Die Tachonadel steigt und steigt. Im­mer schneller, fast gierig schluckt die Omega -Schnauze Meter für Meter des rauen Asphalts. Die Leitplanke ver­schwimmt zu einem dünnen Band. 180 km/h! Zu schnell für die Rechtskurve, die sich jetzt nur noch hundert Meter vor mir drohend auftut. Runter vom Gas, kurz auf die Bremse, einlenken, wieder rauf aufs Gas. Geschafft. Problemlos. Der Omega 3000, der sportlichste Opel aller Zeiten, hat mir erneut gezeigt: Dieses Fahrwerk verträgt viel, verzeiht viel. Schafft Vorsprung. Vorsprung? Moment, den nimmt doch Audi für sich in Anspruch. Also probieren wir es. Gleiche Stelle: Start- und Zielge­rade des Hockenheimrings. Gleiches Tempo: 180 km/h. Anderes Auto: Audi 200 Turbo.
Das Ergebnis: Ich komme ebenfalls sicher durch die Kurve. Doch längst nicht so souverän - und deutlich langsamer. Der Heckantrieb (Omega) hat den Frontantrieb (Audi) tatsächlich wieder eingeholt, überholt. Diese Leistung der Opel-Techniker ist wirklich beeindruckend. Und spürbar. Nach dem ersten Fahr-Vergleich, den der Omega 3000 in Deutschland über sich er­gehen lassen musste, sind sich jedenfalls alle AUTO BILD-Tester einig: Was wäre das für ein Super-Auto, wenn der Sport-Opel den Motor des Konkurrenten hätte. Denn hier zeigt sich der Audi deutlich überlegen. In der Theorie: 182 PS gegenüber 177 im Ome­ga. Von 0 auf 100 km/h in 8,1 Sekunden (Omega 8,8 Sek.). 230 km/h Spitze (Ome­ga 222 km/h).
Und in der Praxis: Im Opel kann ich dem Audi auf der Auto­bahn nie folgen. Umgekehrt bleibe ich mit dem 200 Turbo stets locker am Omega dran. Doch das allein wäre bei diesen Fahr­leistungen sicher nicht das schlimmste. Ärgerlich ist vielmehr die Art der Lei­stungsentfaltung im Rüsselsheimer. Der betagte Sechszylinder, der aus dem Senator übernommen wurde, ist kein Kraftmeier. Trotz drei Liter Hubraum! So mag er weder gefordert werden, wenn die Nadel des Drehzahlmessers unter 4000 Touren anzeigt. Und darüber geht es auch eher ge­mächlich denn stürmisch zu. Alles un­auffällig, aber eben auch ohne Biss.