Proton Sagat aus Malaysia
Proton Saga – Japan war Geburtshelfer

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AUTO BILD Archiv-Artikel 3/1987: Ein neues Autoland ist dabei, den Weltmarkt zu erobern: Malaysia. Neben Zinn, Naturgummi und Palmöl geht nun auch der Kompaktwagen Proton Saga in den Export.
Das soll sich schon bald ändern. Die weißlichgrauen Wände der flachen Anlage heben sich in der flirrenden Mittagshitze vom dunkelgrünen tropischen Urwald ab, der nur drei Steinwürfe dahinter liegt. Noch vor zweieinhalb Jahren war hier, eine halbe Autostunde südwestlich von Kuala Lumpur, unberührte Natur. Dort am Südzipfel Asiens, zwischen der Straße von Malakka und dem Südchinesischen Meer, laufen jetzt Autos vom Band, von denen man bald auch anderswo hören wird. Es sind erstaunlich gute Autos. "Perusahaan Otomobil Nasional" hatte ich am Pförtnerhäuschen gelesen.
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Malaysias funkelnagelneuer Einstieg ins Industriezeitalter. Dort wird der Proton Saga gebaut, ein Abkömmling der Mitsubishi -Modelle Lancer und Colt. Moderne Autos aus den Tropen – kann das etwas sein? Mich beschlichen Zweifel, als ich zur Tour durch die Hallen startete. Die Zweifel zerstoben sofort. Das Proton-Werk ist blitzsauber, vom Fußboden kann man fast essen. Und es ist blitzgescheit geplant. Hier werden mit einer fürs Land gesunden Mischung aus Handarbeit und Hochtechnologie die ersten Schritte ins Industrie-Zeitalter geprobt. Ich konnte nur zwei Roboter entdecken. Einen in der Lackiererei und einen beim Zusammenbau der Rohkarosserie.
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Der Rest ist Handarbeit und kein Nachteil. Menschen und Hände gibt es genug. Fließbandarbeit, bei uns eher als stumpfsinnige Maloche verschrien, ist für die Menschen dieser Länder, die den Kopfsprung vom Rohstofflieferanten zur Industrienation wagen, eine Auszeichnung. Proton ist das Lieblingskind des malaysischen Ministerpräsidenten Dato Seri Dr. Mahathir. Für mehr als eine halbe Milliarde Mark hat er das Know-how für den Autobau von den Japanern gekauft. Sie lieferten das Werk schlüsselfertig und beteiligen sich mit 30 Prozent der Anteile. Der Rest gehört dem Staat.
Auf Anhieb sind die Blütenträume nicht gereift.
Auf Anhieb sind die Blütenträume nicht gereift.
1a Handarbeit
Die Proton-Fabrik, für eine Jahresproduktion von 80.000 bis 100.000 Wagen ausgelegt, hat seit Inbetriebnahme Ende '85 gerade 25.000 malaysische Mitsubishis gebaut. In Malaysia herrscht Wirtschaftsflaute, nachdem die Preise für Erdöl, Gummi und Palmöl in den Keller gegangen sind. Doch ein paar Tage vor Weihnachten erschien der Retter, der Sagas massenweise kaufen will: Malcolm Bricklin, ein amerikanischer Unternehmer, der bisher mit einem anderen fast unbekannten Auto Riesenerfolge in den USA hatte. Bricklin importiert den Yugo, einen alten Fiat‑Ableger aus Jugoslawien. Der Yugo kostet in den USA nur 5000 Dollar.
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