ADAC Sachsenring Classic 2014
Die DDR-Rennwagen werden 2015 nur in Präsentationsläufen gewürdigt.
Bild: Werk
Bei der Sachsenring Classic 2015 (19. - 21. Juni) dürfen Trabi, Warburg & Co. nicht am Rennen teilnehmen. Stattdessen sollen sie dieses Jahr nur auf einer Präsentationsfahrt gewürdigt werden. Das bringt Stromhardt Kraft zum Schäumen. Der 72-Jährige ist Chef der HAIGO, der His­torischen Automobilsport Interessengemeinschaft Ostdeutschland, und derzeit wütend. Schließlich durften die Ost-Renner noch vergangenes Jahr in einer eigenen Klasse starten. Zu DDR-Zeiten war Kraft in Sachsen für viele ein Idol. Auch wenn der Rennfahrer es nie zum Weltmeister brachte, fuhr er doch trotz chronischen Geld- und Materialmangels diverse Siege auf zwei und vier Rädern ein.

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ADAC Sachsenring Classic 2014
Stromhardt Kraft (Chef der HAIGO): "Das ist Diskriminierung".
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Doch 2015 spielen die Ost-Autos im klassischen Rennsport nur noch eine untergeordnete Rolle – und dürfen daher beim Rennen nicht mitfahren, hat der Rennveranstalter, der ADAC, entschieden. Kraft wettert: "Das ist Diskriminierung!" Anders sieht es der Automobilclub: "Nein", kontert Michael Sachse von der Sportabteilung des ADAC Sachsen. "Wir wollen den Zuschau­ern Abwechslung und ein breiteres Feld an Fahrzeugen bieten." Tatsächlich ist die Artenvielfalt bei den West-Autos viel größer als bei den Autos ostdeutscher Herkunft. "Den Motorsport der damals sozialistischen Länder ehren wir mit einer Präsentationsfahrt."
Für Stromhardt Kraft kein Trost: "Ich will doch nicht die ganze Zeit einem Safety Car hinterhertuckern!" Die Fahrzeuge vereint gegeneinander antreten zu lassen, kommt dagegen nicht in Frage. Der Leistungsunterschied zwischen Ost-und Westautos ist einfach zu groß.