Peugeot 304 S Cabriolet

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Peugeot 304 S Cabriolet

— 01.06.2010

Das Kuschelkissen

Der Peugeot 304 S ist ein Cabriolet mit großer Seele, daunenweichen Sitzen und sanften Federn. Ein charmanter Zweisitzer zum Genießen, mit dem man entspannt ankommt.

Vorn dröhnt der Motor, oben flattert das Verdeck, es zieht wie Hechtsuppe in der dunklen Hütte, und der Geräuschpegel er­innert an einen vorbeidonnernden Güter­zug. Tempo 200? Nein, die Tachonadel des Peugeot zittert zwischen 100 und 120 km/h. Okay. Zugegeben: Ich bin ein Warmdu­scher, ein Schattenparker, aber ich hasse Cabrios mit geschlossenem Verdeck. Bei den älteren Typen passen die Fetzen eh nie richtig. Im Peugeot kann man in den großen Spalt zwischen A-Säule und die ge­schlossene Seitenscheibe einen kleinen Finger stecken. Sinn ergibt das nicht. Al­so runter mit der Plane, Fenster aufgekur­belt. Das geht ganz leicht und schnell.

Offen für die Zukunft: Cabrios und Roadster ohne Wertverlust

Rundum einzeln aufgehängte Räder sorgen für formidablen Komfort und gleichzeitig sichere Fahreigenschaften.

Schnappverschlüsse am Rahmen der Windschutzscheibe lösen, hinten die Druckknöpfe öffnen und den Klettver­schluss aufreißen, Dach zurückklappen. Fertig ist ein anderes Auto. Ein charman­tes und überraschendes. Könnten Autos weiblich sein, Nummer 304 wäre eine Frau. So sanft, so zuvorkom­mend mit schlanker Taille und daunenwei­chen Sitzen. Und durchaus praktischen Tugenden wie einem großen Kofferraum und einer leichtgängigen Schaltung. Um beim Macho-Wortspiel zu blei­ben: Das Peugeot-Cabrio ist ein Auto wie Hausfrau und Verhältnis. Vor allem den Fahrwerk-Technikern ist ein Kunst­stück gelungen: Über die Fli­ckenteppiche, die der fros­tige Winter in den Asphalt knabberte, gleitet Madame Peugeot sanft wie das Dampfbügeleisen übers Flanellhemd. Das wirk­lich Erstaunliche daran ist aber, wie gut dieses Bügeleisen Kurs hält, wenn die Fahrt mal et­was stürmischer wird.

Kauftipps: Cabrio-Klassiker bis 10.000 Euro

Der Peugeot 304 wirft sich bei engagierter Fahrweise zwar mächtig auf die Seite, das Fahrverhalten bleibt im schnellen Slalom und auch im Elchtest lange neutral. Die Löwendame schiebt nur sanft über die Vorderräder, kündigt so den nahen Grenzbereich an. Fuß vom Gas, 304 bleibt auf Kurs. Der für spätere Peugeot-Modelle typische – und tückische – Heckschwenk als Lastwechsel-Antwort bleibt aus. Gut, sportlich betrachtet ist der offene Peugeot eine Niete. Macht nichts. Gemüt­lich Landstraßen glatt bügeln ist im H-Kennzeichen-Alter viel schöner. Da muss der Motor nicht so hoch drehen, was we­nig bringt, dafür aber akustisch stört. Zwar steht der Vierzylinder mit Doppel­vergaser gut im Futter, klingt aber wie Nonstop-Dosenwerfen auf dem Rummel­platz: Ab 100 km/h scheppert es laut. Wie gut, dass es auch langsamer geht. 
Technische Daten Peugeot 304 S Cabriolet
Motor Vierzylinder in Reihe
Ventile/Nockenwellen 2/1
Nockenwellenantrieb Steuerkette
Hubraum 1279 cm
kW (PS) bei U/min 55 (75) bei 6000
Nm bei U/min 97 bei 4000
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h
Getriebe Viergang-Schaltung
Antrieb Vorderrad
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Trommeln
Testwagenbereifung 145 R 14 S
Radgröße 4,5 x 14"
Verbrauch (Werksangabe) ca. 10 Liter
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 42 Liter/Super
zulässiges Gesamtgewicht 1085 kg
Länge/Breite/Höhe 3759/1536/1328 mm
Kofferraumvolumen 285 Liter
Messwerte
0-50/80 km/h 4,6/10,6 s
0-100/120 km/h 16,0/26,3 s
Elastizität 60-100 km/h (3./4. Gang) 11,0/16,5 s
Bremsweg aus 100 km/h 48,7 Meter
Testverbrauch 10,5 Liter/100 km
Innengeräusch bei 50/100 km/h 73/83 db (A)
Bauzeit 1970-1975
Zeitwert (Stand 5/2010, Zustand 3) 7000 Euro
 
Andreas Borchmann

Andreas Borchmann

Fazit

Ein Franzose zum Genießen. Wer den Kom­fort sucht und die Entspannung schätzt, wird mit dem Peugeot 304 S Cabriolet glücklich ans Ziel kommen. Dank bequemer, wei­cher Sessel und dem vorzüglich abgestimmten Fahrwerk darf die Reise auch gern mal et­was länger dauern. Nur offen sollte der Peugeot sein, denn sein Verdeck hält nicht dicht, weshalb der 304 auch die Waschmaschi­nen für Autos verabscheut und nach streichelsanften Hand­wäschen verlangt.

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