Autos der Sünde

Rotlicht-Reportage

— 20.01.2011

Autos der Sünde

AUTO BILD-Archiv-Artikel 17/1986: Laster bringt immer weniger Zaster. Das hat Folgen: Die Zahl der Protzmobile im Milieu nimmt dramatisch ab. AUTO BILD hat die letzten Exemplare und ihre Besitzer aufgespürt.

Neuerdings ist es mit den Autos vom Kiez wie mit den Huren. Spitzenmodelle sind rar. Die Mehrheit ist Mittelklasse. Eigentlich schade. Noch vor ein paar Jahren lohnte sich ein Reeperbahnbummel allein schon wegen der exotischen Zuhälter-Schlitten. Und heute? Rund um den Kiez nur noch stinknormale Autos, ab und zu mal ein Daimler, kaum noch Ferraris und Lamborghinis. Und so sieht's nicht nur auf der Hamburger Reeperbahn aus. Drei Uhr nachts in einer Szene-Kneipe in Essen. Wolfgang (fünf Mädchen im Eros-Center) zieht düster die Stirn in Falten. "Ich mach' schon 15 Jahre die Krumme (Branchenausdruck für Zuhälterei), aber ehrlich, Alter, so mies ging's mir noch nie.

Das Original: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download

Fünfzig Prozent Umsatzrückgang!" Draußen steht sein Wagen. Tiefgelegt bis zum Geht-Nicht-Mehr, na gut, aber die Marke … Wolfgang flüstert sie nur verschämt: "Ein Golf. Die Geschäfte, verstehste?" Mangels Masse hat Mercedes-Veredler Chris Hahn aus Pinneberg letzten Monat Konkurs angemeldet. Günther Koch vom Autohaus van de Loo (Köln) hat folgendes beobachtet: "Früher kamen die Jungs mit der vollen Summe bar in der Hosentasche. 80 Mille cash, das war ganz normal. Heute fragen sie nach langfristigen Finanzierungen und zahlen was an." Noch letztes Jahr war das undenkbar.

Überblick: Hier geht es zu AUTO BILD KLASSIK

Ein Lude, der anzahlt? Eierdieb, nannten ihn seine Freunde und bald danach waren sie's nicht mehr. Was hat sich da geändert? Wo sind sie geblieben, die Wahnsinns-Schlitten vom Kiez? AUTO BILD, soviel vorweg, hat sie gefunden, und die Mädchen, die sie im Schlaf finanzierten, dazu. Die Fotos sehen Sie auf diesen Seiten. Aber erstmal die drei wichtigsten Gründe für Wagenwechsel und Umsatzschwund im horizontalen Gewerbe. 1. AIDS-Angst. In Duisburg und München wird der Golf bereits AIDS-Mobil genannt, weil viele Luden von Ferrari auf VW umsteigen mussten. 2. Steigende Arbeitslosenzahl. Den Freiern sitzt das Geld nicht mehr so locker. 3. Miese in der Staatskasse.

Weiterlesen: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.