Alfa Romeo 33 1.7: Test
Fast wie ein richtiger Alfa

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AUTO BILD Archiv-Artikel 7/1987: Für 21.680 Mark bietet der Alfa 33 1.7 mit 115 PS endlich wieder südländisches Temperament. AUTO BILD-Testredakteur Horst Vieselmann entdeckte sogar noch andere Qualitäten.
Ich geb's ja zu: Mein Herz schlägt für Alfa Romeo. Der Name. Die glanzvolle Historie. Die knallrote Farbe. Schon als kleiner Junge geriet ich beim Anblick eines Alfa in Verzückung. Aber in den letzten Jahren ging es Rapide abwärts. Kürzlich erst warf das Fiat-Imperium den Rettungsanker und übernahm die Aktienmehrheit der Traditionsmarke. Die Gründe des Niedergangs: verfehlte Modellpolitik und katastrophale Verarbeitungsmängel. Und was das Schlimmste war: Alfa Romeo büßte immer mehr das sportliche Image ein. So sprangen auch die treuesten Fans ab. Besserung ist angesagt: Denn der neue Alfa 33 1.7 hat wieder etwas von seinen erfolgreichen Ahnen geerbt: den Charme des temperamentvollen Südländers nämlich.
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Dabei ist der 33 1.7 mit der Zusatzbezeichnung Quadrifoglio Verde (grünes Kleeblatt) gar kein neues Auto. Selbst der Vierzylinder-Boxermotor ist altbekannt, stammt aus dem schon seit 1971 gebauten Alfasud. Der Hubraum wurde von 1500 auf 1700 Kubikzentimeter vergrößert. Die Leistung stieg damit um zehn auf jetzt 115 PS. Doch das reicht: Es macht wieder Spaß, dem Alfa die Sporen zu geben. Der Boxermotor klingt kernig, fast aggressiv. Er beeindruckt mich durch seinen spontanen Antritt, seine Drehfreudigkeit, vor allem aber durch seine hervorragende Laufkultur. Speziell in dieser 1,7-Liter-Version macht der Boxer eine hervorragende Figur, denn mit der Hubraumvergrößerung wuchs neben der Spitzenleistung vor allem auch die Durchzugskraft im unteren Drehzahlbereich.
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Den Sprint von 60 bis 100 km/h im fünften Gang erledigt der 1700er gut zwei Sekunden schneller als der alte 1.5 TI, nämlich in 13,6 Sekunden. Und mit 196 km/h gehört er zu den ganz Schnellen im Lande. Auch darüber hinaus gibt's keinen Grund zu klagen: Morgendliche Kaltstarts bei minus zehn Grad machen dem spritzigen Südländer nicht das geringste aus. Zumindest der Testwagen sprang immer auf Anhieb an und lief nach kürzester Zeit auch ohne Choke mit etwa 800 Umdrehungen im Leerlauf. Die Fünfgangschaltung könnte etwas leichtgängiger sein. Der Motor ist Spitze: drehfreudig und laufruhig. Mein spontaner Eindruck, als ich mich zum ersten Mal in den neuen 33er setzte: Alle Achtung, da hat sich in puncto Verarbeitung und Detaillösungen doch einiges getan.
Kritik im Detail
Jeder Bedienungshebel liegt jetzt gut im Griff. Ein paar Kritikpunkte aber gibt es weiterhin: Das höhenverstellbare Lederlenkrad zum Beispiel verdeckt in der oberen Position die Schalter am Armaturenbrett. Die Sitzposition ist Alfa-typisch und speziell für große Fahrer auf die Dauer etwas ermüdend: Wenn die Arme schon ausgestreckt sind, bleiben die Beine noch zu stark abgewinkelt. Und im Fußraum des Fahrers geht's wegen der Radausbuchtung sehr eng zu. Dafür ist die Ausstattung überaus reichhaltig. Sie umfasst unter anderem eine Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorn und eine geteilt umlegbare Rücksitzlehne.
Keine Klapperkiste mehr
Sicher, an die Solidität eines VW Golf kommt der flotte 33er noch lange nicht heran. Dennoch präsentierte sich der Testwagen in stabiler Verfassung: Da klapperte selbst auf übelster Wegstrecke nichts, und da fiel auch nichts ab. Und das will in Anbetracht des zwar sicheren, aber unnötig hart abgestimmten Fahrwerks wirklich etwas heißen. Bleibt zu hoffen, dass die Italiener dem jüngsten Sportler schnell etwas mehr Fahrkomfort anerziehen. Denn ganz können darauf selbst eingeschworene Alfa-Fans auf Dauer nicht verzichten.
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