Marktübersicht Cabrios
Die Aufschneider

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AUTO BILD Archiv-Artikel 17/1987: Vom Mini bis zum Jaguar – fast alle Autos lassen sich heute nachträglich zum Cabrio umbauen. Ein neuer Berufszweig macht's möglich: die Aufschneider. Sie halten, was sie versprechen.
Steilen Sie sich das einmal vor: Da geht einer hin, nimmt Trennschleifer und Säge zur Hand und rasiert dem Jaguar XJS V12 einfach das Dach ab, einem Auto, das 86.800 Mark kostet. Das gibt's. Denn solch einschneidende Eingriffe ins teure Blechkleid sind nötig, um später Jaguar-fahren in der schönsten Form erleben zu können. Die Firma Arden in Kleve baut das XJS-Coupé zu einem echten Cabrio um. Da stört nicht einmal mehr ein Versteifungsbügel wie beim Werks-XJS-Cabrio. Dass unterm Blech große Veränderungen notwendig sind, um die Stabilität einigermaßen zu gewährleisten, zeigt schon der Preis: Die Umbauarbeiten allein schlagen mit 62.700 Mark zu Buche.
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Ein neues XJS-Cabrio von Arden kostet damit 149.500 Mark. Inbegriffen ist darin natürlich ein elektrohydraulisch betätigtes Verdeck. Gleichen Komfort bietet auch das Schulz-Cabrio auf Basis des Mercedes 190 E. Ein Knopfdruck genügt, und schon sitzen die Insassen im Freien. Wie der Schulz-Umbau zeigt, ist speziell der 190er optisch eines der schönsten Cabrios. Der Preis für die 190er-Enthauptung ist jedoch stattlich: 47.400 Mark. Ein originelles Cabrio stellt die Frankfurter Firma L & H auf die Räder: einen aufgeschnittenen Mini mit anknöpfbarem Dach. Als HLE-Cabrio mit 42-PS-Motor kostet der Flitzer 16.800 Mark.
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Die Dachkonstruktion ist solide, einfach zu handhaben und auch in der Waschanlage dicht. Das Dach flattert allerdings ein wenig bei höheren Geschwindigkeiten. Das von Hammond & Thiede gebaute Ascona-Cabrio (Umbau-Preis 12.600 Mark) ist nicht ganz so stabil wie das Original mit Blechdach, dafür aber um Klassen attraktiver. Öffnen und Schließen des Daches gehen kinderleicht. Das Cabrio von Eller auf Basis der letzten Mexiko-Käfer ist zwar nicht ganz so schön wie das Original-Käfer-Cabrio, aber man bekommt immerhin (noch) neuwertige Exemplare. Etwas mühsam: das Offnen und Schließen der Kapuze: Die Seitenscheiben müssen beim Dachaufbau gefühlvoll eingeführt werden. Qualitativ ist der Umbau (Preis 8460 Mark) in Ordnung.
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