Ein ganz normaler Vergleich, dachte ich mir zunächst: Ford Scorpio 2.9i gegen Rover 825i. Zwei mit V6-Motor und üppiger Leistung, die in der gehobenen Klasse so tun, als wollten sie Mercedes und BMW endlich mal zeigen, was eine Harke ist. Und das für weniger Geld als die beiden Nobelmarken: für etwa 40.000 Mark. Mit dem "normalen Vergleich", das war allerdings so eine Sache. Die Testblätter für die beiden Kandidaten waren im Nu vollgeschrieben. Schneller als sonst. "Mörderischer Verbrauch" war dabei eine eher noch harmlose Bemerkung eines AUTO BILD-Redakteurs nach einer Testfahrt. "Der Motor ist eine Zumutung", meinte ein anderer.
Ein dritter gab den Rat: "Bitte gebt bei 3000 Touren mal Gas. Da passiert kaum etwas." Und so weiter und so fort. Rover und Scorpio bekamen fast zu gleichen Teilen ihr Fett weg. Ein Kollege hat sich wegen des beim Tanken ständig spuckenden Rover-Einfüllstutzens die Hose verdreckt, eine Kollegin ärgerte sich über den hakelnden Schlüssel des Scorpio. Aber auch Positives stand auf den Fahrtenbuchblättern. Als "superkomfortabel" wurde der Ford gelobt, dem Austin Rover wurde ein "freundlicher Innenraum" attestiert. Richtigen Zwiespalt gab's nur beim Aussehen des Engländers. "Schönes Auto", meinte einer.
Der nächste war damit nicht einverstanden und schrieb direkt darunter: "komisches Auto", was einen dritten zur Bemerkung "schön komisch" veranlasste. So werden bei AUTO BILD selbst nüchterne Testblätter lesenswert. Ja, was denn nun? dachte ich. Geschmack ist eine Sache. Beide verfügen über das, was man heutzutage eine moderne Auto-Architektur nennt: viel Glas, flache Front, kaum Karosserie-Schnörkel. Innen wird viel Platz geboten, wobei sich der Ford Scorpio natürlich dadurch auszeichnet, dass er eine Art Kombilimousine mit raffiniertem Fließheck ist. Vorteil: großer Kofferraum, umklappbare Sitze.