Oldtimer mit rundem Geburtstag: Auto-Jubiläumsjahr 2014
Die Jubilare des Jahres 2014!
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Die Jubilare des vergangenen Jahres heißen VW Golf I, Bugatti Typ 57, Ferrari Testarossa und Ford Taunus 17M P5. Sie alle feierten 2014 ein rundes Jubiläum. Ein Rückblick.
Hat nicht das Zeug zum Klassiker – dachten viele 1974. 2014 wurde der Golf 1 schon 40!
Bild: Werk
Zahlreiche Klassiker feierten 2014 Geburtstag, etliche sogar einen runden. So wurde der VW Golf schon erstaunliche 40 Jahre alt. Wie sich die Sichtweise ändert: Lange Zeit dachten viele Oldtimer-Fans, der Golf könne nie zum Klassiker reifen. Der doch nicht. Der war doch immer das moderne, dynamische, das zeit- wie klassenlose Auto für Alle. Außerdem war der so häufig, der konnte doch gar nicht rar werden.
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Vergessene Helden der 80er-Jahre: Wo sind sie geblieben?
Vor einem halben Jahrhundert galoppierten die ersten Mustangs über US-Highways.
Bild: Heimbach
Und doch ist es passiert: Aus der Massenerscheinung Golf I ist ein schmalbrüstiger, grotesk kantiger Oldtimer geworden, der mit eher primitiver Stilistik – rechteckige Rückleuchten, kreisrunde Scheinwerfer, dazwischen kaum Sicken, keinerlei Schwulst, bloß klare Linien – im heutigen Straßenbild auffällt wie ein Mondkalb. Dazu kommt bei den frühen Baujahren meist noch eine plumpe Schreifarbe. Beim Einstieg begegnen wir kargem Hartplastik, einfachen Bedienelementen und einer unfassbar armseligen Ausstattung. Soviel zum Thema "zeit- wie klassenlos". Und was die Seltenheit betrifft: Wann ist Ihnen zuletzt ein Golf I im Straßenverkehr begegnet? Sehen Sie. Wir lernen: Doch, die Zeiten ändern sich.
Das Jahr der vielen Jubiläen
Baby-Benz als böser Benz: 185 PS machten den 190er 1984 zur ersten Sportlimousine mit Stern.
Bild: Roman Raetzke
Neben dem Golf feiert eine ganze Reihe von Autos 2014 ein rundes Jubiläum. In dem großen Autojahr kamen hinzu: Das BMW Coupé 850i, das ebenso vor 25 Jahren vorgestellt wurde wie der Mercedes SL W 129 und der Citroën XM. Schon 30 Jahre alt wurde der Ferrari Testarossa F512M, der Mercedes W 124 als Limousine, der Familien-Van Renault Espace, der heute so seltene Lancia Thema. Ebenfalls schon 30 Jahre ist der Audi 90, der VW Jetta II, der rasante Mercedes-Benz 190 E 2.3–16 und der Alfa Romeo 90. Erstmals in Europa tauchte 2014 der Jeep CherokeeXJ auf und der Mitsubishi Lancer als Stufenheckversion des Colt. Opel brachte den Golf-GTI-Jäger Kadett E GSi mit 115 PS heraus. Hier die Jubilare des Jahres 2014!
Vergessene Helden der 80er-Jahre: Wo sind sie geblieben?
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Wo sind sie geblieben? VW Passat und Fiat 131 parkten früher an jeder Ecke. Typen wie sie waren fester Bestandteil des Straßenbilds und machten Millionen mobil. Wer hat heute noch einen Renault 14? Die Helden von einst sind verschwunden. Dass keiner sie wollte, ist falsch. Es wollte sie nur keiner aufheben.
Bild: Sven Krieger
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VW Passat Variant, die ewige Arbeiterklasse: Arbeit, Frührente, Wiedergeburt. Es braucht viel Glück, um als Passat Variant der ersten Generation auf diese Weise alt zu werden.
Bild: Sven Krieger
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Held der Arbeit: Wo angepackt wurde, war der Passat Variant nicht weit. Wenn nix mehr ging, kam der Export.
Bild: Sven Krieger
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So viel Platz, so wenig Ausstattung: Der große, glattflächige Kofferraum wäre noch heute konkurrenzfähig.
Bild: Sven Krieger
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Holzfolie und Kunstleder sind der einzige Luxus.
Bild: Sven Krieger
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Weit vorn verliert sich der muntere 1,3-Liter-Vierzylinder im Bug des Passat B1.
Bild: Sven Krieger
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Auch diese Kombis sind verschwunden: Der VW 411/412 Variant machte einst das Familien und das Handwerk mobil. Das Kleingewerbe liebte und verschliss den Nasenbären.
Bild: Werk
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Opel Rekord E Caravan: Ein Kombi für alle und für immer. Bis zum Schluss.
Bild: Werk
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Ford Taunus TC Turnier: Erst kam der Rost, dann folgte oft der Transit nach Jugoslawien, es ging auf den Autoput. Dann war er weg.
Bild: Werk
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Japaner als braver Vernunftkauf: Schon früher war der Daihatsu Charmant eher selten. Aber immerhin: Er ist solider Durchschnitt. Und mit drei Jahrzehnten Abstand sogar ein bisschen charmant.
Bild: Holger Neu
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Er ist hier der Stellvertreter für all die Honda Civic, Mitsubishi Colt, Mazda 323, Toyota Corolla und Nissan Cherry, die früher massenhaft die Straße bevölkerten. Die solide Mobilität und viel Inhalt zum sympathischen Preis boten und sich so beim Volk beliebt machten. Die Japaner lieferten all das. Ausreichend Raum und Motor, von allem genug, von nichts zu viel.
Bild: Holger Neu
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Dazu gehören auch die solide, pflegeleichte Technik, Velourssitze, Holzimitat, Vollausstattung.
Bild: Holger Neu
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So machten die Japaner in den 80er-Jahren Sparfüchse unter den deutschen Autokäufern glücklich.
Bild: Holger Neu
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Doch Autos wie dieser Toyota Corolla sind verschwunden: Ein braver Golf-II-Konkurrent, leider nicht so langlebig.
Bild: Hersteller
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Mazda 626: Bockzuverlässige Mittelklasse. Am Ende ging’s nach Afrika.
Bild: Heiner Schuldt
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Bei Autos wie diesem Ford Escort Escort III Turnier gab es das vor 30 Jahren wirklich: So nackt und verarmt, dass an der einfachsten Version sogar die mittleren zwei Lüftungsdüsen im Hartplastik-Armaturenbrett eingespart wurden.
Bild: Thomas Ruddies
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Wer fuhr früher solche Autos? Mitarbeiter von Stadtwerken und Bundespost-Angestellte quälten sich oft in nackten Behörden-Versionen durch den Berufsalltag.
Bild: Thomas Ruddies
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Praktisch: Mit zwei Handgriffen ist die Bank hochgeklappt, die Lehne umgeworfen und der Kofferraum bereit fürs Kleingewerbe.
Bild: Thomas Ruddies
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Autodeutschland anno 1981, ganz unten an der Ausstattungsbasis. Tristes Plastik, keine Extras, sogar der Zigarettenanzünder fehlt.
Bild: Thomas Ruddies
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Vielerlei Grauzonen und einfachste Materialien betonen den Nutzfahrzeug-Charakter des Escort Turnier.
Bild: Thomas Ruddies
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Bis auf die mittlere Maschine mit 69 PS und den Heckwischer enthält der taubengraue Turnier nichts, was nicht unbedingt zum Fahren benötigt wird.
Bild: Thomas Ruddies
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Auch verschwunden: Der solide Peugeot 305 Break, über Jahre der Bestseller der Franzosen.
Bild: Hersteller
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Citroën GSA Break: Ein Kombi für Unangepasste. Nur der Rost war ordinär.
Bild: Hersteller
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Volvo 343: Der Ex-DAF schaffte es zeitlebens nicht, vom soliden Volvo-Image zu profitieren.
Bild: Hersteller
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Der etwas andere Kompakte von Renault: Fast eine Million R14 wurden gebaut – 999. 093, um genau zu sein. In Deutschland brachten die Franzosen ihren Kompakten Jahr für Jahr in deutlich fünfstelliger Zahl an Mann und Frau, ...
Bild: Uli Sonntag
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... damals, Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre. Und heute? Ganze drei sollen noch zugelassen sein. Dieser hier ist einer davon.
Bild: Uli Sonntag
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Die Insassen schmiegen sich in weiche, Sportlichkeit nur vortäuschende Velourssessel.
Bild: Uli Sonntag
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Sogar Sportlenkrad, Drehzahlmesser, Zentralverriegelung und E-Fenster hat er.
Bild: Uli Sonntag
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Wer den großen Kofferraum vollpackt, merkt schnell, wie die Gewichtsverteilung zwischen vorn und hinten aus dem Lot gerät.
Bild: Uli Sonntag
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Mehr Leistung und Luxus geht nicht: Im Renault 14 TS powert die Topmotorisierung, der 1,4-Liter-Vierzylinder mit 71 PS.
Bild: Uli Sonntag
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Auch verschwunden: Designer-Stücke in der Golf-Klasse wie dieser Fiat Ritmo, leider luschig konserviert.
Bild: Hersteller
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Talbot Horizon: Neue Größe mit alter Simca-Technik. 1986 war Schluss.
Bild: Hersteller
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Citroën BX: Reizvoll kantige Mittelklasse mit Stil und Charme – damals noch unentdeckt.
Bild: Hersteller
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Vergessene Limousinen wie dieser Fiat 131 Mirafiori CL: Seine strenge Form kuschelte sich nicht ins Herz.
Bild: Marcus Gloger
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Der schlichten Technik des 124-Nachfolgers fehlte jeder Reiz. Die Machart war sorglos.
Bild: Marcus Gloger
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1978 erhielt der Fiat 131 sein erstes Facelift. Schwarzes Plastik an den Stoßstangen und Scheinwerfer wie Glasbausteine unterscheiden die zweite Serie vom Urmodell.
Bild: Marcus Gloger
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Innen dominiert schlichter Kunststoff, immerhin ist das Lenkrad höhenverstellbar.
Bild: Marcus Gloger
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Rechte Winkel, überschaubare Technik: ein Auto wie ein Zollstock. Wer sinnliche Eleganz oder filigrane Triebwerkskunst sucht, ist beim handelsüblichen Fiat 131 falsch. Dafür gibt es viel 70er-Jahre-Charme. Die Basis ist so gut wie ausgestorben.
Bild: Marcus Gloger
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Auch verschwunden: Der Audi 90 als Audi 80 mit Pensionsanspruch blieb eine Episode im Programm der Ingolstädter.
Bild: Hersteller
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Renault 21: Der R21 fand seine Fahrer im Lager der Frankreich-Liebhaber. Unser Appell: Wenn Ihnen einer dieser vergessenen Alltagshelden der 70er und 80er-Jahre angeboten wird, erhalten Sie ihn!