Bei Dieselmotoren scheiden sich die Geister. Die einen verdammen sie als laut, lahm und übelriechend, die anderen schwören auf die Zuverlässigkeit und die geringen Unterhaltskosten. Für Familien mit Sparsinn aber gibt es keinen Zwiespalt mehr. Ihr Motto heißt: Ein Mittelklasse-Diesel muss her. Denn nie waren die Selbstzünder sparsamer, leiser und schneller als heute. Und einen Steuerrabatt gibt's von Vater Staat noch obendrauf. Unsere Test-Kandidaten haben aber noch anderes gemeinsam: vier Türen, damit die ganze Familie bequem einsteigen kann, und einen großen Kofferraum fürs Urlaubsgepäck. Voilà, hier sind sie: BMW 324d, Mazda 626 GLX 2.0 D, Mercedes 190 D, Opel Ascona LS 1.6D, Renault 21 GTD und VW Passat CL mit Dieselmotor.
"Gut, wenn ein Diesel zwei Zylinder mehr hat", schreibt BMW in der Werbung. Doch was hat der Käufer von einem Sechszylinder-Diesel? In erster Linie Laufruhe. Da kommt kein anderer Diesel mit. Nur auf den ersten Metern meldet sich die kalte Maschine nagelnd zu Gehör. Danach ist ihr Sound ganz weich – fast wie bei einem Benziner. Dass auch der Diesel ein echter BMW-Motor ist, merkt man an der Charakteristik. Unter 3000/min ist die 86-PS-Maschine zwar nur wenig kräftiger als die Konkurrenz. Wer den 324d aber mit höheren Drehzahlen bewegt, fährt so flott wie mancher Benzinkollege, schneller als vergleichbare Diesel sowieso.
Dazu muss der Bayer jedoch oft geschaltet werden. Was Spaß macht, weil die serienmäßige Fünfgangschaltung vorbildlich leichtgängig ist. Der Mercedes muss serienmäßig mit vier Gängen auskommen. Ein Fünfganggetriebe kostet 798 Mark extra. Ein happiger Aufpreis für eine Schaltung, die nicht gerade zum häufigen Gangwechsel einlädt. Sie ist beim Wechsel vom zweiten in den dritten Gang hakelig. Der Motor des 190 D ist bewährt und laut Pannenstatistik sehr zuverlässig. Sein Temperament reicht aus, um im Verkehrsstrom mitzuschwimmen. Die Dieselmotoren von Mazda 626 und Renault 21 sorgen für eine angenehme Überraschung.