Die Karmann-Autosammlung in Osnabrück wird in ihrer jetzigen Form aufgelöst. VW will lediglich 79 Fahrzeuge übernehmen, die einen Bezug zum Konzern haben. An den restlichen 51 Autos aller Fabrikate besteht kein Interesse. Wolfsburg hatte Teile des insolventen Zulieferers übernommen und will die verkleinerte Sammlung in der ursprünglichen Ausstellungshalle auf dem Werksgelände belassen. Karmanns früherer Vorstandschef Rainer Thieme begrüßt zwar grundsätzlich Volkswagens Engagement, das viele Arbeitsplätze sichere, ist aber traurig darüber, dass die Sammlung insgesamt auseinandergerissen werde. Am früheren Erfolg des Cabrio-Spezialisten hätten auch "andere Marken als VW einen erheblichen Anteil gehabt", so Thieme. Die würden jetzt möglicherweise als Störfaktor verstanden.

In der Bildergalerie: Die VW-Modelle der Karmann-Sammlung

Der Insolvenzverwalter verzeichnet großes Interesse an den von VW verschmähten, im Paket angebotenen Klassikern. Gesamtwert: eine bis 1,5 Millionen Euro. Die Stadt Osnabrück kann diesen Betrag nicht aufbringen.

Fazit

von

Claudius Maintz
So ein Frevel! Keine Ausstellung beschreibt die Cabriobau-Geschichte besser als die Karmann-Sammlung. Dass VW sie zerreißt, ist unsouverän. Ganz anders im Wolfsburger Zeithaus: Hier sind Fremdfabrikate ausdrücklich erwünscht. Also runter mit der Markenbrille – auch in Osnabrück!