immer wieder, und nicht selten kommen so verloren geglaubte Schätze wieder ans Tageslicht. Doch selbst unter diesen Funden glänzen einige besonders stark – zumindest metaphorisch.
So wurde kürzlich ein Mercedes 300 SL Coupé nach 30 Jahren Stillstand wiedergefunden. Der Name ist jedoch das einzig Schillernde an diesem Oldtimer. Der Flügeltürer ist nicht nur völlig verdreckt und verstaubt – er stand sogar nur in Einzelteilen in der Garage!
Karosserie hier, Fahrgestell dort, dazu Kisten mit Teilen. Der Vater des heutigen Besitzers hatte den Wagen einst gekauft und wollte ihn restaurieren lassen. Am Ende blieb es aber bei diesem Plan. Der Aufwand war groß, die Kosten vermutlich hoch. Also wurde aus dem Traumprojekt ein Stillstand von rund 30 Jahren.

In Portugal tauchte nach 30 Jahren einer von nur 1400 Mercedes 300 SL wieder auf.
Bild: HK-Engineering
Doch jetzt soll der legendäre Mercedes wieder zurück auf die Straße. Dafür wurde HK-Engineering aus Polling (Bayern) eingeschaltet, ein Spezialist für den 300 SL. Das Team reiste nach Portugal, um sich den Wagen anzusehen und die Bergung vorzubereiten.
Schnell war klar: Trotz der langen Standzeit handelt es sich nicht um irgendein Teilelager. Die Geschichte des Autos ist dokumentiert, originale Unterlagen sind vorhanden, die Auslieferungskonfiguration ist bekannt. Und die liest sich ziemlich edel: Silbergraumetallic außen, dunkelblaues Leder innen, dazu Zentralverschlussfelgen. Genau so wurde der Flügeltürer einst ausgeliefert.
Bergung mittels eines Korkbaums
Die Bergung gestaltete sich jedoch ziemlich knifflig! Weil Karosserie und Chassis getrennt voneinander lagerten, musste der 300 SL vor dem Transport wieder provisorisch zusammengesetzt werden. Eine Hebebühne gab es auf der Plantage natürlich nicht. Also half, was vor Ort stand: ein kräftiger Korkbaum.
Und am Ende gelang die Aktion! Der Mercedes wurde verladen und nach Bayern gebracht. Dort wartet nun die eigentliche Arbeit: Aus dem zerlegten Fund soll wieder ein fahrbereiter Flügeltürer werden. Schließlich wurden von dem besonderen Oldtimer einst bloß 1400 Exemplare gebaut – da sollte alles probiert werden, um möglichst viele zu retten!
Im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt ist ein Flügeltürer aktuell gar nicht zu finden. Dafür eines der 1858 Cabriolets – für knapp 1,4 Millionen Euro.
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