Seine VW-Wurzeln kann der $(LEhttps://www.autobild.de/klassik/marken/porsche/911/urmodell:Porsche 911 S)$ zu keinem Zeitpunkt verbergen. Nicht nur die stehenden Pedale und die Hebel zur Bedienung der Heizung zwischen den Sitzen wecken das Käfer-Feeling im 911, auch das Brummen im Heck. Im luftgekühlten Wirtschaftswunder-Sound der 50er- und 60er-Jahre schnattert der Boxermotor bis 3500 Touren von seinen Erlebnissen auf dem Supermarktparkplatz. Wo der 911 übrigens gar nicht so fehl am Platz ist, wie es der Name Porsche – der eher nach Rennpferd als nach Einkaufswagen klingt – vermuten lässt. Im Alltag zwischen Brötchen und Büro wirft er überzeugende Talente in die Waagschale: Seine Lenkung dreht sich leicht, denn der Heckmotor entlastet die Vorderräder. Die Übersicht der Karosserie ist im filigranen Porsche ordentlich, und die Schaltung findet zwar hölzern, aber zielsicher ihren Weg durch die fünf Gänge.
Porsche 911 S
Inbegriff des klassischen deutschen Sportwagens: Der Porsche 911 aus den 60er-Jahren. Hier in der S-Version.
So richtig wild wird der Käfer im Porsche indes erst jenseits von 3500 Touren. Dann steigen seine sechs Zylinder zum munteren Schlagabtausch in den Boxer-Ring, und Leben kommt ins Elfer-Heck. Die Maschine verliert ihren freundlichen Unterton, kreischt wild auf, schreit mit jeder Umdrehung schriller und erinnert schließlich an eine Motorsäge, die sich verbissen durch einen Baumstamm frisst. Lohn des Lärms: beachtliche Fahrleistungen. Knapp zehn Sekunden bis auf 100 km/h und beeindruckende 220 km/h Spitze. Trotzdem kann ein 911 S-Fahrer einen Vollgaspiloten im Fiat Dino auf gerader Strecke nicht abschütteln. Dass der Porsche härter als andere abgestimmt ist – Ehrensache. Steifbeinig rollt er über Buckelpisten, poltert unbeholfen durch Schlaglöcher und knufft seinen Fahrer gern mal ins verlängerte Rückgrat.

Doppelt luftgekühlt: Porsche 911 S Targa

Ganz nebenbei ist der 911 S immer zu Scherzen aufgelegt. Das beweist er, wenn die Straße ihren geraden Kurs verlässt. Lange spielt der Porsche in Kurven artig mit, bleibt leicht untersteuernd lammfromm. Doch dann – urplötzlich – lässt er seinem Heck freien Lauf. Juhu, die Rutschpartie beginnt, und damit ist der Könner am Lenkrad gefragt. Wer jetzt nicht abfliegen will, sollte schleunigst gefühlvoll gegenlenken. Dann machen solche Drifteinlagen richtig Spaß. Nicht umsonst ist der 911 der deutsche Sportwagen schlechthin. Welcher Mann träumt nicht vom eigenen Elfer? Entsprechend teuer ist er leider – und bleibt es auch.

Fazit

von

Andreas Borchmann
Laut muss er sein und hart. So mögen die Fans den 911 S. Und genau das bietet unser 68er Modell. 911 in seiner reinsten, unverfälschten Form. Nur die enge Verwandtschaft zum VW Typ 1 kann er nicht leugnen. Wie er brummt, wie er federt, wie sein Heck nach außen drängt – wie ein durch­gedrehter VW Käfer.

Von

Andreas Borchmann