Vor zwei kommt eins. So verwundert es nicht, dass der Vorgänger des populären Jaguar Mk. II nachträglich Mk. I getauft wurde. Offiziell hieß die kompakte Sportlimousine aber nur 2.4 Litre oder – wie die hier gezeigte Variante – 3.4 Litre. Und anders als sein Nachfolger blüht er heute im Verborgenen. Ungerecht, denn abgesehen von kleineren Fenstern und einigen technischen Details ist es das gleiche Auto. 1957, als der 3.4 Litre geboren wurde, war gegen das 210 PS starke Kraftpaket kein Kraut gewachsen – man musste schon in einem 300 SL sitzen, um den Jag auszubeschleunigen. Sicher, es waren amerikanische SAE-PS, aber kein Viertürer konnte mithalten.
Jaguar Mk. I 3.4 Litre Baujahr 1957
Der Entwurf der Karosserie stammt aus der Feder von Sir William Lyons.
Bild: Charlie Magee
Inzwischen wirken seine Muskeln natürlich nicht mehr so üppig, zumal, wenn die optionale Automatik mitmischt. Doch die Katze (vorn schon mit Scheibenbremsen) hat das Räubern nicht verlernt. Im schön schummrigen Cockpit ist dabei fleißiges Kurbeln angesagt, denn die Lenkung ist ebenso schwergängig wie indirekt. Aber dann regt er sich noch, der alte Sportgeist, der den kleinen Jag mit dem großen Herzen seinerzeit unschlagbar machte.
Technische Daten Mk. I 3.4 Litre
Motor: Reihensechszylinder • Hubraum: 3442 cm³ • kw (PS) bei U/min: 157 (210)/5500 • Beschleunigung 0-100 km/h: 9,9 s • Höchstgeschwindigkeit: 193 km/h • Zeitwert (in Zustand 2, Stand 1/2010): 37.000 Euro.