VW Derby

Gebrauchtwagen: VW Derby

— 06.10.2010

Der Rucksack-Polo: Kauf ohne Risiko?

AUTO BILD Archiv-Artikel 52/1986: Der VW Polo gehört zu den gefragtesten und deshalb teuersten Gebrauchtwagen Deutschlands. Weniger beliebt und deshalb viel billiger ist sein Stufenheck-Bruder Derby.

Dabei bietet er die gleiche Qualität wie der technisch baugleiche Polo. Bevor Sie Ihr Geld für einen gebrauchten Polo mit Schräg­- oder Steilheck ausgeben, soll­ten Sie mal über einen Polo mit Stufenheck nachdenken. Denn in seiner Verarbeitung und Technik bietet der Derby, so hieß er bis 1985, die gleichen Qualitäten wie seine Geschwi­ster mit der großen Heckklappe. Den­noch kosten die Stufenheckmodelle deutlich weniger, obwohl der Neupreis fast gleich ist. Der Kofferraum reicht allemal dazu aus, selbst großes Gepäck unterzubringen. Vorsicht jedoch bei älteren Derby-Exemplaren. Vor allem dann, wenn es sich um Fahrzeuge der Baujahre 1976 und 1977 handelt.

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Bei diesen Modellen haben die Wolfsburger schlechte Blech­qualitäten verarbeitet. Folge: Es gibt kaum eine Stelle, an der diese Derbys nicht rosten. Gefährdet sind vor allem die Falze rund um die Türen und Hauben. Aber auch im Bodenbereich sollten Sie bei diesen Derbys ganz genau hin­schauen. Die Scheibendichtungen waren bei vielen Fahrzeugen undicht, und so standen nach Fahrten im Regen im Fußraum regelmäßig Pfützen. Auch um die Witterungsbeständigkeit einiger Derby-Farben stand es bei Mo­dellen aus den 70er-Jahren nicht zum besten. Achten Sie deshalb vor dem Kauf darauf, ob der Wagen unlängst frisch po­liert wurde.

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Dies lässt sich an Politur­resten rund um die Zierleisten und Fen­sterrahmen erkennen. Handelt es sich um solch ein zum Verkauf aufgefrischtes Exemplar, dann hält der Glanz in Zukunft wahrscheinlich nur, wenn Sie andauernd polieren. Wie beim Polo erweist sich auch beim Derby die Technik als weitest­gehend unverwüstlich. Motor, Getriebe und auch Fahrwerk halten in der Regel ohne Probleme bis zu 150.000 Kilometer. Natürlich bestätigt auch beim Derby die Ausnahme die Regel. Bei einigen Model­len gab es nämlich Schwierigkeiten mit den Zylinderkopfdichtungen. Sie bren­nen zwar nicht durch, werden aber am Hauptölkanal zwischen Motorblock und Zylinderkopf undicht. Das können Sie am verölten Motorblock erkennen.

Vorsicht Rost!

Wenn also das Triebwerk des angebotenen Derby gerade eine Motorwäsche hinter sich hat, ist Vorsicht geboten. Und wenn Sie gerade dabei sind, den Motor des Derby auf einer Hebebühne auf seine Dichtigkeit zu überprüfen, dann sollten Sie gleich die Gelegenheit nutzen und einen kritischen Blick auf die vorderen Federbeine werfen. Dort nei­gen die Anlenkpunkte der Spurstangen zum Durchrosten. Eine ganz böse Schwäche, die im schlimmsten Fall dazu führt, dass der Derby sich gar nicht mehr lenken lässt. Gebrauchtwagenkäufer, die sich für einen Derby ab dem Baujahr 1982 entscheiden, machen in der Regel nichts verkehrt – wenn der Preis stimmt. Denn seitdem besitzt der Wolfsburger eine Reife, mit der kaum ein anderer Klein­wagen konkurrieren kann.

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