Er war groß, aber er warf einen kurzen Schatten. Wer erinnert sich schon an den Jaguar 420G? Dabei spielten er und sein baugleicher Vorfahre Mk.X während der 60er-Jahre die Rolle des Topmodells. Flach war er, aber ausladend wie ein Amerikaner. Und solide wie die Tower Bridge. Die Konzeption für seine enorm dimensionierte Plattform hatten sich die Konstrukteure von den Afrika-erprobten Peugeot- Modellen abgeschaut, Hinterachse und der 4,2-Liter-Motor mit 265 SAE-PS stammten vom E-Type.
Jaguar 420G Baujahr 1966
Breite Hüften und ein geschwungene, niedrige Dach auf schmalen Säulen gehören zu den Kennzeichen eines 420G.
Bild: Charlie Magee
Das Holz im Innern reicht für ein Wohnzimmer, stilvolle Armaturen, Platz zum Räkeln. Reiner Luxus also. Dabei kostete das Riesenbaby in seiner Heimat weit weniger als ein Mercedes 300 SE. Doch der große Erfolg blieb ihm versagt. Vielleicht war er zu gewaltig, vielleicht nicht schön genug. Ein Genuss ist der Aufenthalt in ihm dennoch. Der 420G (G wie Grand) schwebt schnurrend des Weges, während die Automatik träge durch die Gänge schlurft und der Fahrer mit der gefühllosen Servolenkung leicht sägend den Kurs hält. Langsam ist er nicht, der Große, nur eben sehr entspannt.
Technische Daten Jaguar 420G

Motor: Reihensechszylinder • Hubraum: 4235 cm³ • kw (PS) bei U/min: 198 (265)/5400 • Beschleunigung 0-100 km/h: 10,9 s • Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h • Zeitwert (in Zustand 2, Stand 1/2010): 20.700 Euro.