Rivalität hat auch ihr Gutes: Die Kontrahenten geben sich allergrößte Mühe, den Rivalen zu übertrumpfen. Im Falle der beiden erfolgreichsten deutschen Automobile, VW Golf und Opel Kadett profitiert der Autofahrer von diesem Kampf um die Käufergunst besonders. Die Autos werden immer besser, und trotzdem entschwindet der Preis nicht nach oben. Die Nummer 1 bei den Zulassungszahlen war bislang stets der Golf, dichtauf der ewige Zweite Opel Kadett. Lässt man die populären Diesel-Versionen unberücksichtigt. rückt der Kadett noch näher heran. Im Januar wurden vom Benzin-Kadett nur 247 Autos weniger zugelassen als vom Spitzenreiter Golf (10.304).
Und wie sieht der Unterschied auf der Straße aus? Kann sich der Golf dort auch behaupten, oder ist der Kadett das bessere Alltagsauto? Ich bin dieser Frage in einem ausführlichen Alltagstest nachgegangen. Die Testkandidaten: Der Golf mit 55 PS und der Kadett mit 60 PS, beide mit 1300 ccm Hubraum. Beide begnügen sich auch mit Normalbenzin, beide kosten 14.595 Mark. Erster Eindruck: Die Karosserie. Glatt, rundlich der Kadett, eckig und verwinkelt der Golf. Beim Wolfsburger Erfolgsmodell finde ich Vertrautes: Stoßstangen, runde Scheinwerfer, vorstehende Türgriff, Regenrinne. Anders der Kadett: große integrierte Stoßfänger, eingepasste Rechteckscheinwerfer, versenkte Griffe. keine Regenrinne. Kurzum: Der Opel präsentiert sich moderner, der Golf wirkt bieder. Ergebnis Karosserie: Vorsprung für den Kadett.
Einsteigen, Platz nehmen. lm Golf fühle ich mich sofort wohl. Straffe Sitze, gute Seitenführung. Die Sitzposition ist vorbildlich, kurze und lange Fahrer finden auf Anhieb die richtige Position, Schalter und Hebel finde ich fast blind. Im Kadett brauche ich mehr Zeit zum Eingewöhnen. Tiefere Sitzposition, etwas weichere Sitze. Lenkrad und Schalthebel sitzen auch her goldrichtig, die übrigen Knöpfe sind jedoch nicht so bedienungsfreundlich wie im Golf.