Kennen Sie Deutschlands ältesten Rennfahrer? Hier ist er: Helmut Schellenberg (74) aus Heidelberg. 1930 fuhr er sein erstes Rennen im Riesengebirge. Und das letzte? Darüber denkt der ehemalige Drahtseilfabrikant noch nicht nach. Er kennt nur seinen nächsten Auftritt: Anfang Mai kurvt er mit seinem Bugatti 35 C (Baujahr 1930, 1990 ccm, 110 PS, Spitze 205 km/h) wieder bei Straßen- und Rundstreckenrennen in Schleswig-Holstein (Prix maritim) durch die Botanik. Danach geht's weiter auf dem Nürburg- und Salzburg-Ring, nach Hockenheim und Zolder. Der 35 C (Rechtslenker, Schaltknüppel und Handbremse außenbords) ist das rüstigste, aber nicht das einzige Exemplar der Schellenbergschen Auto-Sammlung.
Drei weitere Bugatti und ein Mercedes 300 SL Roadster ("Mit diesem Modell bin ich fremdgegangen") müssen ihre Renntauglichkeit heute nicht mehr beweisen. Sie dienen im Auto- und Technik Museum Sinsheim nur noch als Schau-Objekte. Zwischen den Rennen parkt dort auch der viel beschäftigte Bugatti. Der Besitzer dieser fünf Edel-Oldies (einst mit den Rennfahrer-Größen Caracciola, Stuck und Rosemeyer befreundet) bevorzugt abseits der Rennstrecken moderne Eleganz – einen Mercedes 500 SEC. "Der fahrt sich auch leichter um die Ecken als mein Bugatti ..."