Auto-Karambolagen auf der Leinwand: sind sie packend, lustig oder empörend? Dazu haben zwei Redakteure von AUTO BILD KLASSIK zwei Meinungen. Pro und Kontra!
Bei Filmaufnahmen in Hollywood muss jede Menge Blech dran glauben: 93 Autos wurden für den ersten Film mit dem Titel "Gone in 60 Seconds" (1974) zerstört – bei Weitem kein Rekord: Laut carthrottle.com liegt "Die Blechpiraten" (deutscher Titel) damit nur auf Platz 9 der Weltrangliste. Platz 8: "Blues Brothers" mit 103 Autos. Die Macher brachen ihre eigene Marke mit "Blues Brothers 2000": 104 Autos (Platz 7). Platz 6: "G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra" mit 112, allerdings jungen und weniger begehrenswerten Autos, ähnlich wie bei Platz 5: "Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben" (132 Stück). Auf Platz 4 steht der verheißungsvolle Titel "The Junkman": Mehr als 150 Autos enden da als Schrott. Nichts im Vergleich zu den Top 3 – "Fast & Furious Five": 260. „Matrix Reloaded“: etwa 300. Und schließlich "Transformers 3": Hier wurden 532 Autos zu Müll transformiert. Allerdings sollen viele davon schon Wasserschäden gehabt haben. Was denken die Kollege bei AUTO BILD KLASSIK über das filmreife Crashen von Autos? Hier zwei Meinungen aus der Redaktion.
"Computergenerierte Action hat einfach keinen Charme"
Lukas Hambrecht mag es, wenn es richtig kracht.
Bild: Christian Bittmann
Mein Kollege wünscht sich computergenerierte Crashs. Er vergisst, dass viele Klassiker nur deshalb auf ihrem Sockel stehen, weil ein paar von ihnen für einen Kultstreifen zerstört wurden: "Boah, wie geil! Das ist doch der Charger aus 'The Fast & the Furious'." Außerdem sind Muscle und Pony Cars keine raren Exoten. Ford baute 1967 genau 472.121 Mustang, 53.651 davon als Fastback. Wie tragisch ist es, wenn in Hollywood ein Dutzend Zustand-4-Karren zu Shelbys ummodelliert und teilweise geschrottet werden? Virtuelle Action kann durch Größe und Wucht beeindrucken, bleibt aber immer unecht. Steve McQueen duldete am Set von "Le Mans" nur minimale Abweichungen vom üblichen Renntempo. Und nur für die gefährlichen Stunts für die zehnminütige Verfolgungsjagd in "Bullitt" gab er das Steuer des grünen Ford MustangGT 390 an Stuntfahrer Bud Edkins ab. Was er wohl zu computergenerierter Action gesagt hätte? Die ergibt Sinn, wenn Filmemacher physikalische Grenzen außer Kraft setzen wollen oder um für eine "Herr der Ringe"-Verfilmung 10.000 wütende Orks loszulassen. Aber nicht bei einer Verfolgungsjagd mit Autos. Da muss sich Blech verformen, da müssen Reifen qualmen, keine Pixel.
"Echten Auto-Freunden blutet das Herz"
Frank B. Meyer hält nichts von Zerstörung.
Bild: Kersten Weichbrodt
Liebe Regisseure, liebe Produzenten, das muss doch nicht sein. Heute nicht mehr. Mal ehrlich: Ihr könnt abendfüllende Filme in 4K-Auflösung rein digital erschaffen, ohne eine einzige Kamera zu benutzen, eure Special-Effects-Computer haben wahrscheinlich mehr Rechnerleistung als das Pentagon – aber sobald das Drehbuch einen Crash vorsieht, rückt ihr aus und dreht real. Und was fahrt ihr vor die Kamera? Echte Autos, wenn’s geht: Sportwagen und Oldtimer. Besonders häufig passiert das ausgerechnet für die Filme, die mit Spezialeffekten nur so protzen, wie "Matrix", "Fast & Furious" und "Transformers". Klar weiß ich, dass die meisten Crash-Autos ziemlich fertig sind. Ich kenne auch die 20/20-Regel: Solange die Karre bei 20 km/h aus 20 Meter Entfernung einigermaßen fit aussieht, ist sie gut genug für den Film. Aber erzählt mir nicht, dass jedes dieser Autos auch ohne Dreharbeiten sowieso in die Schrottpresse gerutscht wäre. Bei Oldtimern tut’s richtig weh. Was ihr Karre nennt, nennen wir Restaurierungsbasis. Oder wenigstens Teileträger. So etwas massenhaft zu zerstören, ist Ausdruck einer arroganten Wegwerfmentalität. Crasht die Autos bitte virtuell am Computer. Ihr könnt’s doch.
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Bilder: Oldtimer- und Youngtimer-Tuning
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Downsizing für Fortgeschrittene: zum Boulevard-Cruiser aufgerüsteter Mercedes-Benz W108. Der schicke Schlitten aus den 1960er-Jahren leistet 170 PS. Getunte Klassiker gibt es massig, ...
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... wir zeigen 40 Highlights. Show&Shine-Star: Dieser VW Transporter (T3) ist ein kompletter Eigenbau. Die martialische Optik gaukelt ordentlich Leistung vor. In Wahrheit sind gut 100 PS für die Längsdynamik zuständig.
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Die zivile Version des Opel Manta nennt sich Ascona. Der silberne Typ B lief 1977 vom Band und wird von einem modifizierten Zweiliter-16V-Turbo unter Dampf gesetzt. 1,5 bar Ladedruck stemmen 388 PS Richtung Antrieb.
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Kultblech allererster Güte: VW Scirocco von 1988. Das gestreckte Coupé im Tuning-Look leistet immerhin 95 PS.
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Den Derby III hat VW nie gebaut. Für extreme VW-Freunde der beste Grund, dies nachzuholen. Aus Teilen einer originalen Derby-Karosserie und Kotflügel sowie Stoßstangen vom Polo (86c) wird ein hübscher GT.
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Die schönste Form des Ur-Golf: 1er mit dezenter Tieferlegung, Sportfahrwerk und aufregenden Rädern. Der Clou: 450 PS unter der Haube lauern auf die nächste Ausfahrt.
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Klassiker-Tuning muss vor allem stimmig sein. Dieser BMW 5er erfüllt die Vorgabe mit Bestnote. Die Hinterräder werden von rund 195 PS animiert. Der Sechzylinder unter der Haube hat 2,7 Liter Hubraum.
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Die 3er-Baureihe E30 ist in der BMW-Szene unglaublich beliebt. Der Ruf hat aufgrund geschmackloser Tuning-Orgien leider sehr gelitten. Dieser 327i mit Turboaufladung leistet 290 PS und ist eins der hochwertigen Exemplare.
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Volles Show-Programm: Audi 50 von 1977. Der Motor leistet zwar per Doping erzeugte 150 PS, darf das aber nur noch ganz selten zeigen.
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Kantige Front, ausgestellte Kotflügel, vier Ringe im Kühler – Kenner wissen sofort, von wem die Rede ist: Audi quattro. Der Rallye-Klassiker von 1988 wird von einem 2,1-Liter-Fünfzylinder mit Turbolader befeuert.
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Türkisfarbener Oldie: VW Derby Baujahr 1978. Das kleine Coupé leistet solide 154 PS.
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VW Corrado VR6 – der lässt keinen VW-Tuner kalt. 221 PS legt der Reihen-Sechser in leichter V-Auslegung ans Gaspedal. Räder und Teile des Motors sind mit echtem Gold beschichtet.
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Dieser seltene VW Brasilia wurde von der XS-Bande aus Dresden aufgemotzt. Baujahr 1976. Unter der Haube knattert ein 1600er-Motor mit stehendem Gebläse. Außerdem: Candy-Lack und vier Schichten Klarlack.
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Opel hat den Kadett D zwischen 1979 bis 1984 vom Band laufen lassen. Stärkster Kadett war der GTE mit 1,8 Liter Hubraum und 115 PS. Geschüsselte Felgen und ein Käfig sind die Highlights dieses blauen Stücks.
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BMW E30 mit 2,5-Liter-Sechzylinder (M20) und 225 PS. Das aufgemotzte Coupé mit speziell gefrästen Felgen hat schon 23 Jahre auf dem Buckel.
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Klassisch, schlicht, cool: VW Golf II.
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Passend gemacht: VW Golf I "Erdbeerkörbchen" im Bi-Color-Look.
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Fast Dreiliter Hubraum entlocken diesem 123er satte 193 PS. Die Fuhre aus dem Jahr 1983 wurde mit kultigen BBS-Rädern und Niederquerschnitts-Schlappen auf Neuzeit getrimmt.
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Opel leistet sich beim Commodore B eine werksinterne Klüngelei mit dem Schwestermodell Rekord. Das hier gezeigte Commodore Coupé leistet dank Tuning 200PS+.
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Mit Frontspoilerlippe, Seitenschweller und Flaggendekor aufgemotzer Ford Escort von 1995.
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Großer Name: Ford Sierra RS Cosworth. Bis 1992 gebaut, ein jahr später vom Mondeo abgelöst. Die britische Motorenschmiede Cosworth flanschte einen Turbolader an und sorgte für Leistung bis 220 PS.
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1982 auf die Staße entlassen, 170 PS stark: Ford Capri. Der Tuning-Feinschliff brachte neuen Lack und Speichen-Alus ans Tageslicht.
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Giftgrün: Opel Ascona B mit Zwoliter-Turbo-Motor und Teile aus dem Porsche Ersatzteilregal. Biestige 300 PS kommen am Antrieb an.
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Viel Optik, magere Leistung: Das Renault 19 Cabrio von 1993 leistet 95 PS. Der R19 wurde ganze elf Jahre, von 1988 bis 1997, gebaut.
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1200er Käfer aus dem Jahr 1971. Das luftgekühlte Maschinchen stemmt 34 PS auf die Kurbelwelle. Technischer Zustand und Optik sind nicht mehr ganz original, aber top!
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Anfang der 1990er spürte dieser Ford Escort zum ersten Mal Asphalt unter den werksseitig montierten Trennscheiben. Ein findiger Fan hat breite Schlappen und Spoiler montiert.
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Die Kombi-Ausführung des ersten Opel Astra altert im Design nicht. Die Substanz muss für so einen Auftritt aber gehörig aufbereitet werden.
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Sportwagen mit Kultfaktor aus den späten 1980ern: Toyota Supra MK3 Turbo/Targa. 286 PS schieben den rund 1600 Kilo schweren Flachman an. Der Nachfolger ...
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... wurde zwischen 1993 und 2002 gebaut: Toyota Supra JZA80. Maximale Leistung waren 330 PS.
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GSI-Kult: Opel Kadett E mit runden Radlaufkanten hinten. Ein Vierzylinder-Sauger mit 16-Ventiltechnik leistet 150 PS bei rund 1000 Kilo Leergewicht.
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Opel Corsa A Baujahr 1989, zum Roadster umgebaut. Der 2,0-Liter-16V aus dem Kadett GSI leistet auch hier 150 PS.
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Opel zum Dritten: C-Coupé von 1976. Die 765 Kilo leichte Fuhre wird von 130 PS befeuert.
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Das Volkswagen-Konkurrenzprodukt zum Kadett GSI: VW Golf GTI 16V. Hier eine G60 Edition One in selten gutem Zustand.
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Noch ein IIer: GTI Baujahr 1987 mit Zweiliter-Audi-Motor. 129 PS bringen die Kante auf Touren.
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Edel-Oldie: VW Golf II in Retro-Optik. Das 83er-Modell wurde auf den großen 2,8-Liter-VR6 umgebaut.
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Opel Kadett D (1983) mit 16V-Maschine aus dem Vectra. 204 PS schieben den komplett auf Hochglanz polierten Rüsselsheimer an.
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Das originale Filmauto aus dem Hollywood-Blockbuster "Nur 60 Sekunden" mit Nicolas Cage. 1967er Ford Mustang Fastback mit 8,4 Liter Big Block und 520 PS. Das Auto wurde 2006 in Arizona (USA) restauriert. Fahrzeuge im Bestzustand werden für mehrere Hundertausend Euro gehandelt.
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Szene-Star und Award-Abräumer der letzten Jahre: Opel Rekord C Fastback. Im aufgemotzen 70er arbeitet ein 1,9 Liter großer Vierzylinder.
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Profi-Tuner Cargraphic machte diesen Porsche 964 Turbo frisch. Bis zu 381 PS leisteten die stärksten 911 dieser Zeit.
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Der IIIer Golf lief zwischen 1991 bis 1997 vom Band. Die größten Motoren hatten 2,9 Liter Hubraum. In der Szene sehr beliebt: der Rattenlook.
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34 Jahre hat die frühe S-Klasse (W116) bereits auf dem Buckel. Unter der Haube schlägt ein V8-AMG-Herz mit immer noch imponierenden 218 PS. Tuning: komplette Edelstahl-Sportabgasanlage.