Ratgeber: Stahlfelgen selbst restaurieren
Grau war gestern: So bringen Sie Ihre Stahlfelgen wieder zum Strahlen

– Stahlfelgen sind extrem robust. Ein bisschen Rost kann ihnen nichts anhaben, stört aber die Optik. AUTO BILD zeigt, wie diese Teile für kleines Geld wieder schön aussehen!
Bild: Ralf Timm / Auto Bild
Alte Stahlfelgen sind oft wie trübe Wintertage. Grau in grau und nichts, was das Auge erfreut. Zumindest an den Felgen lässt sich was machen. Die meisten Klassiker haben Stahlfelgen. Sie sind optisch in der Regel eher schlicht, aber dafür deutlich robuster als vergleichbare Alufelgen. Auch wenn Stahlfelgen als nahezu unverwüstlich gelten – rosten können sie trotzdem.
Im Laufe eines langen Autolebens können Steinschlag, Bremsstaub, Streusalz, Schmutz und Feuchtigkeit dem Felgenlack schaden und mehr oder weniger große Roststellen verursachen. Die meist nur oberflächliche Korrosion hat zwar keinen Einfluss auf die Funktion, dafür aber auf die Optik, die den ganzen Oldie mit runterzieht.

Vor dem Abschleifen das Ventil abkleben, damit es keinen Schaden nimmt und keine Farbe abbekommt.
Bild: Ralf Timm / Auto Bild
Wer seine Felgen dann vom Profi sandstrahlen und lackieren lässt, dürfte langfristig Ruhe haben. Er muss aber auch mindestens 600 Euro anlegen. Wenn der Profi dafür die Reifen abnimmt und anschließend wieder aufzieht und auswuchtet, kommen noch etwa 80 Euro drauf. Wer sich für Pulverbeschichtung statt Lackierung entscheidet, der zahlt etwa 340 Euro für einen Satz 14-Zoll-Felgen.

Zweimal Felgensilber, Grundierung, Klarlack, Silikonentferner, Malerkrepp, Abdeckplane, Schleifpapier, Handschuhe und Schutzmaske summieren sich auf 49,68 Euro.
Bild: Ralf Timm / Auto Bild
Deutlich günstiger wird die Felgensanierung im Do-it-yourself-Verfahren. Räder abnehmen, die Felgen reinigen und entrosten, anschleifen, grundieren und lackieren kann ja nicht so schwer sein, oder? Die Materialkosten liegen für Selbermacher bei etwa 50 Euro. Klar, dass eine Lackierung aus der Spraydose qualitativ nicht mit einer Profilackierung mithalten kann. Aber reicht sie nicht vielleicht doch bei einem Auto, das im Jahr nur etwa 1000 Kilometer fährt? Wir probieren es aus und bearbeiten die Felgen eines Fiat 2300.

Nach dem Schleifen den Staub entfernen und die Felge mit Silikonentferner reinigen, danach exakt am Felgenbett abkleben.
Bild: Ralf Timm / Auto Bild
Das Material ist schnell besorgt. Schleifpapier, Kreppband zum Abkleben, Silikonentferner zum Reinigen vor dem Grundieren sowie die Grundierung, den silbernen Lack und Klarlack gibt es in jedem guten Baumarkt oder in diversen Onlineshops. Zum Abdecken der Reifen beim Lackieren nehmen wir alte Zeitungen. Haben die Felgen größere Roststellen, lohnt sich womöglich der Einsatz einer Drahtbürste oder von Rostentferner. Wichtig: Hier geht es nur um oberflächliche Arbeiten an den Felgen.
Stahlfelgen selbst restaurieren: Das Sparpotenzial ist groß
Bei starkem Rost oder Schäden an der Felge mit mehr als zwei Millimeter Materialverlust bitte unbedingt einen Profi zu Rate ziehen.

In mehreren Durchgängen die Felge lackieren, dabei die Position wechseln, um jede Stelle zu erreichen. Nach dem Trocknen des Silberlacks den Klarlack aufsprühen.
Bild: Ralf Timm / Auto Bild
Klar ist: Wer seine Felgen selbst aufhübscht, spart viel Geld, muss aber einiges an Zeit investieren. Gründliches Reinigen, Schleifen mit unterschiedlichen Körnungen und das Auftragen von Grundierung, Lack und Klarlack summiert sich auf gute acht Stunden Arbeit, Trockenzeiten nicht mitgerechnet.
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