Viel Auto fürs Geld – das war bei Ford schon immer die Verkaufsstrategie. Am deutlichsten zeigte sich das bei den preiswerten Sechszylindermotoren der alten "Granada"-Baureihe. 1985 kostete ein Granada L mit 2,3-Liter-V6-Motor 22.725 Mark. Mit Erscheinen des Scorpio waren die Tage des "kleinen", aber durstigen Sechszylinders vorbei. Jetzt wollen die Kölner diese Spezialität mit dem gründlich überarbeiteten 2,4-Liter-V6 neu zum Leben erwecken. Im Prinzip blieb es bei dem alten V-Motorblock. Mit viel Feinarbeit wurde der Maschine mehr Durchzugskraft anerzogen.
Besonders stolz ist Ford auf die Mikroprozessor-Motorsteuerung EEC (Electronic-Engine-Control). Dieses kleine Bauteil sorgt für ein optimales Benzin-Luftgemisch, stellt den Motor je nach Außentemperatur, Drehzahl und Benzinbeschaffenheit passend ein. Ergebnis: mehr Leistung, abgesenkter Benzinverbrauch und eine gute Laufkultur. Genug der Theorie. Wie fährt sich der neue Ford-Sechszylinder? Auf den ersten Metern hatte ich das Gefühl, unter der Motorhaube haust gar keine neue Maschine, sondern der alte 2,8-Liter-V6. Der neue Motor hört sich nämlich fast genauso an. Das ist eigentlich auch kein Wunder.
Schließlich ist der 2,4-Liter ein Ableger des 2,8-Liters. Bei näherer Bekanntschaft fallen dann aber doch Unterschiede auf. Der kleine Sechszylinder ist einen Tick leiser und kultivierter. Ich spürte es besonders bei hohen Drehzahlen, wo er nicht so angestrengt wirkt. Im Alltag fiel der Motor jedoch durch eine andere Eigenschaft besonders positiv auf. Er ist enorm elastisch. Das heißt: Er kann schon knapp über Leerlaufdrehzahl ohne jedes Ruckeln beschleunigt werden. Das ist ein Vorteil für Leute, die gerne schaltfaul durch den Verkehr gleiten. Hatte ich erst einmal den vierten Gang im Stadtverkehr eingelegt, brauchte ich ihn so bald nicht mehr zu wechseln.