Echtes Chrom, das ist der Schmuck unserer alten Autos. Ob Stoßfänger, Radkappen oder Außenspiegel: Chrom macht Charakter sichtbar. Erst mit Chrom schmeckt das 50er-Jahre-Mahl. Eine Isabella ohne Chrom langweilig wie Kartoffeln ohne Soße. Problem dabei: Soßen werden sauer, echtes Chrom auch, wenn es an Zuwendung fehlt. Und dann kann es richtig teuer werden. Für den Komplett-Tausch etwa des Borgward-Grills mit Rhombus müssen aktuell 300 bis 600 Euro veranschlagt werden. Für seltene Ford-, Opel- oder Mercedes-Modelle häufig deutlich mehr. Damit es nicht so weit kommt, gilt es, Chromzustände zu "lesen" und zu pflegen. Das bedeutet nichts anderes als genau hinzuschauen.

Zauber-Polituren, die alles versprechen, reanimieren den Glanz nur kurz

Bereits kleine Pickel müssen behandelt werden. Dabei entscheidet das richtige Mittel über den Erfolg. Zauber-Polituren, die alles versprechen, können zwar tatsächlich den Glanz kurzfristig reanimieren, aber eben nur vor übergehend. In der Regel enthalten diese aggressiven Stoffe einen hohen Schleifmittelanteil und tragen damit ganze Schichten ab. Bis nichts mehr da ist. Die preiswerteste Möglichkeit für Ersatz bietet nach wie vor der Gebrauchtteile-Handel. Teurer sind Nachbauten, sie haben jedoch nur selten die Qualität des Originals. Der Weg zum Galvaniseur ist immer teuer. Aber eben oft der letzte (Aus-)Weg.
Chrompflege
Feuchte Schmutznester an Stoßstangen zerstören das Chrom von hinten.
Bild: Ronald Sassen
Stoßstangen sind Schmutzmagnete. Der Dreck sammelt sich innen. Die feuchten Nester sorgen für Gammel und zerstören das Chrom von hinten. Der Rost frisst sich durchs Blech oder wandert, beginnend von der Kante, unter das Chrom auf die Vorderseite. Sauberkeit und Wachs bieten Schutz. Für das Chrom gilt: nicht zu oft polieren mit einem weichen Tuch abwischen und eine Konservierung reichen.

Der AUTO BILD KLASSIK-Test

Alle sechs Polituren wurden von acht Oldtimerfahrern angewendet und bewertet. Versuchsobjekte: die Oldies der acht AUTO BILD KLASSIK-Tester, beziehungsweise Stoßstangen und Radkappen aus deren Ersatzteilregalen. Zustand des Testchroms: von leicht verdreckt bis stark verpickelt. Dabei ging es vorrangig um die Anwendung beziehungs - weise die Zeit, die benötigt wurde, um das Chrom aufzuarbeiten und die Politurrückstände vom Chrom zu entfernen. Ergebnis: Einen Totalausfall gab es nicht, alle Polituren führen zum Erfolg. Daher unsere Empfehlung: beim Kauf ruhig ein preiswertes Mittel wählen.

Fazit

Stoßstangen sind Schmutzmagnete. Der Dreck sammelt sich innen. Die feuchten Nester sorgen für Gammel und zerstören das Chrom von hinten. Der Rost frisst sich durchs Blech oder wandert, beginnend von der Kante, unter das Chrom auf die Vorderseite. Sauberkeit und Wachs bieten Schutz. Für das Chrom gilt: nicht zu oft polieren — mit einem weichen Tuch abwischen und eine Konservierung reichen.