Oldtimer-Sammler
Im Reich der rostigen Raritäten

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AUTO BILD Archiv-Artikel 2/1987: Komischer Kauz oder einfach nur autoverrückt? Erich Förster hat in ganz Europa 150 Oldtimer und 300 antike Motorräder gesammelt, versteckt sie in einer verfallenen Meierei bei Hamburg.
Raritäten eines Jahrhunderts, Kostbarkeiten der Automobilgeschichte, Klassiker, nach denen sich jeder Liebhaber die Finger lecken würde – hier stehen sie, in einer stillgelegten Meierei in der Nähe Hamburgs. Hier stehen sie zwischen Unkraut und Spinnweben, unter Moos und Gerümpel. 150 Oldtimer, 300 antike Motorräder. Hier ein BMW 501, dort ein "Leukoplast-Bomber". Ein Ideal-Kraftrad von 1908, ein Opel, Baujahr 1925. Vom Rost zernagt, von der Natur überwuchert, Schrott. Oft lugt nur noch eine Schnauze aus dem aufgetürmten Unrat hervor. "So schütze ich meine Lieblinge vor den Menschen. Ich muss das tun, sonst würden sie mir alles stehlen."
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35 Jahre lang raffte Erich Förster seine "Lieblinge" in ganz Europa zusammen. Anfangs stellte er sie in einem kleinen Privatmuseum aus, aber mehr und mehr Kleinteile verschwanden in den Taschen der Besucher. Also verbarrikadierte Erich Förster sich und seine Oldies, nagelte Türen und Fenster zu. Jetzt lebt er zwischen dem Blech, ohne Strom und Wasser. Und führt einen Kleinkrieg gegen die Gemeinde. Aus "Umweltschutz-Gründen" hatte das Ordnungsamt schon einige Oldies abtransportieren lassen. Zwei Millionen Mark wurden für die rostige Pracht schon geboten, obwohl nur wenige Stücke gut erhalten sind. Ein 1914er DeDion Bouton Cabrio gehört dazu und ein Ford-T-Modell, in dem noch der Schlüssel steckt.
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Aber Geld interessiert den gebürtigen Budapester nicht, davon hat er genug. Ihn fasziniert nicht der Wert der Autos, sondern ihre Geschichten. Wie jene über den "Wanderer", Baujahr '39, den der Vorbesitzer im Garten einbetoniert hatte, um ihn vor der deutschen Wehrmacht zu retten. Förster: "Der war auch so ein Verrückter wie ich."
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