Wer Anfang des Jahres einen Youngtimer oder Oldtimer kaufen möchte – oder wenigstens davon träumt –, der streift am besten durchs Parkhaus der ÖB-Arena in Bremen. Denn hier, im schneidend kalten Wind, wird das Parkhaus während der Bremen Classic Motorshow 2026 zur Verkaufsfläche.
AUTO BILD ist dabei – mit Kamera und Mikrofon, Mütze, Schal und Handschuhen und jeder Menge Enthusiasmus. Dieses Jahr halten wir Ausschau nach Klassikern, die noch vergleichsweise günstig sind … und die bestimmt in ein paar Jahren spürbar zulegen werden.
BMW-Roadster: schöner Z3 in Türkisgrün für 7500 Euro
Wer im Sommer zu zweit offen fahren will, könnte sich in diesen BMW Z3 setzen wollen. Das türkisgrüne Auto hat vor allem deshalb Potenzial, weil sein Verkäufer sich umfassend um die Technik gekümmert hat: Der Wagen hat ein neues, knackiges Fahrwerk bekommen (das alte gibt's beim Kauf dazu). Auch schon erneuert wurde das Verdeck, und die Felgen wurden durch stilsichere aus dem Zulieferregal ersetzt.
Mir neuem Fahrwerk und neuem Verdeck: Der türkisgrüne Z3 sollte überschaubare 7490 Euro kosten.
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Die schmalen 116 PS vom 1,9-Liter-Vierzylinder macht das geringe Autogewicht von rund 1,1 Tonnen wett. Dieser Klassiker hat Potenzial! Fragt sich nur, für wen: Denn wenige Stunden nach Messestart war das Verkaufsschild schon verschwunden. Offenbar haben die gerade mal 7499 Euro jemanden zum schnellen Kauf gereizt.
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Die Alus sind aus dem Regal der Zulieferer, stehen dem Z3 aber sehr gut.
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
VW Beetle Cabrio: TDI, kaum gelaufen, für 14.000 Euro
Der VW Beetle (oder im VW-Sprech: New Beetle) ist so ein wundertypisches Beispiel für die Retro-Welle der späten 90er- und 2000er-Jahre, der MUSS einfach eines Tages so viel Nostalgie wecken, wie er als Neuwagen schon wecken sollte. Nicht unbedingt bei Vollgaspriestern mit Testosteron-Überfunktion – aber unter Auto-Freaks, die gern mal ein Auto zu viel kaufen, findet er jetzt schon zunehmend Fans.
Dieser VW Beetle (oder im VW-Sprech: New Beetle) ist ein Diesel-Cabrio! Baujahr 2004, aus zweiter Hand, 90-PS-TDI, laut Verkäufer "perfekter Unterboden".
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Das Exemplar, das wir in Bremen gefunden haben, ist ganz außergewöhnlich: Ein Cabrio mit Dieselmotor, das allein ist schon selten. Noch dazu aber hat der sparsame und haltbare 1.9 TDI laut Verkaufsannonce erst gut 33.000 Kilometer runter – bei Dieselmodellen ist das sehr selten. Wunschpreis des Verkäufers: 13.990 Euro.
Das Stoff-Faltverdeck öffnet sich über bis zu vier fröhlichen Menschen.
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Der Innenraum sieht gut erhalten aus, auch die Blumenvase am Armaturenträger ist noch drin.
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Der Audi A2 polarisiert: Wer ihn furchtbar findet, darf dies gerne überlesen, doch der kleine Audi hat viele Liebhaber. Und es gibt viele Gründe, ihn zu lieben. Geht los bei dem korrosionsarmen Audi-Spaceframe, auf dem der Kugel-Audi aufbaut – wie beim Oberklasse A8.
Dieser A2 hat den unkomplizierten 1,4-Liter-Benziner an Bord.
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Dieses Exemplar ist ein Vor-Facelift-Modell von 2001, verzichtet auf das wartungsintensive Open-Sky-Glasdach und steht da in schönem Dunkelblau-Metallic. Auf der Haben-Seite: Im Bug steckt der eher unkomplizierte 1,4-Liter mit 75 PS, der Motor hat nachvollziehbare 196.000 km runter. Etwas spät erneuert wurde der Zahnriemen bei Kilometerstand 188.000, aber immerhin. Der Wagen steht auf schönen Standard-Audi-Alus, die nur minimal angeranzt sind.
Das A2-Heck spiegelt das Audi-Design der Nullerjahre wider.
Bild: Matthias Brügge / AUTO BILDS
Das Scheckheft ist vollständig, nur Puristen würden bemängeln, dass der Service bei einer großen Werkstattkette erledigt wurde. Positiv fallen auch Lederlenkrad und Leder-Handbremshebel auf, die braun-grüne Innenausstattung ist sauber, das Auto wirkt gepflegt trotz seiner sechs Besitzer, darunter ein Zahnarzt.
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Das Beste kommt zum Schluss: Anders als viele Verkäufer, die von dem kommenden Klassikerstatus schon jetzt profitieren wollen, ist der schöne A2 nicht teuer: Er kostet mit neuer HU nur 2950 Euro – welchen Klassiker gibt es dafür schon?
Mercedes SL 55 AMG (R 230): 500 PS für 37.950 Euro
Die letzten 15, 20 Jahre schwärmen Oldtimer-Fans vom Mercedes SL der 90er-Jahre (Baureihe R 129) als Youngtimer mit Wertpotenzial. Dabei sind die viele von ihnen längst Oldtimer.
AMG-Fahrer verheimlichen selten, dass sie einen AMG fahren. Der bisherige Besitzer dieses Mercedes SL 55 AMG von 2003 liefert ein schönes Beispiel dafür.
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Jetzt beginnt die Zeit des Nachfolgers: Der Mercedes R 230, produziert in Bremen, kam 2001 auf den Markt, darf also als Youngtimer gelten.
Das Thema "Vier-Augen-Gesicht" variierte Mercedes von 1995 bis tief in die 2000er-Jahre. Die Scheinwerfer des R 230 ähneln dem des C-Klasse Sportcoupés.
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Das Exemplar im Parkhaus der Bremen Classic Motorshow scheint ein echtes Sammlerstück zu werden: Es ist der Mercedes SL 55 AMG mit Kompressor-V8, gut 5,4 Litern und (Baujahr 2003) glatt 500 PS.
Gelbe Bremssättel verleihen dem Mercedes ein wenig italienisches Supersportwagen-Flair. Der Schriftzug "V8 Kompressor" an der Flanke kontert das mit deutscher Brachialität.
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Das allein macht ihn nicht zum Sammlerstück. Ein paar Gebrauchsspuren sieht man, aber er hat laut Inserat erst 75.000 Kilometer auf dem digitalen Zähler. Preisvorstellung: 37.950 Euro.
* Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und zu den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen und gegebenenfalls zum Stromverbrauch neuer Pkw können dem "Leitfaden über den offiziellen Kraftstoffverbrauch" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der "Deutschen Automobil Treuhand GmbH" unentgeltlich erhältlich ist www.dat.de.
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Mazda RX-8: der letzte Wankel-Sportwagen für 15.000 Euro
Wenige Autos der 2000er-Jahre lösen bei Auto-Kennern so viele und so widersprüchliche Gefühle aus. Einerseits: yeah, der bislang letzte Sportwagen mit Wankelmotor, noch dazu mit Schmetterlingstüren, ein geborener Klassiker! Und sehr spaßig zu fahren, drehfreudig und kurvengierig. Andererseits: oh je, Wankelmotor – wie viel mag der saufen? Hält er überhaupt? Und was ist mit Rost?
Das kleine V unterm Kühlergrill ist ein Symbol für die trochoide Form des Kreiskolbens im Wankelmotor. Solche Symbole …
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
… sind im ganzen Auto verteilt, unter anderem auch in den Sitzlehnen.
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Wer sich einen als typisches Liebhaberauto anlacht für lustige Wochenend-Ausflüge, wird kaum so viele Kilometer abreißen, dass der (zugegeben hohe) Verbrauch ins Gewicht fiele. Recht haltbar jedenfalls sind Mazdas späte Wankelmotoren.
Das böseste Thema beim RX-8 ist Rost. Dieses rote Auto in Bremen aber soll laut Inserat rostfrei sein – und konserviert, damit das auch so bleibt. Klasse! Und: Der Motor sei komplett überholt, die Historie seit der Zulassung dokumentiert.
Seltenheitswert hat nicht nur der Wankelmotor, sondern auch das Türsystem – die hinteren Türen öffnen sich wie Selbstmördertüren, wenn die vorderen offen sind.
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
15.000 Euro ruft der Verkäufer als Verhandlungsbasis auf. Heute noch viel für einen RX-8 – in fünf oder zehn Jahren könnte man so etwas vergeblich suchen.
Die Nullerjahre sind im Kommen! Wer mit offenen Augen und etwas Flexibilität durch das Parkhaus der Bremen Classic Motorshow schlendert, findet sicher einen passenden Oldtimer. Stark vertreten auch die Achtziger. Nicht jedes Auto ist ein Schnäppchen, dennoch waren nach kurzer Zeit schon so einige Autos als verkauft markiert.