Heidi Hetzers Oldtimer-Weltreise
Heidi auf großer Fahrt

Heidi Hetzer ist mit ihrem Oldtimer auf Weltreise. Dabei musste sie schon einige Probleme meistern. Auf ihrem Blog können Sie das Abenteuer verfolgen!
- Jonathan Blum
Heidi Hetzer ist ein Original der Berliner Autoszene. Die ehemalige Besitzerin zweier Opel-Autohäuser und leidenschaftliche Rallye-Fahrerin befindet sich zur Zeit auf Weltreise. Doch nicht in irgendeinem Auto, sondern in einem Hudson "Great Eight" Coach von 1930. Die lebenslustige Mittsiebzigerin hat ihren Beifahrer inzwischen aber schon zweimal gewechselt. Und auch der dritte Sozius hat Probleme, ihr zu folgen: Wegen Visa-Schwierigkeiten saß er jüngst in Georgien fest, während Heidi und ihr "Hudo" schon die Grenze zum Iran überquerten. Zum Fotografieren und Bloggen kommt sie allerdings nicht so oft, dafür sind die Beifahrer zuständig. Die Erlebnisberichte finden Sie auf www.heidi-um-die-welt.com und den aktuellen Standort (via GPS) finden Sie hier.
Heidi Hetzer: Weltumrundung im Oldtimer

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Heidi Hetzer ist nach einem Monat in Deutschland wieder auf dem Weg nach Lima. Der Krebs sei weg, nun würde sie ihre Weltumrundung fortsetzen, schrieb sie an AUTO BILD. Bei der 78-Jährigen war vor einigen Wochen Krebs festgestellt worden. Hetzer musste daraufhin ihre Weltumrundung mit dem Hudson "Great Eight" Coach in Südamerika unterbrechen ...

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... und sich in Deutschland behandeln lassen. Der Hautkrebs und acht Lymphknoten wurden entfernt. "Nun ist alles gut", erklärte die Berlinerin nach der Operation auf Nachfrage von AUTO BILD und fügte hinzu: "Aber ich war, wie üblich, zu ungeduldig". Zwei Wochen später musste sie nochmals unters Messer, jetzt sei der Krebs aber tatsächlich besiegt.
Bild: Privat / AUTO BILD

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Dass Hetzer hart im Nehmen ist, bewies sie auch schon im September 2015: Beim Schrauben an Oldtimer "Hudo" hat Heidi Hetzer in Kanada das letzte Glied am kleinen Finger der rechten Hand eingebüßt. Ein Teil des Mittelfingers war auch abgetrennt, konnte aber wieder angenäht werden.
Bild: Werk

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Im August 2014 war Heidi Hetzer zu einer zweijährigen Oldtimer-Reise um die Welt aufgebrochen. Vor dem Berliner Olympiastadion posierte die Berliner Rallyefahrerin beim Start.
Bild: dpa

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Dort und vor einem Hotel am Kurfürstendamm verabschiedete sich die Lokalmatadorin von den Schaulustigen ihrer Heimatstadt.
Bild: dpa

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Mit Tränen in den Augen winkte die Ex-Opel-Händlerin vom Dach ihres 84 Jahre alten Wagens, einem Hudson "Great Eight" Coach den Menschen zu, ...
Bild: dpa

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... gab Autogramme und ließ sich mit einem Baby fotografieren.
Bild: dpa

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Mittags um 12 Uhr ging die Fahrt zusammen mit dem Reisefotografen Jordane Schönfelder am Kudamm los.
Bild: dpa

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Ihr erster Mitfahrer kam Heidi später abhanden, wie auch ein zweiter.
Bild: dpa

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Der 1930 in Detroit gebaute Hudson verursachte bei der Tour de Force um die Welt einige technisch bedingte Pausen. Hetzers Abenteuerreise ist inspiriert von der Rennfahrerin Clärenore Stinnes, ...
Bild: dpa

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... die in den 1920er-Jahren als erste Frau die Welt mit einem Auto umrundete. "Für ihre Autoreise rund um die Welt wünsche ich Heidi Hetzer und ihrem Beifahrer alles Gute", verabschiedete Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die Globetrotterin.
Bild: dpa

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Und hier das historische Vorbild, 2009 als Kinofilm "Fräulein Stinnes fährt um die Welt". Die abenteuerlustige Rennfahrerin erlebte in zwei Jahren, ...
Bild: Real Fiction Film

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... von 1927 bis 1929, am Steuer eines Adler Standard 6 jede Menge Pannen, glühende Hitze, eisige Kälte, fremde Völker und gähnende Langeweile. Im Sommer 1929 ...
Bild: Real Fiction Film

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... war die Expedition nach 48.000 gefahrenen Kilometern erfolgreich beendet. Clärenore Stinnes war berühmt geworden als die erste Frau, die mit einem Auto den Erdball umrundete. Die Tochter ...
Bild: Real Fiction Film

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... des Ruhr-Industriebarons Hugo Stinnes wuchs in Mülheim auf, machte schon mit 18 den Führerschein - ungewöhnlich für eine Frau im Jahr 1919 – und fuhr später erfolgreich Autorennen. Im verrückten ...
Bild: Real Fiction Film

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... Berlin der 1920er fiel sie auf durch rauen Charme und ihren wagemutigen Fahrstil. UFA-Regisseur Murnau traute ihr gar die Heldenrolle einer Jeanne D'Arc zu.
Bild: Real Fiction Film

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Doch sie zog es nicht ins Studio, sondern in die Wildnis: Mit 100.000 Reichsmark Sponsorengeldern, damals eine stolze Summe, sowie dem von den Adler Werken in Frankfurt am Main bereitgestellten, nagelneuen Sechszylinder startete sie gen Osten. Mit dabei ...
Bild: Real Fiction Film

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... warein Adler-Lastwagen samt zweier Mechaniker. Ein wichtiger Sponsor war die Firma Vacuum Oil, die entlang der gesamten Strecke Depots mit Brennstoff anlegte. Die Reifen stammten von Conti. Und Fräulein Stinnes hatte ...
Bild: Real Fiction Film

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... an alles gedacht: Eigens für die Tour hatte sie einen Kameramann angeheuert, den Schweden Carl-Axel Söderström. Als die Strapazen zunahmen und die beiden Mechaniker Reißaus nahmen, blieb der gemütliche Skandinavier treu an ihrer Seite.
Bild: Real Fiction Film

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"Fräulein Stinnes muss aus Stahl sein", notierte er irgendwo in Sibirien halb bewundernd, halb entsetzt in sein Tagebuch. Dort musste das Duo den Winter 1927/28 verbringen. Söderström und Stinnes ...
Bild: Real Fiction Film

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... blieb nichts erspart: schwere Krankheiten, Überfälle, zermürbende Grenzformalitäten, Hunger, Kälte, Hitze, und immer wieder Pannen. Wenn nichts mehr ging, mussten sie das Auto mit geeinten Kräften aus dem Schlamm ziehen.
Bild: Real Fiction Film

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Mitunter half nur, einheimische Hilfskräfte anzuheuern, die das Auto den Berg hinaufzogen. Denn passierbare Straßen gab es damals in vielen Ländern noch nicht. Autos waren noch eine Seltenheit, selbst im Deutschen Reich waren es gerade mal 5000 Stück. Und so stellte ...
Bild: Real Fiction Film

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... die Regisseurin Erica von Moeller die Szene nach. Der Geländewagen im Hintergrund wurde für den Dreh entfernt. Die meisten Szenen für den Dokumentar-Spielfilm entstanden in Marokko.
Bild: Real Fiction Film

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Bild: Real Fiction Film

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... als problematisch störanfällig, denn einer der Hauptdarsteller war eine echte Diva: Der Adler ging immer wieder kaputt und musste mühevoll instand gesetzt werden. Ganz wie vor 80 Jahren.
Bild: Real Fiction Film

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Szenenbildnerin Anina Diener (Foto) kann jede Menge schräge Stories erzählen. Hier "schminkt" sie den Oldtimer für den nächsten Wüstendreh. Damit es echt aussieht, wird kunstgerecht Staub und Schmiere aufgetragen. Fast so ...
Bild: Real Fiction Film

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... wie bei der ersten Begegnung mit dem Adler: Denn für die Dreharbeiten erwarb die Produktionsgesellschaft einen historischen Adler. Allerdings als Torso.
Bild: Real Fiction Film

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Das Auto war Jahrzehntelang vergraben gewesen, weil sein Cottbusser Eigentümer nach dem Krieg fürchtete, die Russen würden es requirieren. Die brandenburgische Erde hatte weniger Schaden angerichtet, als befürchtet: Der Motor sprang wieder an!
Bild: Real Fiction Film

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In der Rekordzeit von etwas über zwei Monaten wurde cer Adler restauriert. Inklusive der imposanten Kühlerfigur. Es handelt sich um einen Adler Favorit, den ein Vierzylinder-Reihenmotor antreibt. Knapp 12.000 Stück wurden gebaut.
Bild: Real Fiction Film

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Die Maschine hat einen Hubraum von knapp zwei Litern und leistet 35 PS. Das langt für etwa 80 km/h – auf der Straße. Der Verbrauch liegt jenseits der zwölf Liter.
Bild: Real Fiction Film

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Der restaurierte Adler durfte fast alles nacherleben, was seinem Vorgänger vor 80 Jahren passiert war und Fräulein Stinnes nebst Team damals den letzten Nerv geraubt hat.
Bild: Real Fiction Film

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In dem Film sind Originalszenen aus den filmischen Aufzeichnungen, den der Kameramann Carl-Axel Söderström damals produzierte, kunstvoll mit aktuellen Sequenzen gemischt. So wird die ganze Geschichte vom Aufbruch in Berlin bis ...
Bild: Real Fiction Film

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... zur ruhmreichen Rückkehr schlüssig nacherzählt. Für Stinnes und Söderström ging das Abenteuer in doppelter Hinsicht gut aus: Sie kamen im Sommer 1929 leicht abgemagert nach Europa zurück - zwischen den Kontinenten wurde der Adler aufs Schiff verfrachtet – , und ...
Bild: Real Fiction Film

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... nach kurzer Zeit ließ der Schwede sich von seiner damaligen Frau scheiden, um Fräulein Stinnes zu heiraten. Zwei Jahre durch dick und dünn hatten ihre Spuren hinterlassen. Stinnes zog nach Schweden zu Carl-Axel, die beiden führten bis zu ihren Tod eine unspektakuläre Ehe in Skandinavien.
Bild: Real Fiction Film

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Die drei noch lebenden Kinder des historischen Paares zeigten sich hochzufrieden mit dem Film. Während Clärenore kurz nach der Heimkehr das Buch "Im Auto durch zwei Welten" veröffentlichte, behielt Söderström seine Erinnerungen bis zu seinem Tod 1976 unter Verschluss.
Bild: Real Fiction Film

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Clärenore fand die vier Tagebücher mit teils deftigen Randbemerkungen ihres späteren Ehemannes erst drei Jahre später. Das Bild zeigt das Traum-Team nach der Rückkehr von der mutigen Expedition in einer europäischen Großstadt, vielleicht Berlin. Allerdings fuhren sie nun Cabriolet.
Bild: Real Fiction Film

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Doch: Wenn sie wollte, konnte Fräulein Stinnes auch ganz bürgerlich sein, mit Hut und Binder. Mehr noch ...
Bild: Real Fiction Film

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... müssen ihr Mütze und Schnürstiefel zugesagt haben. Hier kocht sie irgendwo in der Wüste.
Bild: Real Fiction Film

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Viele Menschen, die Stinnes und Söderström unterwegs trafen, hatten noch nie ein Auto gesehen. Hier machen sie die Bekanntschaft mit einem mongolischen Volksstamm.
Bild: Real Fiction Film

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Auf dem Weg durch Russland überquerte das Zweierteam den zugefrorenen Baikalsee. Auch diese Etappe war keine Spazierfahrt, einen Riesen-Riss im Eis konnte Stinnes nur mit Vollgas überspringen ...
Bild: Real Fiction Film

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Als das Team glücklich wieder in Europa eintraf, waren Tausende Fotos und viele Rollen Film belichtet. Aus allen Teilen der Welt hatten sie Trophäen mitgebracht und den Adler damit geschmückt. Schließlich diente das Reserverad als Reklameschild und Etappen-Plan.
Bild: Real Fiction Film
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