Dolly Parton und die Autos
Warum Dolly Parton keinen Cadillac geschenkt haben wollte

Dolly Partons Renn-Camaro, extreme Tourbusse und der Cadillac, den sie selbst verschenkte: die irrsten Auto-Geschichten der "Queen of Country"!
Bild: picture alliance / Everett Collection
Ende der 60er-Jahre. Die junge Dolly Parton tritt in der Fernsehshow des Countrysängers Porter Wagoner auf, in jeder Ausgabe singt sie Duette mit ihm. Bis Anfang der 70er schenkt Porter Wagoner der jungen Frau Ketten, Ringe und einen Cadillac (laut Journalist Jerry Bailey sogar zwei Cadillac). Doch sie sagt: "Ich will die Geschenke nicht. Ich möchte meine Geschenke selbst kaufen. Ich will das Geld."
Warum Dolly Parton Porters Geschenke kritisierte
So berichtete Dolly Parton es in ihrem Buch "Star of the Show: My Life on Stage". Es klingt hochmütig, wie die zickige Beschwerde eines Töchterchens aus reichem Hause.
Aber es war ganz anders. Dolly Parton war das vierte von zwölf Kindern, ihr Vater war Kleinbauer und Hilfsarbeiter und konnte kaum lesen und schreiben. Ihre Mutter förderte ihr musikalisches Talent, so schaffte das fleißige Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen es auf die Bühne und ins Fernsehen.

Plakatmotiv mit Porter Wagoner und Dolly Parton. In Sachen Haarpracht galt um 1970: keine falsche Bescheidenheit.
Bild: picture alliance / Globe-ZUMA
Über den Anfang bei Porter Wagoner schrieb sie: "Er bot mir 60.000 Dollar im Jahr an – aber für mich war das wie eine Million! Das war damals eine Menge Geld."
Cadillac statt Gehaltserhöhung
Dolly Parton merkte bald: "Porter verdiente viel Geld, während unser Stern aufging, und er ließ uns an seinem Reichtum teilhaben. Die Wagonmasters [Porters Band, Anm. d. Red.] erhielten hin und wieder Bonuszahlungen, und mich überhäufte Porter mit Geschenken."
Allerdings: "Mein Gehalt blieb die ganze Zeit über unverändert. Ich habe immer wieder nach einer Erhöhung gefragt, aber nie eine bekommen. Er kaufte mir all diese Dinge und sagte: 'Betrachte das als deine Gehaltserhöhung.' Ich entgegnete: 'Ich will die Geschenke nicht. Ich möchte meine Geschenke selbst kaufen. Ich will das Geld.'"
Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass Dolly Parton einen Geschäftssinn bewies, den sie vermutlich von ihrem Vater hatte. Im Laufe ihres Lebens vom 19. Januar 1946 bis zum 25. August 2026 verkaufte die "Königin der Country-Musik" mehr als 100 Millionen Platten, gründete einen Vergnügungspark ("Dollywood"), und – hier merken Auto-Fans auf – sie war Hauptsponsorin eines NASCAR-Rennwagens.
Fakten zu Dolly Partons Autos
Frage | Antwort |
|---|---|
Welche Autos fuhr Dolly Parton? | Am bekanntesten ist ihr Cadillac DeVille D'Elegance von 1997. Außerdem besaß sie mehrere Tourbusse. |
Warum wollte Dolly Parton keinen Cadillac geschenkt bekommen? | Sie wollte statt teurer Geschenke von Showmaster Porter Wagoner lieber eine Gehaltserhöhung. |
Hat Dolly Parton NASCAR gesponsert? | Ja. 2019 war sie Hauptsponsorin eines Chevrolet Camaro von Tyler Reddick. |
Wo steht Dolly Partons Cadillac DeVille D'Elegance heute? | Im Hollywood Star Cars Museum in Gatlinburg, Tennessee. |
Kann man in Dolly Partons Tourbus übernachten? | Ja. Die "Dolly Suite 1986" im Dollywood-Resort kann gebucht werden. |
Welches Auto fuhr Dolly Parton im Film "9 to 5"? | Ihre Figur fährt einen Chevrolet LUV Pick-up. |
Was war Dolly Partons wichtigstes Fahrzeug? | Nach eigener Darstellung wohl eher ihr Tourbus als ein Luxusauto. |
NASCAR statt Nashville: Dolly auf der Rennstrecke
Es war ein Chevrolet Camaro Nummer 2, lackiert in Weiß und Pink. Am 6. April 2019 startete Tyler Reddick beim NASCAR-Xfinity-Rennen auf dem Bristol Motor Speedway mit dem Camaro von Richard Childress Racing.

Dolly Parton war 2019 Hauptsponsorin dieses NASCAR-Camaro. Auf der Karosserie warben Dollywood, die Imagination Library, Dolly Records und weitere Unternehmen von Dolly Parton; auf der Motorhaube prangten Partons Porträt, ihr Autogramm und das Schmetterlingssymbol.
Bild: picture alliance/AP Photo
Es war laut Dollywood das erste Mal, dass Parton und viele ihrer Firmen als Hauptsponsor eines Rennwagens auftraten. Respektables Ergebnis: Der Dolly-Chevy wurde Zweiter.
Der Cadillac, der heute im Museum steht
Dass sie von Porter lieber Geld als Cadillacs haben wollte, heißt nicht, dass Dolly Parton Cadillacs verschmäht hätte – im Gegenteil, später kaufte sie sich selbst welche. Am bekanntesten dürfte der 1997er Cadillac DeVille D'Elegance sein – denn den spendete sie dem Hollywood Star Cars Museum in Gatlinburg in ihrem Heimatstaat Tennessee.

Der Lack von Dolly Partons DeVille D'Elegance changiert zwischen Weiß und Gold. Hier eins der Übergabefotos im Hollywood Star Cars Museum in Gatlinburg, Tennessee. In der Gegend finden auch der Pigeon Forge Rod Run (im Frühling und Herbst), die Hot Rod Nationals und weitere Oldtimertreffen statt.
Bild: Hollywood Star Cars Museum in Gatlinburg
Ein Museumsfilm von 2009 erklärt, der Cadillac sei zehn Jahre lang ihr persönliches Auto gewesen. Der Fronttriebler mit ca. 300 PS ist ein respektabler Wagen; dennoch für eine der reichsten Frauen der Musikbranche ein geradezu schlichtes Auto.
Auch ihrer Mutter soll sie immer wieder Autos von Cadillac gekauft haben.
Die Tourbusse waren ihr wahres Zuhause
Ein bisschen extravaganter – und für sie selbst wichtiger – sind da schon ihre Tourneebusse – Wohnmobile im Lkw-Format. In der heutigen Dolly Parton Experience in Dollywood wird ein früherer Tourbus als "Home-On-Wheels" gezeigt.
Ihr jüngerer, stark personalisierter Motorcoach steht dauerhaft am Dollywood's DreamMore Resort and Spa. Laut offizieller Beschreibung war er von Ende 2008 bis März 2022 ihr Rückzugsort auf Tourneen; dort schrieb sie Dutzende Songs und arbeitete an mehreren Projekten. Und sie machte ihrem Fahrer, Tim Dunlap, belegte Brote.

Den Tourbus von Dolly Parton von der Firma Prevost mit Slide-out-Elementen, die im Stand Platz schaffen, fotografierte unser Reporter Holger Karkheck bei ...
Bild: Holger Karkheck / BamS

... einem Interview-Besuch. Auch für ein gemeinsames Foto mit Dolly Parton war noch Zeit.
Bild: Holger Karkheck / BamS
Dolly Parton selbst und ihre Schwestern hätten das Wohnmobil eingerichtet, heißt es. Es hat unter anderem eine Badewanne, sehr viel Schrankraum für Kleidung und eine Perückensammlung. Um den großen Kühlschrank hineinzubekommen, musste erst die Windschutzscheibe ausgebaut werden.
10.000 Dollar für zwei Nächte im Dolly-Bus
Heute wird es als "Dolly Suite 1986" vermietet – zwei Personen können darin übernachten. Buchbar ist er nur mit zwei Übernachtungen; das Angebot beginnt offiziell bei 10.000 US-Dollar, die Erträge gehen an die Dollywood-Stiftung.

Bild: Dollywood
Vom armen Bauernmädchen zur Country-Milliardärin
Nun, mit 80 Jahren, ist Dolly Parton 2026 verstorben. Sie schrieb mehr als 3000 Songs, darunter "Jolene" und "9 to 5".
Dabei war Dolly Rebecca Parton weit mehr als eine Country-Musikerin, Sängerin und Komponistin: Sie war Schauspielerin (u. a. "Warum eigentlich ... bringen wir den Chef nicht um?" und "Magnolien aus Stahl"), Geschäftsfrau, und sie setzte sich intensiv für gute Zwecke ein, vor allem für die Leseförderung von Kindern.

Bild: 20th Century Fox

Bild: Columbia Records
Wie "I Will Always Love You" entstand
Wie ging eigentlich die Sache mit der Gehaltsforderung bei Porter Wagoner aus? Erst mal gut: Dolly bekam, wie gefordert, mehr Geld statt Geschenke.
Als Dolly Parton 1974 dennoch nach sieben Jahren die Porter Wagoner Show verließ, brachte sie einen Song heraus, den sie im Jahr zuvor geschrieben hatte – als persönliche Botschaft an Porter Wagoner. Der Titel: "I Will Always Love You".
Zweimal wurde die Fassung, die Dolly Parton selbst sang, zum Hit: gleich 1974 und dann noch mal 1982, weil sie ihn im Soundtrack des neuen Films "Das schönste Freudenhaus in Texas" verwendete.

Bild: Butterfly Records / Big Machine Records

Bild: Butterfly Records / Big Machine Records
Anfang der 1990er-Jahre drehte Whitney Houston ihren ersten Film, "The Bodyguard". Kevin Costner soll die Idee gehabt haben, "I Will Always Love You" zum Titelsong der Filmmusik zu machen, erzählte Dolly Parton 2022. Costner und seine Sekretärin hätten sie angerufen, sie selbst hätte zugestimmt. Dann hörte sie eine Weile nichts mehr davon. (So kam der Porsche 911 von Whitney Houston nach Deutschland.)
1992 erschienen der Film und der Song, nun gesungen von Whitney Houston. Dolly Parton hörte ihn zum ersten Mal im Auto, auf dem Weg vom Büro nach Hause. "Ich hatte das Radio an und hörte gerade dieses "If I should stay ..." – und ich dachte mir: "Was ist das denn?" Weiter: "Als es zu "and I" überging, bin ich völlig ausgeflippt – ich musste rechts ranfahren, weil ich ehrlich dachte, ich würde einen Unfall bauen. Es war ein absolut überwältigendes Gefühl."
Whitney Houston erzählte 1993 in einem Interview mit dem "Rolling Stone": "Ich habe mir große Sorgen gemacht, wie sie wohl darüber denken würde, als ich ihr Lied sang." Dann berichtete Whitney Houston von einem Telefonat und gibt Partons Worte sinngemäß so wieder: "Whitney, ich möchte dir einfach etwas sagen. Es ist mir eine riesige Ehre, dass du meinen Song gesungen hast."
Es wurde die bis dahin meistverkaufte Single einer Sängerin in den USA, insgesamt wurde die Single rund 20 bis 40 Millionen Mal verkauft. Wer weiß, ob es ohne den geschenkten Cadillac so weit gekommen wäre.
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