Honda Accord – Toyota Camry
Zieht Japan an Benz und BMW vorbei?

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AUTO BILD Archiv-Artikel 5/1987: Japaner kopierten lange nur europäische Hersteller. Mit aufwendiger Motoren-Technik setzten sie jetzt selber Maßstäbe. Gute Beispiele: Honda Accord EX 2.0i-16 und Toyota Camry GLi.
1967. In Deutschland regierte die große Koalition. Kiesinger war Bundeskanzler. Im Schatten dieser Ereignisse startete Honda – nur wenige werden sich erinnern – die Invasion japanischer Autos auf dem deutschen Markt. Dieses erste Auto aus Japan war der N 800, ein vielbelächelter Kleinstwagen. Erfolg war für die Japaner noch ein Fremdwort. Aber sie lernten schnell, kopierten geschickt, was die europäischen Hersteller vormachten. Ergebnis: Wagen wie der Toyota Corolla. Technisch noch einfach – aber zuverlässig. So eroberten sie mit billigen, gut ausgestatteten Klein- und Mittelklassewagen zunehmend mehr Marktanteile.
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Und wie stellt sich die Lage heute dar? Nur nachahmen reicht den Japanern längst nicht mehr – und die "billige Mittelklasse" auch nicht. Honda Deutschland sagt es deutlich: "Mit dem neuen Accord EX 2.0i-16 treten wir gegen den BMW 325i , den DB 190 E , den Saab 9000 Turbo an." Auch Toyota, japanischer Marktführer in Deutschland, schickt so ein Auto ins Rennen: den Camry GLi. AUTO BILD untersuchte, welche Erfolgsaussichten sie haben. Schon nach den ersten Kilometern im Honda Accord EX 2.0i-16 und Toyota Camry GLi wird mir klar: Hut ab – das ist sehr ordentlich, was die Japaner da auf die Räder gestellt haben.
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Unter dem eher biederen Blechkleid der Neulinge steckt eine geballte Ladung Technik: Vierzylindermotoren mit 16 Ventilen. Aus knapp zwei Litern Hubraum entwickelt der Honda-Motor stolze 137 PS, der Toyota 128 PS. Besonders die Honda-Maschine ist enorm agil. Bei jeder Drehzahl zeigt sie ordentlich ihre Muskeln. Da kann der Camry nicht ganz mithalten (siehe Messdaten). Freilich: Auch er ist ein flotter Bursche, der zu den Schnellen im Lande zahlt. Erfreulich ist die niedrige Geräuschkulisse in den Limousinen. Ihr Sound klingt etwas brummig, bleibt aber bis 5000/min recht leise. Nur auf der Autobahn erlaubt sich der Accord einen Ausrutscher: Ab 150 km/h veranstaltet der Fahrtwind ein wahres Pfeifkonzert an der Karosserie.
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