Bodensee-Klassik 2012: 4. und 5. Etappe
Die Schnauferl-Doktoren

Eine schleifende Bremse am Benz, ein Plattfuß am Austin oder ein Tuch zum Trockenlegen des Land Rover-Cockpits: Die Rallye-Mechaniker des AvD sind immer zur Stelle. autobild.de hat sie am dritten BKL-Tag begleitet.
Bregenz kurz vor neun Uhr morgens auf dem Platz vor dem Festspielhaus. Es regnet in Strömen. Die ersten Autos sammeln sich zum Start der vierten Etappe unter der Seetribüne. Motoren heulen auf, es wird hin- und herrangiert, wetterfeste Kleindung angelegt. Ein paar Schritte weiter: die Mechaniker vom AvD. Angefordert vom Team Männel/Männel, weil die Bremse an ihrem Mercedes 560 SL (Startnummer 133) schleift. Das SL-Duo will den letzten Tag der BKL auf keinen Fall verpassen, Fahrer und Beifahrer sind nervös. Die AvD-Schrauber nicht. "Nach zwei Tagen Belastung sind solche Wehwehchen normal, speziell nach einer Tour in die Berge wie gestern", sagt Thomas Konopka, der Chef der Truppe. "Dann ist morgens immer ein bisschen mehr los". Wie auf Kommando klingelt sein Handy. Plattfuß am Healey mit der Nummer 35. Auch kein Problem.
Übersicht: Startzeiten und Ergebnisse
Video: Bodensee Klassik 2012
Tag 2
Auf einen Blick: Alle Fakten zur BKL
Charlotte Huy aus München war so glücklich, dass Norbert Schäfer vom AvD ihren kleinen Fiat 500 wieder hinbekam hat, dass sie am Samstagmorgen kurzerhand aus dem Auto stieg, zu Schäfer lief und ihm einen dicken Dankeschön-Schmatzer auf die Wange drückte. Das Schaufelrad in der Motorkühlung des Mini-Italieners hatte gleich am ersten Tag den Dienst quittiert. Schäfer wusste Rat (er hat das gleiche Modell zu Hause), schweißte das Schaufelrad und die Rallye konnte weitergehen. Manchmal braucht man aber auch einfach Glück. Der feuerrote MGB des Teams Wighardt/Wighardt aus Fulda verlor auf der vierten Etappe gleich hinter Bregenz den Deckel des Kühlwasserausgleichsbehälters. Der per Handy kontaktierte Spezialist musste überlegen. Ein zufällig im Werkstattwagen gefundener Mercedes-Kühlerdeckel passte und die Herren konnten weiter.
Und die beiden Tagesetappen am Samstag? Die waren vor allem verregnet. Aber für waschechte Rallyefahrer gehört es sich nicht, übers Wetter zu klagen. Wer offen fuhr, schützte sich mit dicken Fliegerbrillen, Ölzeug oder Wachsjacken. Auf der vierten Etappe ging's ins Schwabenländle über Weinhänge, durch Nebelschwaden und Waldwege. Etappenziel war Bad Schussenried im Herzen Oberschwabens. Nach dem Lunch in der Schussenrieder Erlebnisbrauerei führte die fünfte und damit finale Etappe vorbei am Erwin Hymer Museum zur letzten Station, dem Automuseum von Fritz B. Busch in Wolfegg. Der Automobilschriftsteller wäre einen Tag vor dem Start der Bodensee-Klassik 90 Jahre alt geworden. Am gleichen Tag hätte Axel Springer seinen 100. Geburtstag gefeiert.
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