Wenn früher ein junger Mann seine Zukünftige mit einem Sport-Flitzer zur Überland-Fahrt abholte, sprach man von einer Spritztour. Lange Zeit verschwand dieser Begriff aus dem Sprachgebrauch. Es gab ja kaum noch pfiffige Sportwagen, die sich auch junge Leute leisten konnten. Jetzt sind sie wieder da. Toyota konstruierte den MR 2, ein rassiges Sportgerät mit Mittelmotor und 124 PS. Honda schnappte sich den Civic, drückte ihm hinten das Dach herunter und verpasste ihm den spritzigen 16-Ventil-Motor mit 125 PS (bisher nur im Prelude).
Beide schaffen knapp über 200 km/h, haben hochmoderne 16-Ventil-Triebwerke mit je zwei oben liegenden Nockenwellen, fast 1600 ccm Hubraum und Einspritzung. Damit aber sind ihre wenigen Gemeinsamkeiten erschöpft. Schon beim ersten Probesitzen zeigen sich die gewaltigen Unterschiede. In den Honda steigt man wie in einen normalen Wagen, setzt sich auf den zweifach verstellbaren Fahrersitz, sucht den weit hinten angebrachten Gurt, packt die Linke ans Dreispeichen-Lenkrad und die Rechte an den langen Schalthebel. Den Toyota muss man sich regelrecht anziehen: die Beine am Lenkrad vorbeischieben, den siebenfach justierbaren Sportsitz einstellen, die elektrischen Außenspiegel ausrichten.
Der rechte Arm ruht auf dem hohen Getriebetunnel, hat den zwanzig Zentimeter kurzen Lederschaltknauf in der Hand. Die Linke umfasst das höhenverstellbare Steuerrad aus Leder. Die Kontrahenten sind startklar. Feuer frei: Die Vorderräder des Honda ziehen genauso schnell ab wie die hinteren des MR 2. Bis Tempo 100: 8,3 Sekunden. Danach schiebt der Toyota langsam seine heruntergezogene Nase mit den Klappscheinwerfern nach vorn. Erst bei 203 km/h (7200 U/min) macht er Schluss. Der Honda hat zwei km/h früher aufgegeben (6500 U/min).