Redaktions-Dauertest: BMW 3.0 Si
Bye, Bye, baikalblauer BMW!

Die Redaktion nimmt nach gut eineinhalb Jahren Dauertest Abschied vom charmanten, starken Bayern. Eine Zeit der Fahrfreude wie auch der großen Reparaturen!
Bild: Christian Bittmann
- Michael Struve
- Thomas Wirth
- Peter Michaely
- Henning Hinze

Beim Elchtest knickt der BMW am kurvenäußeren Vorderrad sehr stark ein.
Bild: Christian Bittmann
Motorrevision nach Bolzenschuss
Im Juni 2015 hießen wir ihn als neuen "Kollegen" willkommen, und erleben in den folgenden Monaten Höhen und Tiefen mit dem charmanten Bayer. Das vielleicht größte Abenteuer kam Ende 2015. Da klaffte plötzlich im Ventildeckel, genau im BMW-Zeichen, ein scharfkantiges Loch. Die schlimmste Befürchtung eines Autoliebhabers wurde wahr, eine komplette Revision des Motors nötig. Immerhin, der Motor unseres BMW war nach einem guten Tag zerlegt, durchgesehen und vermessen. Ergebnis: es war ein Bolzenschuss. Durch das Loch im Ventildeckel war ein Schraubenkopf zu sehen. Der gehörte zu einem der Bolzen, mit denen der Zylinderkopf fest auf dem Motorblock verschraubt ist. Oder besser: verschraubt sein sollte, denn einer lag lose in seinem Kanal. Außerdem waren die Kolbenringe futsch, was erklärte, warum wir dauernd Unmengen von Öl nachfüllen mussten, die dann als blauer Rauch durch den Auspuff gingen. Also: Kollege Henning Hinze nahm bei BMW Classic unter den Augen erfahrener Werkstattleute der Klassik-Abteilung alles auseinander. Nach aufwendiger Reparatur kam wieder ein heiler Ventideckel drauf - Patient geheilt.
So ging's los: der neue baikalblaue Kollege
Der BMW im Tracktest
So konnte es auf die Rennstrecke gehen. Da die vier Gänge des Getriebes eng gestuft sind und der Schalthebel sich auf kurzen Wegen mustergültig exakt führen lässt, ist das Fahren im BMW 3.0 Si der Baureihe E3 vor allem eins: ein Vergnügen! Kein Wunder, dass der vom legendären Motorenentwickler Alex von Falkenhausen konstruierte Reihensechszylinder bis in die 1990er-Jahre eine feste Größe bei BMW blieb. Selbst wer es gemütlich angehen lässt, staunt über die Elastizität, mit der ein 3.0 Si aus niedrigen Drehzahlen im vierten Gang hochbeschleunigt. Zwar trägt das aufwendige Fahrwerk mit MacPherson-Vorderachse und Schräglenker-Hinterachse wesentlich zum Fahrspaß bei. Doch durch seine recht weiche Dämpfung taucht der BMW bei abrupten Richtungswechseln vorn so tief ein wie ein Rennboot, bei dem plötzlich Gas weggenommen wird. Die Folge: ein leichtes Heck und Übersteuern, das schnelles Reagieren erfordert. Also besser behutsam langsamer werden. Der Druckpunkt des Bremspedals ist so exakt, dass Verzögern Freude macht.
Auf den Spuren des Erstbesitzers

Passt: Der BMW dürfte schon 1972 manches Mal vor diesem Tennisclub in Mailand geparkt haben.
Bild: Götz von Sternenfels
Nicht ganz dicht am Heck

Ein Spalt an der Rückleuchte lässt Abgase von hinten in den Innenraum zu ziehen.
Bild: Thomas Ruddies / AUTO BILD
So klingt das Radio wieder wie damals

Unser BMW bekommt ein originales Blaupunkt "Frankfurt" Radio aus seinem Geburtsjahr 1973.
Bild: Christian Bittmann / AUTO BILD
Übergabe bei BWM Group Classic

Gewinner des BMW 3.0 Si ist Malthe Nuber (l.), hier mit Ulrich Knieps, dem Leiter der BMW Group Classic.
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