Opel Ascona B 400 Rallye (1981)

Opel Ascona B 400 Rallye (1981)

Opel Ascona B 400 Rallye (1981): Röhrl, Test, Motor

Klassiker des Tages: Opel Ascona B 400

1982 wurde Walter Röhrl mit dem Opel Ascona B 400 Rallye-Weltmeister. 37 Jahre später durfte AUTO BILD eine Runde im originalen Trainingsauto drehen!
Überrollkäfig, Sportlenkrad mit 360 Millimeter Durchmesser, Recaro-Sitze mit Fünfpunktgurten, Motorhaube mit Schnellverschlüssen und vieles mehr: Dieser Fahrzeugschein hat zwei komplett gefüllte Seiten! Dabei dreht es sich aber nicht um das neueste Tuningprojekt im Fast-and-Furious-Style, sondern um eine echte Rallye-Legende mit Straßenzulassung. Opel Ascona B 400 – dieser Name ist nicht nur für Opel-Fans etwas ganz Besonderes. 1982 hatte Walter Röhrl gemeinsam mit Co-Pilot Christian Geistdörfer die Rallye-Weltmeisterschaft in diesem legendären Opel gewonnen. Zugegeben, nicht in genau diesem Exemplar – der hier ist immerhin ein Trainingsfahrzeug von Opel Classic, das dem Original zumindest optisch bis ins letzte Detail gleicht. Weiße Ronal-Felgen, Rothmans-Dekor, Schmutzfänger und die Namen Röhrl/Geistdörfer inklusive Blutgruppen auf den Kotflügeln. 37 Jahre nach dem Titelgewinn setzt sich AUTO BILD hinters Steuer des Trainingswagens und fährt ein paar Kilometer! Wer den Opel Ascona B 400 selber erleben will, der kann das aktuell bei der Bodensee Klassik von AUTO BILD KLASSIK.

Das Cockpit wurde oft benutzt

Die einen nennen es Patina, die anderen sagen abgerockt: Das Cockpit wurde oft benutzt.

Das Cockpit ist spartanisch ausgestattet und wurde oft benutzt. Die einen nennen es Patina, die anderen sagen abgerockt. Einsteigen ist trotz Überrollkäfig kein Problem. Der Fahrersitz ist vergleichsweise hoch positioniert. Das liegt daran, dass Joachim "Jockel" Winkelhock der Letzte war, der diesen Ascona B 400 artgerecht bewegt hat. Heute sind wir dran, aber minus dem Wort artgerecht! Die Sabelt-Fünfpunktgurte festziehen, Zündung an und den Startknopf drücken. Der 2,4-Liter-Vierzylinder springt sofort an und verfällt in einen etwas unrunden Leerlauf. Zwei, drei kräftige Gasstöße später läuft er etwas ruhiger. Jetzt kommt allerdings die einzige Enttäuschung an diesem Tag: Unter der Haube sitzt zwar der 2,4-Liter-16V, allerdings hat das Trainingsauto einen Serienmotor von der Stange. Bedeutet: 144 PS statt zwischen 240 und 280 PS im Renntrimm. Da es heute aber nicht um Bestzeiten und ums Driften geht, ist das zu verkraften.

Der erste Gang ist unten links

Ohne Servolenkung und mit 305er Reifen nimmt der Ascona B 400 Kurven erstaunlich gut und präzise.

Der Ascona B 400 hat Hinterradantrieb und ein Getrag-Fünfganggetriebe mit sogenanntem "Dogleg". Der erste Gang ist unten links, damit die Gänge zwei bis fünf schneller durchgerissen werden können. Auch der BMW M3 E30 und der Mercedes 190 2.5 16V hatten später ein solches Getriebe. Beim Ascona ist das Pedalgefühl der Kupplung extrem hart, zudem greift sie erst auf den letzten Zentimetern. Noch gewöhnungsbedürftiger ist die servolose Lenkung, die in Kombination mit den breiten Reifen (8 und 10x15-Zoll) im Stand keinen Spaß macht. Erst mal in Fahrt, lässt sich der Ascona aber erstaunlich direkt durch die Kurven lenken. Was gleich auffällt: Dieser Opel ist nicht zum Langsamfahren gebaut! Je höher die Drehzahl, desto flüssiger und spaßiger lässt sich der Ascona bewegen. Leider geht es heute nicht über den dritten Gang hinaus, und auch die Handbremse wird maximal zum Einparken benutzt. Dafür klingt der Vierzylinder-Sauger auch bei niedrigen Geschwindigkeiten richtig amtlich. Vor allem bei Gaswegnahme sprotzelt der Ascona schön – wohlgemerkt echte Fehlzündungen und kein einprogrammierter Sound.

Der Ascona B 400 macht viel Spaß

Dieser Ascona ist ein ganz besonderes Auto, das ganz besonders viel Spaß macht.

Im Innenraum ist es trotz offenem Fenster heiß, der Geräuschpegel ist hoch. Der Motorsound vermischt sich mit Getriebeheulen und Knarzgeräuschen aus dem Armaturenbrett. Zur Kamera sprechen, das bedeutet im Ascona B 400: Schreien! Klingt hart, aber genau das erwarten wir von einem Rallyeauto. Trotz nur 144 PS und gemäßigtem Tempo merkt man, dass der Ascona ein ganz besonderes Auto ist, das ganz besonders viel Spaß macht. Leider ist auch diese Testfahrt viel zu kurz und zu langsam. Gerne würden wir den Vierzylinder bis über 6000 U/min drehen, ihn vor der Kurve anstellen und quer durch die Kurve treiben. Das übernehmen vom 2. bis 4. Mai 2019 die Opel Classic-Leute auf der AUTO BILD Bodensee Klassik-Rallye – vielleicht.

Opel Ascona B 400 Rallye (1981)

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