Der einstige Dienstwagen des Bremer Nachkriegs-Bürgermeisters Wilhelm Kaisen steht am 21.11.2014, kurz vor seiner offiziellen Übergabe an das Bremer Focke-Museum, vor dem Schuppen Eins in der Überseestadt von Bremen
Hinten rechts in der Heckflosse war der Lieblingsplatz von Bremens Bürgermeister Kaisen.
Bild: dpa
(dpa/mb) Ein automobiles Relikt der Bremer Politik findet nach jahrzehntelangen Irrwegen den Weg ins Museum. Am 31. Oktober 1962 war der schwarze Mercedes 220 S (W 111) zugelassen worden und diente Bremens erstem Nachkriegsbürgermeister Wilhelm Kaisen als Dienstauto. Jahrelang stand der Dienstwagen mit dem Kennzeichen HB- 3-4 von Bremens ersten Mann in einer Tiefgarage. Kaisen war von 1945 bis 1965 Präsident des Bremer Senats. Auf seinen Fahrten saß der Zigarrenraucher gern auf dem Beifahrersitz. Er starb 1979, sein alter Heckflossen-Benz findet aber einen dauerhaften Platz im Focke-Museum.
Die Modellseite zum W 111
Die Direktorin des Bremer Focke-Museums, von der Haar, präsentiert am 21.11.2014 vor dem Schuppen Eins in Bremen den Original-Fahrzeugbrief des einstigen Dienstwagens des Bremer Nachkriegs-Bürgermeisters Wilhelm Kaisen
Die Pappe beweist es: Dieser Benz war auf die Senatskanzlei Bremen zugelassen.
Bild: dpa
Erst vor gut fünf Jahren hatte ein Autosammler aus Bad Pyrmont den historischen Mercedes wiederbelebt, berichtete der "Weser Kurier". Der Optiker stellte den Wagen zu Jahresbeginn auf der Bremen Classic Motorshow aus. Dort entdeckte der Verein von Freunden des Focke-Museums das historisch wichtige Auto, umwarb Spender und kaufte den Bürgermeister-Benz für rund 25.000 Euro. Nun geht das Auto mit 94.000 Kilometern Laufleistung als Dauerleihgabe vom Freundeskreis-Automobil-Bremen und in dem Verein in die Ausstellung. Derzeit steht der Oldtimer im "Schuppen Eins - Zentrum für Automobilkultur und Mobilität" in der Bremer Überseestadt und kann dort besichtigt werden.