Test: Cabrio-Klassiker mit Stil
Die schönsten klassischen Cabrios

Sie gehören zu den schönsten klassischen Cabrios: Porsche 911, BMW 325i, Mercedes 220 SEb, Mitsubishi Pajero und Morgan Threewheeler. AUTO BILD stellt sie vor und sagt, was sie heute kosten.
Bild: Kai-Uwe Knoth
- Helene Schmidt
- Lukas Hambrecht
- Henning Hinze
- Martin Puthz
- Marcel Sommer
- Margret Meincken
Cabriofahren könnte man auch als Suche nach dem Glück bezeichnen. Denn je nach Auto je nach Route erfahren wir unterschiedliche Formen von Glück. Welche? Erfahren Sie es! Steigen Sie ein in einen dieser schönen Klassiker, werfen Sie das Verdeck zurück, und suchen Sie Ihr Glück in einem dieser schönsten aller Cabrios.
Porsche 911 (996) Cabrio: Das Glück des Zeitlosen

Der 3,4-Liter-Boxer des 996 leistet 300 PS und beschleunigt den Porsche auf 280 km/h.
Bild: Kai-Uwe Knoth
BMW 325i (E30): Das Glück der großen Reise

Zwei Legenden: Die Route 66 und der BMW 325 (E30). 4000 Kilometer durch die USA schweißen zusammen.
Bild: Werk
Servopumpe verliert Öl, Verdeck undicht – doch der BMW fährt
Ein einziges Mal wird zur Route-66-Halbzeitpause nach 1750 Kilometern das Verdeck geschlossen, in der folgenden, prasselnden Viertelstunde muss es seine Undichtigkeit unter Beweis stellen. Doch es tropft! Aber schnell trocknet das Nass bei insgesamt vier Tagen Offenfahren. Der BMW zeigt große Langstreckenqualitäten. Das geradlinige, offene Auto lässt seine Insassen unterwegs in die Umgebung eintauchen, es ist aber trotzdem so bequem, dass sie tagelang immer weiterfahren können. Doch genau 775 Kilometer vor dem Ende der Route 66 macht die bisher erstklassige Lenkung des BMW ein paar unschöne Geräusche und lässt sich immer schwergängiger bewegen. Ein ganzes Fläschchen Servoöl später haben die Lenkprobleme ein Ende. Tatsächlich hat der 25 Jahre alte, vernachlässigte BMW die Strecke ohne Vorbereitung hinter sich gebracht. Damit hat er bewiesen, wie sehr die 3er-Reihe ihren guten Ruf verdient hat. Wer nach einem Exemplar im Zustand zwei sucht, muss laut Classic Data für eins ohne Kat 18.900 Euro veranschlagen.
Mercedes 220 SEb Cabriolet: so schön wie teuer

Edel, teuer und schön: Das Mercedes 220 SEb Cabrio. Selbst schlechte Exemplare kosten 70.000 Euro.
Bild: Bernd Hanselmann
Ab 3000 Touren wird der Sechszylinder laut
Noch heute erteilt der 4,88 Meter lange Viersitzer seinen Betrachtern eine Lehrstunde in Sachen zeitloser Ästhetik. Vielen gelten die zweitürigen 111er als die schönsten Mercedes überhaupt. Wo Autodesigner heutzutage ein Feuerwerk aus Leuchtdioden abbrennen, wortreich über Blechfalze schwadronieren und klaffende Kühlermäuler mit Pseudo-Diamanten spicken, pflegt der 220 SEb dezente Pracht. Dieses Auto lehrt, Stil von bloßem Styling zu unterscheiden. Die Qualität ist über jeden Zweifel erhaben: filigraner Chromschmuck, aufwändig gearbeitete Holzarmaturen, dickes Blech. Hektikfreies Cruisen liegt dem Ü 50-Cabrio am meisten – eine Gangart, die man heute aus Respekt vor der betagten Technik bevorzugt, und auch, um die Nerven zu schonen. Über 3000 U/min wird der Sechszylinder laut und klingt gequält. Der Fahrtwind zupft an der Mütze, die Landschaft fliegt vorbei, im Sonnenlicht strahlt der Mercedes-Stern. Das Leben ist schön. Wenn man 130.000 Euro anlegen kann. Das kostet ein W111 Cabrio im Zustand zwei laut Classic Data.

Fette Walzen, Bullenfänger: Der Pajero Canvas Top pflegt den Kult der 80er.
Bild: Sveinn Baldvinsson
Pajero ist laut und langsam – aber egal
Bis heute ist Mitsubishi mit zwölf Gesamtsiegen in 38 Rennen die erfolgreichste Teilnehmermarke der Dakar. Warum, zeigt so ein Pajero bis heute: Mit zuschaltbarem Allradantrieb und Geländeuntersetzung kraxelt er flink durch Kies- und Sandgruben. Durch kommt er überall. Unverwüstlich ist er aber nicht – trotz der Erfolge in der Wüste. Dem 2,5-Liter-Turbodiesel im Fotowagen mit Ladeluftkühler und 95 PS wird es schnell zu heiß. Auch die Getriebe aus den Anfangsjahren knirschen gerne mit den Zähnen. Erst wer einen Pajero L040 der späteren Baujahre ergattert, freut sich über ein Offroad-Cabrio mit Steher-Qualitäten. Dass es im Auto stürmisch zugeht, ist ausschließlich dem Wind zu verdanken. Der Turbodiesel ist weder ein Muster an Laufkultur noch sonderlich temperamentvoll. 18,5 Sekunden von 0 auf 100 – na ja, zum Blumenpflücken während der Fahrt ist er dann doch etwas zu flott. Es ist der Dreiklang aus Cabriolet, Offroader und Spaßmobil, der den Pajero so anziehend macht. Das stoische Stampfen des Diesels, die Sturheit der gefühlt servofreien Lenkung. Das Lkw-Handling. Und die trockene Federung, die den Stahlblechwürfel über jede Bodenwelle hopsen lässt. Das lässt den Fan den Pajero lieben! Und 6800 Euro für einen Wagen im Zustand zwei anlegen (Preis für den geschlossenen Kasten mit Diesel).
Morgan Threewheeler: Motorradfahrer-Glück im Auto

Puristischer geht nicht: Der Morgan Threewheeler gibt auch Unebenheiten in Form von Ameisenknochen an den Rücken weiter.
Bild: Thomas Starck
Service-Links


















































































