Salzburger-Land-Klassik 2026: BMW 728i (E38)
Der berühmte 7er-BMW für 500 Euro

Eben noch auf der Titelseite, jetzt in der Realität: Der BMW 728i (E38) aus dem AUTO BILD KLASSIK-Dauertest fährt die Salzburger-Land-Klassik.
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Manche Teilnehmer bringen seltene Sportwagen mit, andere jahrzehntelange Rallye-Erfahrung. Patricia Viertbauer (27) und Jonas Schönfelder (26) haben 2026 bei der zweiten Salzburger-Land-Klassik einen anderen Trumpf: einen BMW 728i.
Nicht irgendeinen, sondern den aus der dritten Siebener-Generation E38, den viele Oldtimer-Fans sofort erkennen dürften: Denn er ist der Dauertestwagen von AUTO BILD KLASSIK. Die Redaktion kaufte die Luxuslimousine für 500 Euro und macht sie – nachdem sie eine halbe Million Kilometer auf dem Zähler hat – nach und nach wieder zu einem begehrenswerten Klassiker.
Seit Ausgabe 5/2025 berichten die Kollegen von AUTO BILD KLASSIK jeden Monat über den damals noch runtergerittenen BMW E38, zuletzt war er sogar Titelheld, ganz groß auf Seite 1 (siehe Foto oben). Damit dürfte er neben dem BMW 7er E38 aus dem James-Bond-Film "Der Morgen stirbt nie" (1997) der berühmteste Siebener in Deutschland sein.

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Ist die BMW-Motorhaube zu lang für eine Rallye?
"Genial", sagt Patricia über den Siebener BMW. "Er fährt sich super, meckert überhaupt nicht. Braucht nur Motoröl." Davon aber reichlich. Der Reihensechszylinder verlangt regelmäßig Nachschub.

Der 2,8-Liter-Reihensechszylinder im BMW 728i verbraucht inzwischen viel Motoröl – Patricia Viertbauer füllt fleißig nach. Den Rallye-eigenen Pannendienst des AvD im Hintergrund muss der BMW nicht in Anspruch nehmen.
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"Ich hatte Schwierigkeiten, die Länge einzuschätzen", erzählt Fahrer Jonas über den fast fünf Meter langen Klassiker. "Bei den Wertungsprüfungen hatte ich immer eine Verschiebung. Ich schiebe das einfach mal auf die lange Motorhaube."
Der Fahrer misstraut grünen Tonnen
Besonders die geheimen Wertungsprüfungen der Salzburger-Land-Klassik halten die beiden in Atem. Überall, wo die Rallye-Orga ein grünes Schild aufgestellt hat, muss man fast sofort 65 Meter in genau acht Sekunden fahren. Lichtschranken an der Strecke kontrollieren das. Das Gemeine daran: Die Teilnehmer wissen vorher nicht, wo diese "grünen" Prüfungen stattfinden und wie viele es gibt.

Mit zwei Handys (zur Zeitmessung) und dem Roadbook auf dem Schoß weist Patricia den Weg. Bei dieser Prüfung steht draußen eine Uhr, die auf null runterzählt – dann läuft die Zeit für die Wertungsprüfung.
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"Diese Geheimen, da wird man richtig misstrauisch", sagt Patricia.
Jonas nickt: "Ich werde schon nervös, wenn ich eine grüne Mülltonne am Straßenrand sehe."
Dazu muss die Person auf dem Beifahrersitz navigieren. Das ist oft knifflig: "Die letzten 50 Meter, da biegen drei Linien völlig crazy nach links ab, und wir müssen geradeaus", so leitet Patricia Jonas gerade an. (Warum Moderatorin Lina van de Mars bei der Salzburger-Land-Klassik zur Fahrlehrerin wurde.)

Auf diversen Markplätzen stellen Streckensprecher alle Autos der Rallye dem Publikum vor. Hier in Wagrain wartet der BMW 728i hinter dem Ferrari 348 TS vom OCC-Team. Der Bürgermeister von Wagrain öffnete den Marktplatz extra für die Salzburger-Land-Klassik, das Publikum kam in Volksfeststimmung.
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"Ich bin da, um hart zu performen"
Dass bei der Salzburger-Land-Klassik unterschiedliche Generationen und Charaktere zusammenkommen, gefällt den beiden besonders.
"Hier haben wir junge und ältere Leute, entspannte Teilnehmer und solche mit viel Ambition", sagt Patricia. "Aber alles ist respektvoll, alles freundlich und auch lustig. Der Vibe ist immer gut. Wir haben ja das verbindende Element Auto."
Ambitionen haben die beiden trotzdem. "Ich bin da, um hart zu performen", sagt Patricia mit einem Grinsen. Sofort folgt die Gegenrede vom Fahrersitz: "Besser nicht so schreiben", wirft Jonas ein. "Denn so gut sind wir nicht."
So schlecht aber auch nicht: Am Ende erreicht das Sonax-Duo Platz 39 von ca. 80 Startern in der Gesamtwertung. Und wenn es eine Klasse mit Oldtimern gäbe, die unter 1000 Euro gekostet haben, hätten sie bestimmt den Klassensieg geholt.

Bei dieser Prüfung läuft die Zeit, sobald der Beifahrer oder die Beifahrerin den Buzzer drückt. Schwierig: Sie muss gleichzeitig die eigene Stoppuhr auslösen.
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Gesamtsieger der Salzburger-Land-Klassik sind Michael und Tom Pitsch aus Hamburg, die mit ihrem Alfa Romeo Sprint GT Baujahr 1965 angetreten waren.
Rallyefahren als Teil des Jobs
Patricia und Jonas, beide aus Neuburg an der Donau, arbeiten bei Sonax und bilden eines von zwei Teams des Fahrzeugpflege-Spezialisten. Jonas ist im Produktmanagement tätig, Patricia arbeitet als Social-Media-Managerin. Seit einigen Jahren begleiten sie ausgewählte Veranstaltungen und produzieren Inhalte rund um Oldtimer und Youngtimer.
"Nicht reinen Wischwasch-Content, wie wir das als Pflegemittelhersteller nennen", sagt Patricia – also nicht nur Texte und Videos, wie man sein Auto abwischt und wäscht. "Wir zeigen, dass Leute auch unterwegs ihre Autos pflegen können und dazu nicht immer eine Poliermaschine brauchen."
Die Rallye selbst ist dabei mehr als nur Kulisse. "Wir produzieren Content, netzwerken und haben auch noch Spaß am Rallyefahren. Also Win-win-win.“

Die Salzburger-Land-Klassik bietet spektakulär schöne Landschaften ...
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD

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Darum liebt Patricia Oldtimer
Für Patricia ist die Salzburger-Land-Klassik schon die dritte Oldtimer-Rallye nach zwei Starts bei der Hamburg-Berlin-Klassik. Das Salzburger Land begeistert sie: "Die Strecke hier ist überragend."
Aber nicht nur das: "Oldtimer sind etwas ganz Tolles", sagt sie. "Da hat jemand über viele Jahre Zeit, Liebe und Geld investiert. In unserer Gesellschaft wird so viel weggeworfen. Das finde ich beim Oldtimerbereich schön."
Besonders angetan haben es ihr ältere Mercedes-Modelle und klassische VW-Busse. "Es gibt nichts Geileres als alte VW-Busse", sagt sie. "Vor allem in schönen Farben."
Kundenautos glänzen, der eigene Dacia nicht

Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Bei Jonas verlief der Weg zum Klassiker dagegen eher untypisch. "Autoverrücktheit kommt oft aus der Familie oder dem Freundeskreis. Das war bei mir nicht so." Privat fährt er einen alten Dacia Logan mit ausgeblichenem rotem Lack. "Ich pflege Kundenautos, das macht mir Spaß. Mein eigenes eher nicht."
Der BMW 728i dürfte das gelassen verkraften. Schließlich hat Deutschlands vielleicht berühmtester Siebener auf seinen ersten 529.000 Kilometern sicher schon ganz andere Prüfungen bestanden.
Technische Daten BMW 728i Automatik (E38, Baujahr 1996)
- Motor Reihensechszylinder-Benziner (M52B28), vier Ventile pro Zylinder, Steuerkette, zwei obenliegende Nockenwellen (DOHC), Einfach-Vanos an der Einlassnockenwelle, elektronische Multipoint-SaugrohreinspritzungHubraum 2793 cm³Leistung 142 kW (193 PS) bei 5300/minmax. Drehmoment 280 Nm bei 3950/minAntrieb Fünfgangautomatik (Steptronic), HinterradantriebBeschleunigung 0–100 km/h 9,6 sHöchstgeschwindigkeit 225 km/hVerbrauch 11,1 l/100 km (Werksangabe nach NEFZ-Norm)Tankinhalt 85 LiterLeergewicht 1700 kg nach DINLänge/Breite/Höhe 4984/1862/1435 mmRadstand 2930 mmKofferraum 500 LiterNeupreis (1996) 72.500 Mark (mit Schaltgetriebe 69.900 Mark)
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