Mercedes-Benz 280 SE

Mercedes-Benz 280 SE Mercedes-Benz 280 SE

Mercedes-Benz 280 SE

— 06.02.2010

280 SE macht glücklich – immer

Ein Treffen der drei Generationen 280 SE: Wie soll das wohl ausgehen? Der Jüngste gewinnt – könnte man denken. Dabei kommt es jedoch nur auf den Standpunkt an. In Sachen Spaß und Werterhalt liegt der Älteste vorn.

Die Punkte für unsere drei Mercedes 280 SE haben uns um den Schlaf gebracht. Wie soll man diesen drei Sonder-Klasse-Autos gerecht werden? Strenge Test-Maßstäbe angelegt, kann es nur einen geben: W126. Schlanker, schneller, sparsamer ... So einer sammelt Punkte wie ein Magnet die Eisenspäne. Deshalb muss eine andere Wertung her. Extra für Generationen-Treffen, wie wir sie in Zukunft häufiger ausrichten wollen. Subjektiver, weniger tiefschürfend, mehr wellnessorientiert. Damit nicht automatisch der Jüngste siegt. Bei Klassikern ganz wichtig: der Spaßfaktor. Dass der W108 nicht so schnell sprintet, nicht gierig um Kurven pfeffert, wollen wir ihm nachsehen.

Solide Sache: Egal für welche S-Klasse man sich entscheidet, eine solide Investition in die Zukunft sind alle drei.

Der Spaß im Oldie kommt aus einer anderen Ecke. Herrschaftlich ist das Fahrgefühl in diesem Wagen. Aufrecht sitzend kurbelt der Fahrer am 43 Zentimenter großen Lenkrad, der M130-Sechszylinder klingt wie die lauten Passagen einer klassischen Symphonie. W116 und W126 fahren leiser, eleganter. Wobei der 116er den schweren Wagen gibt, der 126er schon die moderne Leichtigkeit des Fahrens kultiviert. Top-Thema bei einer großen Reiselimousine wie der S-Klasse: der Kuschelfaktor. Im W108 fühlen sich die Passagiere wie im luftigen, gut verglasten Wintergarten. Edle, massive Hölzer selbst an den Türrahmen geben ihm die nötige Noblesse mit auf den Weg.
Punktewertung
280SE W108 280 SE W116 280SE W126
Spaßfaktor
Temperament 9 10 10
Sound 10 10 10
Handling 8 9 10
Zwischenergebnis 27 29 30
Kuschelfaktor
Sitze 7 9 10
Raumangebot 8 9 10
Ambiente 10 9 8
Zwischenergebnis 25 27 28
Neidfaktor
Qualität 10 10 9
Design 10 8 9
Image 10 8 6
Zwischenergebnis 30 26 24
Gesamtergebnis 82 82 82


Drei Generationen 280 SE: Vergleicht man nüchtern, liegt der 126er klar vorn. Jede S-Klasse hat jedoch ihre ureigenen Reize.

Je moderner die S-Klasse, umso fürsorglicher umgibt sie ihre Insassen. W126-Fahrer fühlen sich fast wie in einer gemütlichen Höhle – Motto: Hier will ich bleiben. Die Beine können sich strecken, bequeme Sitze schmeicheln dem Rücken. Der W108 ist enger, die Polster der knapp geschneiderten Sitze erinnern an ein Trampolin. Und der W116? Genau zwischen seinem Vorfahren und dem Nachkommen. Das nennt man kontinuierliche Entwicklung. In Sachen Neidfaktor unschlagbar: das Chromschiff W108. Sein direkter Nachfolger W116 kommt langsam, aber gewaltig, das Image des feisten Schlachter-Benz legt er allmählich ab. Der 126er benötigt wohl noch ein wenig Zeit, um bewundernde Blicke auf sich zu ziehen – noch sind zu viele davon im Alltag unterwegs.
Andreas Borchmann

Andreas Borchmann

Fazit

Das Urteil in diesem Ver­gleich klingt salomonisch: Patt. Warum? Darum: S-Klassen machen glücklich. Immer. Leistung, Alter und Baureihe spielen eine untergeordnete Rolle. Jeder muss für sich entscheiden, welchen Typ er ins Herz schließt: den eleganten W108, den schweren W116, den techno­kratischen 126er. In jedem Fall gibt es ein Stück Automobil-Geschichte vom Feinsten. Einen echten Big Benz eben. 

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