(dpa) Der "Vater" des DDR-Kultautos Trabant P 601, Werner Lang, ist tot. Der ehemalige Sachsenring-Chefkonstrukteur starb am 17. Juni 2013 im Alter von 91 Jahren zu Hause in Zwickau, sagte ein Familienmitglied der Nachrichtenagentur dpa. Nach Medienberichten erlag er einem Herzleiden. Von dem dritten und meistgebauten Trabant-Modell – in der DDR verächtlich "Plastikbomber" oder liebevoll "Rennpappe" genannt – wurden von 1964 bis 1990 insgesamt mehr als 2,8 Millionen Fahrzeuge hergestellt.

Bildergalerie

60 Jahre Trabant
60 Jahre Trabant
60 Jahre Trabant
Galerie "Massenauto der DDR: der Trabi wird 60" mit 60 Bildern öffnen
Massenauto der DDR: der Trabi wird 60
"Am Samstag haben wir beim Trabi-Treffen noch über die alte Zeit gesprochen", berichtete sein enger Mitstreiter Werner Reichelt, der 1950 von Lang bei Horch eingestellt worden war. "Ich habe einen guten Freund verloren", sagte der frühere Leiter der Kunststoffabteilung des wissenschaftlich-technischen Zentrums für Automobilbau in Chemnitz. Die Familie des Trabi-Pioniers plant eine öffentliche Trauerfeier. Der Termin dafür soll am 21. Juni 2013 bekanntgegeben werden.

Bildergalerie

Aufmacher DDR Artikel Wir sind die Autos!
AWZ P70
DDR-Serie
Galerie "Deutsche Einheit und Mauerfall: Die Autos der DDR" mit 90 Bildern öffnen
Deutsche Einheit und Mauerfall: Die Autos der DDR
Lang stammte aus dem Erzgebirge und studierte mit Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg Maschinenbau und Kraftfahrzeugtechnik in Zwickau. Seit 1949 arbeitete er beim Automobilhersteller Horch, ab 1951 als Technischer Direktor. Mit der Vereinigung von Audi und Horch zu den Zwickauer Automobilwerken 1958 wurde er Chefkonstrukteur und übernahm die Verantwortung für die Weiterentwicklung des Kunststoff-Fahrzeugs, erzählte Reichelt. "Er ist der technische Vater des P 601."

Trabi-Freunde wollen Museum: Ehrung für die Rennpappe