Audi V8 wieder aufgebaut

Audi V8: Nach Sturmschaden wieder aufgebaut

Auf das Dach dieses Audi stürzte ein Baum

Als ein Baum den Audi V8 von Jan Krak zerstört, stirbt ein Traum. Doch er baut den Achtzylinder wieder auf, schenkt ihm ein zweites Leben. Das Resultat ist beeindruckend!
Am 29. August 2016 erwischt es den Audi V8 von Jan Krak im Sturm. Auf der Landstraße von Wiershop nach Geesthacht (südöstlich von Hamburg) knallt ein umstürzender Baum aufs Dach des Audi. Mittig, der Länge nach. Ein großer Ast bohrt sich durch die Windschutzscheibe, hätte einen Beifahrer schlimm getroffen. Regen rinnt durchs Fenster. Der 35-Jährige selbst ist bis auf ein paar Kratzer unverletzt, doch sein Traumwagen ist zerstört. Noch am Unfallabend transportiert er ihn in die Halle eines Freundes, wo er fünf Monate unbeachtet steht. Krak traut sich nicht, ihn so zu sehen. Als der Freund Platz braucht, kommt der Wagen unter Kraks Wohnhaus. Der Teppich ist da immer noch nass, die feuchte Tiefgaragenluft erledigt den Rest: Türverkleidungen und Ledersitze beginnen zu schimmeln, das ge­samte Interieur überzieht ein grau-weiße Schleier. Das Ende des Autos?

Traumauto nach Kauf selbst repariert

Die Ledersitze im Audi-Wrack wurden vom Schimmel befreit, der Himmel wurde neu bezogen.

Der Audi steht erstmal, bis Krak ei­nen Entschluss fasst. So wie damals, als er sich vornahm, eines Tages sein Traum­auto zu kaufen, das 1988 auf den Markt kam: den Audi V8, die erste Oberklasse-Limousine des Ingolstädter Autobauers, ent­standen auf Basis des Audi 100. Der Audi V8 war "die erste Runde" für den Audi A8, er erhielt die Bezeichnung D1. Gut 20 Jahre nach dessen Markteinführung kaufte Berufskraft­fahrer Krak tatsächlich einen Audi V8, Erstzulassung Oktober 1988. 3,6 Liter Hubraum, platinfarbenes Le­der, mit Tauschmotor, Tauschgetriebe und neuem Hinterachs­differenzial. Hingebungsvoll reparierte er die Allradlimousine, ersetzte Radlager, Achsmanschetten, Sturzstreben und Lenk­getriebe, bereitete alles vor für die Hauptuntersuchung, zu der es der Wagen nicht mehr schaffte.

Wiederaufbau in Werkstatt unbezahlbar

Das Problem nach dem Crash: Die Limousine ist nur haftpflichtversichert, ein Wie­deraufbau in einer Werkstatt un­bezahlbar. Einen neuen Audi V8 kann sich Krak auch nicht leisten. Also beschließt er, das Wrack wiederaufzubauen. Motorhaube, Schlossträger und Dach sind zerstört, Front-, Fahrer- und Heckscheibe zerborsten, die Dom­strebe auf der Beifahrerseite ist gerissen. Krak gleicht ab, welche Teile er von einem Unfall-Audi benutzen kann, den er zufällig noch vor seiner Sturmfahrt für vier Kisten Krombacher bekommen hatte. Und siehe da: Vieles kann er von einem ins andere Auto umbauen.

Alles kommt raus, dann wird geschnitten

Alles kommt raus, auch das das sanft geschwungene Armaturenbrett.

Das Projekt "Wiederauferste­hung" beginnt am 20. Dezember 2017. Alles kommt raus: die platinfarbenen Sitze, die breite Mittel­konsole, das sanft geschwungene Armaturenbrett, Türverkleidungen, Säulenabdeckungen, Himmel und Teppich. Dann trennt er die geklebten Scheiben raus, mit einem hydraulischen Wa­genheber für Lkw drückt er das zerbeulte Dach nach oben, schneidet, rechts und links jeweils in der Sicke, vorn und hinten genau oberhalb des Scheibenrahmens. Beim Spenderdach schneidet er großzügiger, bohrt Löcher in die Überhänge, damit er punktschweißen kann.

Zwei Tage Schweißen am V8

Allein die Schweißarbeiten dauern etwa zwei Tage. Doch das Schlimmste ist überstanden. Während eine Freun­din die fertig geschweißte Karosse in der Originalfarbe Satinschwarz lackiert, arbeitet Krak die Kunststoffteile auf, befreit die Ledersitze vom Schimmel und bezieht den Himmel neu. Insgesamt braucht Krak 546 Arbeitsstunden, dann besteht der Audi die Hauptunter­suchung ohne Mängel. Nur eine leichte Welle im Scheibenrahmen erinnert noch an den Sturm. "Und ich finde immer noch Scherben im Auto", sagt Jan lachend. Aber er hat sein Traumauto aus Kindertagen am Leben erhalten.

Audi V8 wieder aufgebaut

Autor: Margret Meincken

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