Kaum ein Autotreffen ruft so viele hochkarätige Stars der Klassiker-Szene auf den Plan wie das am 18. Loch des berühmten Golfplatzes in Pebble Beach. In vielen verschiedenen Klassen gibt es jeweils erste, zweite und dritte Plätze zu gewinnen. Viele Fahrzeuge entstammen dabei der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Aber auch abseits dieser alten Würdenträger gibt es in Pebble Beach viel zu sehen. Hier kommt ein Ausschnitt der seltensten und kuriosesten Funde vom Concours d'Elegance 2024.

Land Rover Series II: Dieser Landy gehörte einst der Queen

Hinten offen fürs Gucken und Winken: Für derartige Umbauten ist "Land Rover Special Operations" zuständig.
Bild: James Stolz/AUTO BILD

Gleich mehrere Autos aus den Beständen von Queen Elizabeth II. gab es zu sehen – alles umgebaute Fahrzeuge der Land Rover Special Operations. Dieser Series II stammt aus dem Jahr 1958. Wie das Schild vor dem Fahrzeug ausweist, bereiste die Queen gemeinsam mit Prinz Philip damit unter anderem das Commonwealth. Auf der Ladefläche hinten befinden sich Sitzgelegenheiten, ein Geländer und kleine "Schranken", die der dort stehenden Queen Stabilität geben sollten.

Mercedes C111: Dieses Versuchsfahrzeug mit Wankel ist wieder fahrbereit

Lange fuhr kein Wankel-C111 mehr. Dieses Exemplar hat Mercedes jetzt wieder fit gemacht.
Bild: James Stolz/AUTO BILD

Mit dem C111 baute Mercedes ein Versuchsfahrzeug mit Wankelmotor, das fast bis zur Serienreife entwickelt wurde. Letztlich erwies sich der Wankelmotor aber doch als zu anfällig.
Das Cockpit stand wie alles im C111 kurz vor der Serienreife.
Bild: Jonas Uhlig/AUTO BILD
Dieser C111 ist etwas ganz Besonderes: Mercedes hat ihm kürzlich neues Leben eingehaucht, ist nun wieder voll fahrbereit. Dabei handelt es sich um einen 1970 gebauten C111 II, dessen Vierscheiben-Wankelmotor ungefähr 350 PS leistet. Die Karosserie besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff, was Gewicht sparen soll.

Rolls-Royce Phantom VI Frua: lang und kurios

Rolls-Royce Phantom VI Frua: 3,46 Meter Radstand sind Wahnsinn, ...
Bild: James Stolz/AUTO BILD
Dieser Rolls-Royce Phantom VI ist gleich aus mehreren Gründen besonders. Er ist einer von nur zwei gebauten "Frua"-Modellen – und quasi neu: Laut Besitzer ist das Auto keine 300 Meilen (ca. 483 km) gelaufen.
... die eingebaute Bar geht ebenfalls als ungewöhnlich durch.
Bild: James Stolz/AUTO BILD
Der Radstand beträgt satte 3,68 Meter. Innen gibt es eine Bar und einen kleinen Fernseher. Dieser '71er Phantom wurde 2017 schon einmal versteigert: für 385.000 US-Dollar!

Jaguar XJ220: Dieser Supersportler wurde für Jaguar zum Flop

Farbe und Form sind voll 90er. Der XJ220 wurde von 1992 bis 1994 gebaut.
Bild: James Stolz/AUTO BILD

Der Jaguar XJ220 war ein ambitioniertes Supersportler-Projekt der Briten – darauf weist schon der Modellname hin. Die Spitzengeschwindigkeit sollte ursprünglich 220 Meilen pro Stunde (ca. 354 km/h) betragen und unter der Haube ein V12 arbeiten. Es kam aber anders: Der fertige XJ220 kam nur mit einem V6-Twinturbo, auch das 220-Meilen-Versprechen wurde nie ganz eingelöst. Maximal wurden 212 bzw. 217 Meilen (mit erhöhter Drehzahlgrenze in einem Vorserienmodell) erreicht.
Am Ende traten viele Kunden, die sogar schon eine Anzahlung geleistet hatten, vom Kauf zurück. Statt der geplanten 350 Exemplare wurden zwischen 1992 und 1994 nur 275 Autos gebaut.

Ferrari F40: selbst unter Supersportwagen eine Legende

Der Ferrari F40 erreichte für die damalige Zeit wegweisende Fahrleistungen.
Bild: James Stolz/AUTO BILD

Der Bau des F40 wurde von Enzo Ferrari persönlich in Auftrag gegeben – anlässlich des 40-jährigen Firmenjubiläums. 1987 kam der Leichtbau-Sportwagen dann auf den Markt. Nur rund 1250 Kilogramm trafen auf offizielle 478 PS, die ein kleinvolumiger V8-Biturbo bereitstellte. Dieses Modell scheint eines von nur 213 gebauten Autos in US-Ausführung zu sein. Insgesamt wurden 1315 Stück gefertigt.

United Nude Lo Res: ein Auto wie aus "Minecraft"

Der Lo Res sieht aus wie ein Geometrie-Projekt aus dem Schulunterricht.
Bild: James Stolz/AUTO BILD
Eine Straßenzulassung dürften die Macher dieses Autos nie im Blick gehabt haben. Schließlich fertigt die Marke United Nude ansonsten vor allem Damenschuhe. Das Design ist – wie der Name sagt (Lo Res kurz für "Low Resolution", also "niedrige Auflösung") – auf einfache Formen ausgelegt. Türen gibt es nicht – stattdessen klappt die gesamte Karosse hoch, um Platz nehmen zu können. Den Vortrieb übernimmt ein Elektromotor – allerdings nur bis 50 km/h.