Rekonstruiert: Opel Kadett Strolch

Rekonstruiert: Opel Kadett Strolch Rekonstruiert: Opel Kadett Strolch

Opel Kadett Strolch

— 30.07.2009

Der Volks-Roadster

Zwischen Konstruktion und Testfahrt liegen locker 70 Jahre: Ende der 30er plante Opel eine offene Version des damaligen Kadett. Der Krieg kam dazwischen. Jetzt hat die Oldtimer-Abteilung des Herstellers den "Strolch" rekonstruiert.

Das freche Früchtchen fährt uns da direkt aus der Vergangenheit vor die Nase: Er ist knallrot, heißt Opel Kadett Strolch und zeigt einmal mehr, dass Lifestyle keine Erfindung des 21. Jahrhunderts ist. Das Projekt eines offenen Kadett wurde nämlich schon in den späten 1930ern von Opel angegangen. Die Ergebnisse der Marktforschung müssen ermutigend gewesen sein, denn bei Recherchen in einem alten Archiv tauchte vor kurzem sogar ein Prospekt auf, der damals in Erwartung der baldigen Serienproduktion des 3,62 Meter langen Roadsters gedruckt worden war. Doch was kam, war der Zweite Weltkrieg – das hieß Panzer statt Lifestyle; in den Opelwerken wie im übrigen Rest Deutschlands wurde die Produktion auf militärische Erfordernisse umgestellt. 70 Jahre später lernt der Strolch nun laufen: Während die zehnte Generation des Kadett – inzwischen in Astra umgetauft – gerade vom Band läuft, haben Experten der Oldtimer-Abteilung von Opel einen alten Vorkriegs-Kadett zum Roadster umgebaut. Die Rekonstruktion ist komplett und fahrtüchtig.

Der Opel Kadett Strolch war als Volks-Roadster geplant

Der Opel Kadett Strolch bietet Platz für zwei Personen, die bei widriger Witterung ein winziges Verdeck schützt.

Nicht nur die Maße, auch die Fahrleistungen des zweisitzigen Strolch zeigen, dass es sich nicht um einen kraftprotzenden Sportwagen für die Oberschicht handeln sollte, sondern um ein Auto für die Massen, gewissermaßen um einen Volks-Roadster. Aus 1,1 Liter Hubraum gewann der Benziner 23 PS, ein Dreigang-Getriebe schob den kleinen Kadett bis auf eine Höchstgeschwindigkeit von 98 km/h. Zum Vergleich: Der Traum-Roadster der 30er, der BMW 328, wurde angetrieben von einem Sechszylinder mit 80 PS, der ein Spitzentempo von 150 km/h. Am anderen Ende der Skala liegt zum Beispiel der VW, damals noch KdF-Wagen genannt, der in seiner Ur-Motorisierung 25 PS leistete. Bei ihrer Rekonstruktion waren die Opel-Techniker ausschließlich auf Zeichnungen und Fotos angewiesen; Prototypen des Strolch sind nicht erhalten. Das leuchtende Rot entstammt übrigens auch nicht der Fantasie eines Opel-Marketingexperten: Um die richtige Farbe des alten Prototyps herauszufinden, wurden die historischen Schwarz-Weiß-Fotos einer präzisen Grauwert-Analyse unterzogen. Ergebnis: Der Ur-Strolch leuchtete in kräftigem Rot.

Der fahrtüchtige Oldtimer wird am Nürburgring präsentiert

Der neue alte Strolch wird nun bei Oldtimerveranstaltungen, zum Beispiel auf dem AvD-Oldtimer-Grand-Prix vom 7. bis 9. August 2009 am Nürburgring, präsentiert.

Autor: Roland Wildberg

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