Ein Fiesta RS der ersten Generation? Kaum zu glauben – doch Ford hatte ihn tatsächlich geplant.
Für Fans und Kenner des ersten Ford Fiesta (1976 bis 1983) steht fest: Die erste Sportvariante, der erste Hot Hatch des Fiesta in Großserie war der Ford Fiesta XR2 (Der Fiesta 1100X war nur ein Sondermodell in Großbritannien).
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1981 kam der XR2 auf den Markt, mit 1,6 Litern, Weber-Registervergaser, 84 PS, 170 km/h schnell. Die Beschleunigung von null auf Tempo hundert war seine Paradedisziplin: laut Werk 10,1 Sekunden.
Schwarzer Ford Fiesta XR2 fahrend von schräg vorn
Bild: Roman Rätzke / AUTO BILD
Mit innenbelüfteten Scheibenbremsen vorn wurde er auch schnell wieder langsam. Schnell um die Ecke kam er dank Sportfahrwerk mit Tieferlegung, Stabilisator hinten und verstärktem Panhardstab.
Schwarzer Ford Fiesta XR2 fahrend von hinten im Slalom
Bild: Roman Rätzke / AUTO BILD

So plante Ford den ersten Fiesta RS

Was aber bis vor Kurzem bis auf eine Handvoll Ex-Ford-Mitarbeiter niemand wusste: Schon in den 70er-Jahren dachte Ford über einen Fiesta RS nach. So angestrengt, dass der Autohersteller wohl sogar drei Prototypen baute, noch bevor der Fiesta XR2 geboren wurde.
historisches Farbfoto: Ford Fiesta RS stehend schräg von oben
So serienreif der Fiesta RS mit seinen schwarzen Radlauf-Verbreiterungen und den blauen Streifen aussah: Er wurde in aller Stille begraben, bevor ihn außerhalb des Werks jemand sah.
Bild: Ford/Archiv Steve Saxty
Dieser hier mit dem DIN-Kennzeichen K-DY 510 soll der erste gewesen sein. Wahrscheinlich drei Autos wurden bei Ford aufgebaut, schreibt Steve Saxty in seinem Buch "Secret Fords – RS Icons Edition": nach diesem weißen ein silbernes mit der Nummer K-CC 572 und noch ein silbernes mit dem Kennzeichen K-PK 409, das "als Preis verlost wurde".
Die Optik ist schon mal stark: Frontspoiler, breite schwarze Radläufe, breite Alu-Räder, blaue Zierstreifen, ein kleiner Motorsport-Aufkleber hinten, ein aufgewerteter Innenraum vom Fiesta S – hätte einschlagen können!

Warum die Idee wieder eingestampft wurde ...

Aber die Motorsport-Leute wollten offenbar den 1,1-Liter-Motor mit einem Doppelvergaser frisieren, anstatt einfach den vorhandenen 1,3-Liter einzubauen. Der wäre wohl kaum stärker gewesen als der 1.3er. "Rechnet man den schweren und teuren Innenraum hinzu, dürfte er nicht schneller beschleunigt haben als ein normaler 1100S", schreibt Saxty.
historisches Schwarzweißfoto: Studie Ford Fiesta RS, Cockpit
Dreispeichenlenkrad, flauschig gepolsterte Schalensitze, reichlich Ghia-, RS- und Zubehörteile: Das machte den Ford Fiesta RS verlockend, aber teuer und auch schwer.
Bild: Ford/Archiv Steve Saxty
"Das ist das ewige Problem mit kleinen, luxuriösen und erschwinglichen Sportwagen: Je höher die Kosten und das zusätzliche Gewicht, desto geringer das Verkaufspotenzial."

... obwohl ein tauglicher Motor vorhanden war

Ein 1,6-Liter war nicht nur im Hause Ford vorhanden, es fuhren sogar schon Fiestas damit: vor allem Rallyeautos. In Köln wurde ein Fiesta mit 1600 Kubik für den Rallyefahrer Ari Vatanen aufgebaut, in Boreham (England) noch einer, mit dem er 1979 an der Rallye Monte Carlo teilnahm.
Motorraum und Motor der Studie Ford Fiesta RS
1,1-Liter-Motor im zweiten Exemplar des Fiesta RS, dem mit der Nummer K-CC 572. Dahinter: Der Rallye-Fiesta mit 1,6 Litern, den Ari Vatanen mit Copilot Dave Richards von Prodrive fuhr. Auch dieses Foto fanden wir im Buch von Steve Saxty.
Bild: Ford/Archiv Steve Saxty

So rettete Ford die Idee: mit dem Fiesta XR2

Immerhin griff Ford die Idee mit dem 1.6er dann doch für die Serie auf und brachte zwei Jahre später den ersten Fiesta XR2 mit 84 PS auf den Markt. Der wurde ein Erfolg.
Denn damals, so Saxty, "gelang es dem Special Vehicle Engineering Team und den Ford-Designern, den entscheidenden Unterschied zu machen. Sie hielten die Kosten niedrig, indem sie auf alle schicken Interieur-Elemente und die Doppelvergaser verzichteten und stattdessen mehr Leistung aus einem größeren, aber mechanisch einfacheren Motor holten."
Cockpit des Ford Fiesta XR2
Mit schlichten Sitzen, Zweispeichenlenkrad und weniger Ausstattung kostete der Fiesta XR2 1982 in Serie nur 15.995 Mark und wog 801 Kilogramm.
Bild: Roman Rätzke / AUTO BILD
Saxty kommentiert: "Der alte Escort-Slogan 'Einfach ist effizient' fasste Ford von seiner besten Seite zusammen."
Buchtitel "Secret Fords – RS Icons Edition" von Steve Saxty
Im Buch "Secret Fords – RS Icons Edition" von Steve Saxty gibt es noch mehr wilde Geschichten über Fords RS-Modelle.
Bild: Seven Spoke/Steve Saxty
Der Traum vom Fiesta RS wurde erst 1989 Realität – als Fiesta RS Turbo mit 133 PS.
Ford Fiesta RS Turbo in Rot von schräg vorn als Modellauto
1989 brachte Ford den ersten RS-Fiesta: den Ford Fiesta RS Turbo. Hier ein Modellauto von Ottomobile.
Bild: Berse & Dieckert
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