Chevrolet Camaro RS
General Motors' selbstbewusste Antwort auf den Ford Mustang: der Chevrolet Camaro.
Nur wenige Autos schaffen es, ein halbes Jahrhundert lang Ikone zu sein. In diese Riege gehört  jetzt auch der Chevrolet Camaro, der seit 50 Jahren den Ford Mustang herausfordert und seitdem dessen ewiger Rivale ist. Das kam so: Nach dem kolossalen Erfolg des Ford Mustang Mitte der 60er musste GM handeln. Nach hektischer und kurzer Entwicklungsarbeit kam der 29. September 1966.  An dem Tag präsentierte General Motors der Welt und vor allem den Amerikanern den Chevrolet Camaro. Seit nun 50 Jahren begeistert er wie sein Erzrivale mit einem simplen Konzept: vier Sitze, zwei Türen, Motor vorne, Antrieb hinten. Das Pony-Car aus dem Hause GM war geboren. Im ersten Verkaufsjahr 1967 brachte Chevrolet exakt 220.906 Camaro an Mann und Frau. Die Motorenpalette reichte vom simplen Sechszylinder, der magere 140 PS mobilisierte, bis zum brachialen Top-Modell, das 1969 satte 425 PS auf die Hinterachse stemmte. Um viele Kunden zu gewinnen, bot die Optionen-Liste über 80 Möglichkeiten, den Camaro zu individualisieren. 

Generation sechs pumpt 649 PS aus acht Zylindern

Chevrolet Camaro RS
Der Camaro entfaltet keine Leistung, sie explodiert. Infernalisch. Sein Handling ist überraschend sportlich und präzise.
35 Jahre sollte es dauern, bis der Camaro 2002 das erste Mal das Zeitliche segnet, um dann, acht Jahre später, wie Phönix aus der Asche zu steigen. 2010 kam die fünfte Generation des Camaro auf den Markt. Mit einer neuen Design-Sprache, die stark an den ersten Camaro erinnerte, wollte Chevy dem Mustang erneut Paroli bieten. Und hatte damit Erfolg. Durch den Kinofilm "Transformers" stieg die Popularität des Camaro ins Grenzenlose. Transformer "Bumblebee", der in vier Teilen drei verschiedene Generationen des Camaro verkörperte, wurde absoluter Publikumsliebling. Mittlerweile dreht die sechste Generation mit bis zu 649 PS fröhlich ihre Runden und bietet mit einem Einstiegspreis von knapp 40.000 das beste Preis-/Leistungsverhältnis auf dem deutschen Markt. 

Camaro RS im Fahrbericht

Originale Camaro sind heute allerdings selten – da ist der Hubraum- und Leistungstrieb der US-Car-Fans vor. 6,5 Liter große Small Blocks unter der Haube, wie es ihn bei GM von der Stange gab. Ausgerüstet mit den gängigen Goodies wie Alu-Zylinderköpfen und Edelbrock-Ansaugspinne macht dieser Motor auch heute noch gewaltig Dampf. Das Drehmoment des Langhubers fällt mit der Schlagkraft eines Profi-Boxers über die Dreistufenautomatik her, die Beschleunigung drückt die Insassen tief in die von Seitenhalt völlig freien Sessel. Der Sportauspuff inszeniert dazu NASCAR-Musik – ein solcher Camaro ist kein gemütlicher Cruiser, sondern fast ein Drag Racer, gemacht für Beschleunigungsrennen. Und dank des straffen Fahrwerks lässt er sich trotz blattgefederter Starrachse präzise und schnell um die Ecken bewegen. Die Motorenpalette reichte im Modelljahr 1969, aus dem das Foto-Exemplar stammt, vom biederen Sechszylinder bis zum 6,5 Liter großen V8 aus der Mark-IV-Big-Block-Serie. Die goldene Mitte bildete der legendäre Small-Block-V8 mit maximal 5,7 Liter Hubraum.

Von

Götz Leyrer